Facebook: So holt ihr das Beste aus eurem Newsfeed raus

Facebook schraubt wieder einmal an seinem Newsfeed und will ihn dadurch qualitativ verbessern. Zweifellos werden wir aber auch nach der Änderung wieder über vieles stolpern, was uns dort nervt. Wir haben ein paar Tipps für euch, wie ihr euren Feed lesbarer bekommt, sprich: angenehmer gestaltet.

Zwei Dinge bei Facebook sind Gesetz:

  1. Niemals wird man bei Facebook aufhören, am Newsfeed herumzuschrauben und
  2. niemals wird man bei Facebook an seinem Newsfeed herumschrauben können, ohne dass die Nutzer-Schar schon vorab – quasi prophylaktisch – aufjault.

Das erste hat aus Facebook-Sicht natürlich einen Sinn: Man möchte sowohl den Feed für uns als Verbraucher stets verbessern. Auch, wenn viele Nörgler das so nicht wahrhaben wollen: Natürlich liegt Facebook was daran, dass wir dort Spaß haben – haben wir das nämlich allesamt nicht und kehren mehr und mehr der Plattform den Rücken zu, kommt weniger Werbe-Kohle rein und das ist vermutlich das allerletzte, was sich ein börsennotiertes Unternehmen wünscht, welches eben auf diese Werbeeinnahmen angewiesen ist. Bei Facebook muss man daher den Spagat schaffen und sowohl die Seite stets modern halten – sowohl mit Design-Optimierungen und neuen Funktionen, als auch im Blick behalten, dass der Rubel für Zuckerberg und seine Mannen rollt. Angesichts von knapp 1,5 Milliarden Facebook-Nutzern kann sowas gar nicht ohne Störgeräusche verlaufen.

Das zweite dieser ungeschriebenen Newsfeed-Gesetze hat eher mehrere Gründe: Einmal nörgeln manche Menschen einfach gerne, am besten schon lange, bevor man sich von einem veränderten Newsfeed persönlich überzeugen kann. Zum anderen – hier mag es eine große Schnittmenge geben – kommen viele Menschen mit Veränderungen egal welcher Art nicht zurecht und selbst die minimalste Design-Korrektur Facebooks sorgt für spontane Entgeisterung, die in der Folge Schnappatmung und Nasenbluten beim empörten Facebook-Nutzer auslöst.

Nicht vergessen wollen wir aber, dass Facebook natürlich auch wirklich manchmal Dinge ändert, bei denen a) der Nutzen nicht ersichtlich ist und b) das Social Network-Erlebnis für den User verschlechtert wird. Ich selbst könnte beispielsweise jedes Mal (und das ist mehrmals am Tag) aus der Haut fahren, wenn Facebook wieder einmal von “Neueste Nachrichten” auf “Hauptnachrichten” umstellt ohne ersichtlichen Grund.

Manches ist aber auch gar nicht so furchtbar, wie es gerne geredet wird, wenn man ein paar Punkte beachtet bei der Art und Weise, wie man sich auf Facebook verhält. Das ein oder andere weiß man schlicht nicht, andere Dinge wiederum vergräbt Facebook in seinen umfangreichen Einstellungen, so dass man nur schwer von allein drauf kommt. Beachtet man aber einige dieser Punkte, wird euer Newsfeed bzw. euer ganzes Facebook-Erlebnis deutlich besser und wir wollen euch in diesem Beitrag erzählen, was ihr dazu selbst beisteuern könnt. Als Anlass nehme ich, dass Facebook aktuell eben wieder dabei ist, den Newsfeed ein wenig zu optimieren, indem nun auch die Zeit eine Rolle spielt, die wir mit dem Lesen eines Beitrages verbringen. Das sollte für mehr Relevanz sorgen – darüber hinaus hilft euch dann hoffentlich unser Artikel weiter.

Als Disclaimer schicke ich vorweg, dass es bei dieser Masse an Nutzern keine Patentlösung gibt, die für wirklich jeden von uns exakt gleich gut passt, also schaut euch die Punkte an und setzt dann einfach das um, von dem ihr glaubt, dass es für euch hinhaut.

 

Facebook-Listen

Es ist schon eine ziemliche Weile her, dass ich mein eigenes, privates Blog geführt habe, aber schon zu diesen Zeiten habe ich dazu aufgefordert, einfach ein paar Listen anzulegen für bestimmte Personengruppen oder Themen. Aktuell bin ich bei 2.500 Freunden etwa angekommen und allein das Gesetz der Zahl sorgt schon dafür, dass ich nicht mehr all das sehen kann, was meine FB-Freunde posten. Facebook wählt das mithilfe seines Algorithmus aus und sehr viele Dinge, die ich eigentlich sehen möchte, fallen dann durchs Raster.

Mit Listen habt ihr nicht nur eine bestimmte Gruppe ordentlich sortiert, beispielsweise eure Arbeitskollegen oder euren Sportverein, so dass die Postings dieser Menschen an einem Fleck zu lesen sind, sondern ihr habt auch die Garantie, dass ihr wirklich alles zu sehen bekommt, was diese Personen posten. Ich habe – vielleicht interessant für andere Blogger – beispielsweise eine Tech-News-Liste angelegt, die mir auch als Nachrichten-Quelle für meine eigenen Artikel dient. Gehen mir im normalen Feed manchmal die Postings der Kollegen durch die Lappen – in meiner Liste sehe ich sie. Seht also möglichst zu, dass ihr eure Kontakte in Listen organisiert. Ist ein wenig Arbeit natürlich, hilft euch aber, diese Leute auf dem Schirm zu behalten.

