Drohnen unterm Weihnachtsbaum? Diese Vorschriften sind zu beachten

UATs / Quadrocopter (im Volksmund besser als "Drohnen" bekannt), sollen in diesem Jahr der Renner unterm Weihnachtsbaum sein, aber mit diesem Geschenk bekommt der Besitzer auch eine Menge Verantwortung. Wir listen die wichtigsten Vorschriften auf.

Gerade ging das Video, in welchem Marcel Hirscher fast von einer Kameradrohne getroffen wird, durch die Nachrichten. Ich gehe mal davon aus, dass der Pilot ein Profi war und es sich um einen technischen Defekt handelte, daher ist es in meinem Augen umso wichtiger, sich noch einmal vor Augen zu halten, dass man mit der Steuerung einer Drohne auch Pflichten übernimmt. Im Worst-Case-Szenario könnte eine Drohne sogar einen Flugzeugabsturz verursachen oder sogar schlimmeres.

In Deutschland darf theoretisch jeder der eine Drohne privat verwendet, diese auch fliegen lassen. Drohnen sind heute in den verschiedensten Ausführungen und Größen bereits für unter 20 Euro zu bekommen. Für alle die, die etwas mehr wollen, ist ein gut ausgestattetes Modell bereits zum Preis eines Mittelklasse-Smartphones zu bekommen. Die Bandbreite reicht von einfachen Spielzeugdrohnen, über FPV-Modelle für den Bastler, bis hin zur High-End Drohne mit Gimbal und 4K-Kamera.

OnePlus DR-1 Drohne mit Fernbedienung
OnePlus DR-1 Drohne mit Fernbedienung

Diese handelsüblichen UATs (in den meisten Fällen Quadrocopter, da 4 Motoren) darf bei uns jedermann ohne Genehmigung starten lassen. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche – so lange diese nur privat verwendet werden. Zwar gibt es verschiedene Meinungen,  ab wann eine Drohne gewerblich genutzt wird, aber solange ihr mit dem aufgenommenen Material kein Geld verdienen möchtet, seid ihr auf der sicheren Seite. Aber Vorsicht, in manchen Fällen wird schon von einer gewerblichen Nutzung ausgegangen, wenn man seine Filmchen bei Youtube einstellt – so ganz genau ist das nicht definiert. Für gewerbliche Nutzung sieht das alles ganz anders aus, bei Interesse kann ich auch hier noch ein paar Sätze zusammenschreiben, wenn ihr mehr zu dem Thema Aufstiegsgenehmigung, Versicherung etc. erfahren wollt.

Sowohl für die private als auch die gewerbliche Nutzung gibt es ein paar einfache Regeln, die man auf jeden Fall befolgen sollte.

Aktuell (Dezember 2015) gilt für den Umgang mit Drohnen

  • Solange eine Drohne weniger als 5 Kilo wiegt und elektrisch betrieben ist, darf sie ohne Erlaubnis geflogen werden. Bei schwereren Drohnen ist die Einverständnis der Flugverkehrskontrolle nötig.
  • Eine Drohne darf nicht höher als 100 Meter fliegen. Außerdem muss der Pilot sein Fluggerät jederzeit ohne Hilfsmittel, also ohne Fernglas oder Nachtsichtgerät, sehen können.
  • Es ist verboten, Drohnen über Menschen und Menschenansammlungen, Krankenhäusern, Kraftwerken, Katastrophengebieten, Einsatzorten von Polizei und Behörden bzw. Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, militärischen Anlagen und Gefängnissen fliegen zu lassen. Wer seine Drohne in einem Abstand von weniger als 1,5 Kilometern zu einem Flugplatz oder Flughafen einsetzt, muss mit einer Anzeige wegen Eingriff in den Flugverkehr rechnen. Ebenso ist der Aufstieg in Naturschutzgebieten verboten.
  • Aufnahmen einzelner Personen ohne deren Einwilligung sind verboten. Alles, was nicht öffentlich sichtbar ist, darf auch eine Drohne nicht aufnehmen. Die Privatsphäre sollte beachtet werden
  • Für eine Drohne, die als reines Spielzeug genutzt wird, ist eine normale Haftpflichtversicherung ausreichend. Da die Definition recht schwammig ist, ist man mit einer speziellen Haftpflichtversicherung für unbemannte Flugobjekte auf der sicheren Seite. Ist allerdings privat keine Pflicht.

Klingt alles logisch, dennoch scheinen es einige Menschen nicht zu verstehen.

Private Drohnen nehmen ständig zu. Daraus entstehen neue Gefährdungspotentiale z.B. durch Kollisionen oder Abstürze. Ich werde die Nutzung von Drohnen deshalb neu regeln: Drohnen sollen zukünftig registriert werden, um den Eigentümer identifizieren zu können. Drohnen-Flüge in Wohngebieten, über Bundesfernstraßen, Eisenbahnlinien, Unglücksorten, Einsatzgebieten der Polizei oder Industrieanlagen werden verboten. Für den Betrieb von gewerblichen Drohnen werden zukünftig luftrechtliche Kenntnisse vorgeschrieben. Bundesverkehrsminister Dobrindt

Aktuell wird auch bereits recht konkret über eine Regulierung des Drohnenverkehrs nachgedacht. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gehen die bisherigen Bestimmungen nicht weit genug. Anfang November wurde angekündigt, die Richtlinien für privat und gewerblich genutzten Drohnen zu verschärfen:

  • Schon Drohnen ab 500 Gramm sollen dann registriert werden, wie es bereits seit dem 21. Dezember in den USA Pflicht ist. Desweiteren soll eine Art Drohnenführerschein für gewerbliche Nutzer eingeführt werden.
  • Die Verbotszonen sollen auf Wohngebiete, Unglücksorte, Gefängnisse, Fernstraßen, Eisenbahnlinien und Industrieanlagen ausgeweitet werden.

Wie ihr seht, ist es dann doch nicht so simples „einfach mal loszufliegen“ – Daher meine Bitte an euch, falls ihr mit dem Gedanken spielt, eine Drohne zu kaufen oder ihr eine Drohne geschenkt bekommt: Schaltet euer Hirn ein!

Sobald Menschen gefährdet oder belästigt werden, ist es verboten.

crashed Inspire

Eltern haften für ihre Kinder

Doch selbst, wenn man sich immer an diese einfache Regel hält, kann es immer noch durch technische Defekte oder Pilotenfehler zu Schäden kommen. Hier springt zwar meist die private Haftpflicht ein, aber wie immer gilt auch hier: Eltern haften für ihre Kinder.

Bitte bedenkt bei eurem Handeln auch, dass Ihr hier nicht eine individuelle Entscheidung trefft, die nur euch betrifft, sondern im schlimmsten Fall etwas verursacht, was Menschenleben kosten kann.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Drohnen ist die Voraussetzung dafür, dass wir sie weiter nutzen können, und dass die Leute auch Verständnis dafür haben.

Hier noch ein paar weiterführende Links zum Thema:

VFRnav Flugnavigation
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Entwickler: flugbetrieb.com
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