Robotik
Dyson 360 Eye: Presseevent in München mit dem leistungsstarken Saugroboter

Mit dem Dyson 360 Eye hat das britische Unternehmen einen neuen sehr leistungsstarken Saugroboter ins Rennen geschickt. In München wurde anlässlich des Verkaufsstart in Deutschland im Okotober, ein Event veranstaltet, bei dem der Roboter vorgestellt wurde. Ich war live vor Ort und habe mir den 360 Eye mal ganz genau angeschaut.
von Vera Bauer am 18. August 2016

Vor zwei Jahren wurde er auf der IFA in Berlin das erste Mal vorgestellt – der Dyson 360 Eye. Er wurde damals als Revolution auf dem Saugroboter Markt präsentiert und nun ist ab Oktober der Verkaufsstart in Deutschland geplant. Ich war heute live bei der Vorstellung des kleinen Saugroboters in München dabei und konnte mir selbst ein Bild davonmachen, was das britische Unternehmen für ein Wunderwerk der Technik erschaffen hat.

Dyson ist im Bereich der Staubsauger natürlich ein Begriff, gerade mit den beutellosen Saugern ohne Saugkraftverlust hat das Unternehmen große Wellen geschlagen. Mit dem Dyson 360 Eye bricht für die Firma quasi ein neues Zeitalter an, denn er hat einige Features, die aus ihm einen sehr gründlichen und durchdachten Saugroboter machen. Dyson möchte mit ihm nun auch das autonome Reinigen möglich machen und natürlich gibt es in dem Bereich auch andere Produkte, aber der Dyson 360 Eye hat einige Vorteile.

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Das erste Detail, was einem ins Auge sticht und auch schon im Namen steht, ist die 360 Grad Kamera im Zentrum des Saugroboters. Das ist natürlich wichtig für die Navigation, macht ihn aber auch zu einem intelligenten und effizienten Roboter. Durch das 360 Grad Vision System analysiert er 30 Bilder pro Sekunde und weiß wo er sich im Raum befindet, aber auch welche Stellen er bereits vom Schmutz befreit hat. Er entwirft also einen detaillierten Grundrissplan vom Raum und protokolliert außerdem seinen Weg. Diesen kann man später in der dazugehörigen App nachverfolgen. Setzt man den Roboter einmal auf den Boden und drückt auf Start, macht er seine Runden und kommt am Ende wieder an den Ausganspunkt zurück.

Er hat auch Infrarotsensoren, mit denen er mögliche Hindernisse erkennen kann und die mit der Kamera zusammenarbeiten. Dadurch kann der Dyson 360 Eye den gesamten Raum gleichzeitig erfassen und später aus Orientierungspunkten das Umgebungsmodell aktualisieren. Übrigens kann er sich auch bei wenig Licht orientieren. Die aufgenommenen Daten bleiben dabei auf dem Saugroboter – sie werden also nicht irgendwo hochgeladen.

Die meisten Saugroboter erkennen die Umgebung nicht, haben wenig Saugkraft und reinigen nicht richtig. Es sind Spielereien. Wir haben ein einzigartiges 360 Grad Vision System entwickelt, mit dessen Hilfe unser Roboter erkennt, wo er ist, wo er war und wo er noch reinigen muss. Das Vision System kombiniert mit unserem digitalen High-Speed-Motor und der Zyklontechnologie ist der Schlüssel für einen leistungsfähigen Roboterstaubsauger – ein geniales arbeitssparendes Gerät. Firmengründer und Erfinder James Dyson

Das wichtigste an einem Saugroboter ist natürlich die Saugkraft, also schauen wir uns die einmal näher an. In dem Dyson 360 Eye ist der digitale Dyson Motor V2 verbaut und er arbeitet mit der patentierten Zyklontechnologie, die die effiziente Trennung von Schmutz und Staub ermöglicht. Dadurch können sogar kleinste Partikel bis zu einer Größe von 0,5 Mikrometer aufgenommen werden. Darunter können auch Pollen, Hausstaub, Milben oder auch Schimmelsporen sein. Für Allergiker ist der Roboter somit auch sehr gut geeignet. Die Saugöffnung geht dabei über die gesamte Breite des Saugroboters und im Vergleich zu anderen auf dem Markt erhältlichen Roboterstaubsaugern verfügt der Dyson 360 Eye über die höchste Saugkraft.

