Facebook Blueprint: Ein Beispiel für Corporate E-Learning

Beim Stichwort E-Learning fallen mir viele (Open Source) Systeme, Angebote und Unternehmen ein – Facebook gehörte bisher jedoch nicht unbedingt dazu. Dabei setzt das soziale Netzwerk aus Mountain View E-Learning ein, um Unternehmen, Marketing-Menschen und Nutzer über die zahlreichen Möglichkeiten der Plattform zu informieren. Damit ist Facebook eines der wenigen Unternehmen, die E-Learning nicht nur intern, sondern auch im Kontakt mit Kunden nutzen und so das Potenzial von E-Learning weiter erschließen.

Die Plattform dafür hört auf den klangvollen Namen Facebook Blueprint und empfängt Nutzer mit einer deutschen Startseite und einem Video, das den Ansatz und die Möglichkeiten von Blueprint erklärt. Da sich das Video leider nicht einbetten lässt, findet ihr unten zumindest einen Screenshot der Startseite.

Startseite von Facebook Blueprint

Nach der deutschsprachigen Startseite warten ausschließlich englischsprachige Kurse auf Euch. Die thematische Bandbreite ist groß, das Angebot reicht von den grundlegenden Facebook Begriffen und Schlagworten über Werbeformate bis hin zum Reporting und dem Aufbau von Seiten. Die verschiedenen Kategorien können gleich zu Beginn ausgewählt werden, danach folgen dann die passenden Kurse und Einheiten.

Auswahl von Kursen

In den letzten Tagen habe ich mir mehrere der Kurse angeschaut. Der Aufbau ist didaktisch durchdacht, die Detail-Tiefe und der Anspruch der Inhalte steigen innerhalb eines Kurse kontinuierlich an. Die Lektionen sind mit gut lesbaren Texten – das Englisch ist problemlos verständlich – und passenden Bildern versehen, die die jeweilige Lektion (meistens) aufwerten.

Interaktive Elemente finden sich jedoch nur wenige. Wenn sie allerdings zum Einsatz kommen, sind sie sinnvoll positioniert und integriert. So lassen sich beispielsweise Vertiefungsaspekte, besondere Interessen und Folgethemen auswählen. Videos habe ich in allen getesteten Kursen leider vergeblich gesucht.

Wer beruflich mit Facebook befasst – oder sich damit befassen muss – findet in den Facebook Blueprint Kursen gute Informationen, mit denen mehr als nur der Einstieg in ein Thema möglich ist.

Facebook Blueprint erklärt die Facebook-Terminologie

Was macht Facebook Blueprint zum Vorbild?

Facebook Blueprint greife ich hier vor allem auf, weil es aus meiner Sicht ein gutes Beispiel für den Corporate E-Learning-Einsatz darstellt. Aktuell gibt es nur wenige Firmen, die E-Learning-Kurse für ihre Kunden anbieten oder sich die Methode für die Wissensvermittlung zunutze machen.

Facebook zeigt mit Blueprint, dass ein solcher Einsatz nicht nur möglich ist, sondern Kunden und Unternehmen gleichermaßen Vorteile bietet. An Facebook Blueprint schätze ich vor allem:

  • Die klare Positionierung als unternehmenseigenes E-Learning-Angebot, dass ein klassisches FAQ ersetzt und erweitert.
  • Die klare und übersichtliche Struktur und Aufbereitung, durch die sich das Portal problemlos nutzen lässt.
  • Die inhaltliche Qualität und den didaktisch sinnvollen Aufbau der Kurse und Module.

Fast jedes größere und kleiner Unternehmen könnte eine ähnliche Lösung umsetzen. Der Nutzen solcher nach außen gerichteten Corporate E-Learning-Angebote ist meiner Meinung nach nicht auf den B2C-Bereich beschränkt. Auch und gerade im B2C-Bereich können solche Lösungen sinnvoll sein und (potenziellen) Kunden den Zugang zu Themen und Produkten erleichtern.

Was fehlt Facebook Blueprint?

Facebook Blueprint ist zwar ein gutes, jedoch noch kein herausragendes Beispiel für Corporate E-Learning. Die klare Struktur und der weitgehend selbsterklärende Aufbau sind zwar gut und angenehm, doch interaktive Elemente kommen nur vereinzelt vor. Videos gibt es in den von mir getesteten Kursen – das Video auf der Startseite nicht mitgezählt – nicht. Auch Wissensabfragen und Tests, mit denen das Verständnis der Inhalte überprüft werden kann, finden nicht statt.

Es gibt also durchaus Luft nach oben und Facebook hätte zweifellos die Ressourcen, um sein E-Learning-Angebot noch besser zu machen. Da das Angebot rein den Unternehmensinteressen dient, ist ein Ausbau von Facebook Blueprint durchaus möglich.

Trotz dieser Einschränkungen und Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich Facebook Blueprint positiv. Wenn mehr Unternehmen diese Art des E-Learnings entdecken und nutzen, könnte das die Akzeptanz des E-Learnings in Deutschland erhöhen und dazu führen, dass mehr Ressourcen und Zeit in die Entwicklung gesteckt werden. Das käme auch dem Bildungsbereich zugute – und wäre mehr als nötig und überfällig.