Facebook Fake-Profile: Wie kann man sich schützen?

Verstärkt tauchen auf Facebook in letzter Zeit immer wieder Fake-Profile auf, die auf den ersten Blick von echten Profilen kaum zu unterscheiden sind. Welchen Zweck die Ersteller solcher Profile verfolgen, wie man sich schützen kann und wie man auf so einen Fake reagieren kann, erzählen wir euch in diesem Beitrag.

Weit über eine Milliarde Menschen nutzt aktiv Facebook. Dort treffen sich aber nicht nur Leute, die mit ihren Bekannten in Kontakt bleiben wollen und Unternehmen, Künstler etc.- Facebook ist auch ein Tummelplatz für Personen mit unlauteren Absichten, die an eure schwer verdiente Kohle heran wollen. Aktuell versuchen es diese Leute immer wieder, indem sie Fake-Profile erstellen. Fallen eure Freunde drauf rein, kann es wirklich teuer werden.

Wie gehen die Betrüger vor?

Sie suchen sich ein Profil, übernehmen das Profilfoto und das Titelbild für ein neues Facebook-Profil – die sind immer verfügbar, unabhängig von den Sicherheitseinstellungen. Selbstverständlich leihen sich die Übeltäter auch euren Namen (manchmal minimal verändert) aus. Je mehr ihr öffentlich postet, desto exakter kann ein Fremder selbstverständlich auch euer originales Profil nachbilden.

Screenshot: Chat-Verlauf Fake-ProfilMit diesem Profil wenden sie sich dann an eure Kontakte mit Freundschaftsanfragen. Nehmt ihr die Anfrage an, werdet ihr zumeist schnell angechattet. Ihr werdet nach eurer Telefonnummer gefragt, die der andere „ganz dringend“ benötigt. Gebt ihr diese heraus, werdet ihr aber nicht etwa angerufen, sondern bekommt einen Code zugesandt. Im Chat fragt der vermeintliche neue/alte Freund dann nach diesem Code und wenn ihr ihn weitergebt, wird eure Telefonrechnung mit einem Geld-Betrag belastet – denn der Code dient dazu, einen Käufer zu verifizieren und eine Bezahlung via Telefonrechnung durchzuführen. .

Wie kann man sich schützen?

Damit euer Profil ’spannend‘ ist für jemanden, der es faken möchte, habt ihr möglichst Vieles öffentlich gepostet und gebt auch Auskunft, mit wem ihr alles befreundet seid. Vielleicht wisst ihr ja, dass ich persönlich sehr viel öffentlich poste – falls ihr ebenso vorgeht, gibt es dennoch ein paar Dinge, an die man sich halten kann, um es so einem Betrüger schwerer zu machen. Grundsätzlich gilt aber, dass ihr umso weniger anfällig seid, desto weniger öffentlich von euch zu sehen ist.

1. Zunächst mal solltet ihr schon einen kritischen Blick auf Freundschaftsanfragen haben. Ist es vielleicht eine Person, die ihr schon kennt und die ihr bereits als Facebook-Freund habt? Überprüft das! Zwar erlaubt Facebook jeder Person nur ein Profil, dennoch erlebe ich es immer wieder, dass Bekannte mehrere Profile führen – manchmal als Übergang, weil man das erste deaktivieren möchte aus irgendeinem Grund oder weil man ein sehr privates Konto führen will mit den wirklich nur allerengsten Kontakten usw. Falls ihr euch also nicht sicher seid, wieso euer Facebook-Freund plötzlich ein neues Profil am Start hat, fragt einfach kurz nach. Dazu reicht normal schon eine Meldung per Chat (an das alte Profil natürlich) oder auf einem anderen Weg (via WhatsApp etc.) und die hat auch den positiven Nebeneffekt, dass euer Freund direkt darüber informiert wird, dass es überhaupt ein solches Fake-Profil von ihm gibt.

2. Schaut selbst nach, ob es euer Profil noch einmal gibt. Sucht einfach über die Facebook-Suche nach eurem Namen. Die meisten Namen sind nicht einmalig, das ist klar – aber wenn ihr eure eigene Visage in den Suchergebnissen nochmal findet, stimmt was nicht. Was ihr in so einem Fall zu tun habt, erklären wir euch später.

Screenshot: Facebook-Suche nach "Carsten Drees"
Drei Mal Carsten Drees, drei verschiedene Personen, kein Fake dabei.