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Das Geheimnis nennt sich: Kleiner und leichter Motor. Durch eine Pulstechnologie schafft dieser bis zu 78.000 Umdrehungen in der Minute. Leider wird der kleine Roboter dadurch sehr laut, was eben hauptsächlich am Motor und an der hohen Saugleistung liegt. Am vorderen Ende des Dyson 360 Eye ist ein kleiner durchsichtiger Behälter angebracht, der ungefähr 0,4 Liter Fassungsvermögen hat. Mit zwei Handgriffen kann man diesen auch ziemlich leicht ausleeren.

Das Bürstensystem geht ebenfalls über die ganze Länge des Geräts, um auch die Ecken und Kanten eines Raums zu reinigen. Überall, wo der kleine runde Saugroboter hinfährt, reinigt er die komplette Fläche hinter sich. Es gibt keine Seitenbürsten, sondern eine einzige Rollenbürste mit Carbonfasern zur Entfernung von feinem Staub auf Hartböden, sowie steife Nylonborsten zur Reinigung von Teppichböden. Der Roboter ist gerade mal 23 Zentimeter breit, sodass er auch in schmalen Zwischenräumen saugen kann.

Der Dyson 360 Eye hat keine Räder mit denen er sich fortbewegt, sondern zwei voneinander unabhängig bewegbare Raupenketten, ähnlich wie man es von großen Kettenfahrzeugen kennt. Er kann sich somit im Stand drehen und auch kleine Höhenunterschiede, wie beispielsweise ein Teppich, problemlos bewältigen. Dyson hat mit dieser Herangehensweise einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Produkten aus dem Bereich, denn bei vielen ist das noch ein Schwachpunkt.

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Zu dem runden Saugroboter gehört eine Ladestation, die an eine Wand auf den Boden gestellt wird. Der Lithium-Ionen-Akku ermöglicht eine Betriebszeit von bis zu 45 Minuten. Ist der Akku bei 5 Prozent angekommen, fährt der Saugroboter selbstständig zu seiner Ladestation und lädt sich auf. Eine komplette Aufladung dauert nicht mehr als 2 Stunden.

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Ohne eine dazugehörige App, wäre der Roboter ja nur halb so smart, also gibt es die Dyson Link App kostenlos für Android und iOS Geräte. Darüber kann man die Bewegungen des Saugroboters verfolgen, auch wenn man nicht zuhause ist. Man kann ihn auch von unterwegs programmieren und steuern. Mit einem einzigen Tastendruck kann man den Dyson 360 Eye in der Wohnung auf Saugpatrouille schicken, oder einen regelmäßigen Putzplan festgelegen. Ein tolles Feature ist aach das digitale Handbuch in der App. Bei Problemen meldet sich der Roboter automatisch über die Anwendung und zeigt an, welcher Fehler behoben werden soll. Im Handbuch findet man dann Videos und Bilderreihen, in denen alles erklärt wird, damit man das Problem schnell wieder lösen kann.

Ich habe den Dyson 360 Eye jetzt live in Aktion erlebt und muss sagen, dass ich von dem Gerät begeistert bin. Das intelligente 360 Grad Kamerasystem finde ich sehr toll und allein schon von seinem Aussehen, kann man sich eigentlich nur in den kleinen Roboter verlieben. Aber wie das immer so ist – auch dieses Gerät ist nicht rundum perfekt. Ein Nachteil ist zum einen die Lautstärke, obwohl man diese in zwei Stufen einstellen kann. Ein so leistungsstarker Motor hat eben seinen Preis, aber solange der Dyson 360 Eye meine Wohnung saubermachen kann, ist die Sauglautstärke erstmal zweitrangig. Ein weiteres Problem sehe ich bei der Höhe des Geräts, denn das sind immerhin rund 15 Zentimeter und damit kommt man nicht unter jedes Bett oder Sofa. Das Gewicht liegt übrigens bei etwa 2,44 Kilogramm.

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Ich finde, der Dyson 360 Eye überzeugt durch seine Leistungsstärke, die 360 Grad Navigation, sein Raupenkettenantrieb und natürlich die besonders breite Bürste. Eine App mit der man einen Zeitplan festlegen kann, finde ich auch von Vorteil. Der Preis für den Saugroboter liegt bei 1190 Euro und er kann ab Oktober über die Dyson Webseite und ab November auch im Handel gekauft werden. Ob das Preis/Leistungsverhältnis gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Durch die lange Entwicklungsphase und den hohen Anspruch von Dyson, den besten Saugroboter auf dem Markt zu entwickeln, ergibt sich dementsprechend auch der hohe Preis. Ich würde sagen, der 360 Eye ist eher etwas für Familien oder für Menschen, denen das Leben durch einen Saugroboter erleichtert wird.