3. Verhindert, dass jedermann eure Freunde sehen kann. Spannend wird euer Profil für die Fake-Kollegen eigentlich nur dadurch, dass man eure Freunde sehen kann. Klar: Wenn der Kamerad nicht weiß, wem er die Fake-Freundschaftsanfragen schicken soll, kann auch niemand im Chat nach der Telefonnummer gefragt werden. Stellt also euer Profil so ein, dass nur ihr sehen könnt, mit wem ihr befreundet seid und wer euch abonniert hat – so geht’s:

Screenshot: Freunde-Übersicht mit Hinweis auf die Privatsphäre-Einstellungen

Geht auf eure Profil-Seite und ruft die Freunde-Sektion auf. Oben rechts auf das Stift-Symbol klicken und dann „Privatsphäre bearbeiten“ auswählen. Dann öffnet sich ein Fenster mit den drei Optionen:

  • Wer kann deine Freundesliste sehen?
  • Wer kann die von dir abonnierten Personen und Listen sehen?
  • Wer kann deine Abonnenten in deiner Chronik sehen?

Screenshot: Facebook Freunde Privatsphäre-Einstellungen

Statt „Öffentlich“ wählt ihr „Nur ich“ aus bei den mit euch befreundeten und von euch abonnierten Personen und schon sind all diese Leute nicht mehr für Dritte einzusehen und können somit auch von einem Betrüger nicht kontaktiert werden. Vergesst aber dabei nicht: Wenn ihr öffentliche Postings veröffentlicht, sieht ein Fremder dort natürlich immer noch, mit wem ihr kommuniziert und kann euren Freunden somit trotzdem auf die Schliche kommen! Auch die Verbraucherzentrale in NRW hat dazu ein kleines Video online, wie man seine Freunde verbirgt:

Habt ihr das eingestellt, könnt ihr über die Chronik und Markierungseinstellungen überprüfen, wie eure Seite für Fremde ausschaut. So sollte das dann in etwa bei euch auch aussehen:

Screenshot: Facebook-Profil - Freunde-Übersicht

4. Verhindert, dass eure Profilbilder allesamt öffentlich sind. Weiter oben schrieb ich bereits, dass das aktuelle Profilbild und Titelbild öffentlich angezeigt wird. Ihr könnt sie aber jeweils so einstellen, dass sie nur Freunden angezeigt werden, so dass Fremde lediglich Zugriff auf das aktuelle Foto haben. Auch das macht es dem Betrüger schwieriger, eine identische Kopie eures Profils herzustellen.

 

Wie sollt ihr reagieren, wenn ihr so einen Fake bemerkt?

Was ist aber zu tun, wenn das Fake-Profil bereits besteht? Zumeist verhält sich der Übeltäter nicht still, sondern wendet sich per Chat an euch. Seid dort einfach aufmerksam: Hat mein Facebook-Freund plötzlich Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, drückt er sich anders aus als sonst etc. Wenn jemand von euch TAN-Daten, einen Zahlencode oder auch nur ohne Erklärung eure Telefonnummer haben will, sollten bei euch die Alarmglocken läuten. Niemals (!) so sensible Daten achtlos weitergeben.

Oben schrieb ich es bereits: Nehmt Kontakt zu eurem tatsächlichen Freund auf, egal ob ihr ihn anschreibt über den Messenger, über WhatsApp, per SMS oder per Anruf – manchmal blocken die kopierten Profile das Original, so dass es nämlich gut möglich sein kann, dass der Geschädigte es selbst überhaupt nicht mitbekommt.

Egal, ob jemand euer Profil imitiert oder das eines Freundes: Nutzt die „Bordmittel“ von Facebook, um es zu melden. Das könnt ihr tun, indem ihr auf die Profilseite geht und rechts auf die drei Punkte klickt – dort könnt ihr dann das Melden des Profils als Option auswählen. Die Vorgehensweise findet ihr hier auch von Facebook erklärt – dort erfahrt ihr auch, wie ihr so einen Fake melden könnt, wenn ihr selbst keine Facebook-Seite besitzt.

Mir persönlich ist es in den letzten Wochen gleich drei Mal passiert, dass man mir einen Fake-Freund unterjubeln wollte und jedes Mal hat Facebook sehr schnell reagiert und das beanstandete Profil aus dem Verkehr gezogen, sprich: Innerhalb von Stunden – manchmal war die entsprechende Seite schon nach wenigen Minuten nicht mehr zu erreichen!

Wie so oft im Netz, hilft es schon ungemein, einfach ein wenig aufmerksam zu sein. So, wie ihr keine TANs mitteilt, wenn euch eine in mäßigem Deutsch gehaltene E-Mail dazu auffordert, so verhält es sich eben auch mit falschen Profilen. Glücklicherweise kann man die Betrüger im Chat ziemlich schnell entlarven und wenn ihr schnell reagiert und den Besitzer des Original-Profiles über den Fake informiert, sollte größerer Schaden problemlos abgewendet werden können.