 

Entfreunden

Entfreunden – das klingt erstmal schrecklich und vor allem sehr endgültig. Ich persönlich habe bislang nicht wirklich oft Menschen bei Facebook entfreundet, meistens musste dafür schon ein triftiger Grund vorliegen. War das der Fall, habe ich sie zumeist dann auch geblockt, um zu vermeiden, dass ich bei gemeinsamen Freunden wieder stets auf besagte Person treffe.

Nun hat Tech-Koryphäe Robert Scoble aber jüngst einen Haufen Tipps zu Facebook gegeben und dadurch kam ich erst auf den Trichter, dass das Entfreunden sich auch positiv auf meine Newsfeed-“Hygiene” auswirkt. Er schreibt:

Facebook only releases your posts to a few people at first and watches what they do with it. If you have friends who never like, never share, never comment, and never post their own things, THEY HURT YOU.

Eure Postings treffen demnach zunächst mal nur auf eine Handvoll Menschen. Je nachdem, wie die damit interagieren, wird euer Beitrag dann unterschiedlich gewichtet. Wenn das nun zufällig die Leute sind, die bei Facebook schrecklich inaktiv sind – also selbst nichts posten, nie liken, teilen oder kommentieren – dann haut die in die Tonne! Klingt hart, aber es ist etwas, was ich mir jetzt für diese Woche fest vorgenommen habe. Aktuell sind es 2.500 Freunde, von denen ich mit Sicherheit die Hälfte entbehren kann.

Wer jetzt sagt, dass er aber nun mal ein stilles Gemüt ist, aber ebenso auch ein stiller Leser bei Facebook-Freunden wie mir, der muss sich nicht zu viele Gedanken machen: Er kann mir ja weiterhin folgen und da ich (fast) alles öffentlich rauskloppe, kann er es auch nach wie vor lesen – und vielleicht ja dann doch mal kommentieren, liken oder sharen irgendwann.

 

Seid weniger privat

Da kann ich gleich mit dem nächsten Punkt ansetzen: Privatsphäre ist ein wichtiger Punkt – aber eben auch nur da, wo sie notwendig ist. Das mag jetzt nicht jedermanns Sache sein und bietet sich daher auch mehr für Leute an, die Facebook ähnlich nutzen wie ich. Das bedeutet, dass ihr gerne und viel kommuniziert und eben auch gerne mal mit Fremden ins Gespräch kommt bei euren Lieblings-Themen. Ihr sollt also keine zu privaten Bilder oder Gedanken preisgeben, sondern nach eigenem Ermessen überlegen, was ihr der Öffentlichkeit angedeihen lasst: Welche Sendung ihr seht, welchen Song ihr gerade hört oder auch, in welcher Bar ihr euch gerade rumtreibt.

Auf diese Weise habe ich schon sehr nette Menschen kennen lernen dürfen, aber auch sehr viele interessante und oft kontroverse Themen diskutiert, denn nicht zuletzt hilft mir mehr Offenheit bei meinen Postings, dass ich auch mal den Kopf aus meiner Filterblase stecke und auf Meinungen treffe, die so gar nicht meiner eigenen entsprechen.

 

Abo kündigen

Wem das da oben mit dem Entfreunden eine Nummer zu krass war, der kann auch einfach auf die Profilseite eines Freundes gehen (oder jeweils bei Postings der Person auch im News Feed) und das Abonnement kündigen. Mit manch altem Freund mag ich hin und wieder mal ein Wort wechseln, möchte sein Profil begutachten, kann aber nichts damit anfangen, dass er beispielsweise ständig dumme Spruchbilder postet oder über ein Thema schwadroniert, mit dem ich nichts anfangen kann.

Screenshot: Abonnement bei Facebook

In so einem Fall klicke ich auf das Profil und dort dann auf “abonniert” und kann dort das Abo auflösen. Die Person kann immer noch bei mir lesen, ich werde weniger genervt und der Nervenzusammenbruch des anderen, der beim Entfreunden droht, wurde auch vermieden. Habt ihr den Punkt mit der Liste weiter oben befolgt: Dort seht ihr auch weiterhin die Postings des Freundes. Wem Entfreunden also eine Stufe zu hart ist, kann durch das Entfolgen von Freunden bzw. dem Kündigen des Abonnements seinen Newsfeed angenehmer gestalten.

 

Werbung verbergen

Wenn euch die gesponserten Meldungen auf den Zeiger gehen: Blendet sie aus! Als Beispiel habe ich hier den Deutschen Webvideopreis ausgewählt (den ich natürlich nicht verbergen will – war einfach das erste gesponserte Posting ;) )

Werbung bei Facebook ausblenden

 

Klickt also oben rechts einfach einmal auf den kleinen Pfeil und wählt “Alle Werbeanzeigen von … verbergen” und das war es dann auch schon. Klar – dafür seht ihr dann bei nächster Gelegenheit ein anderes gesponsertes Posting, aber auch hier lernt der Algorithmus anhand eures Verhaltens mehr über euch und kann passendere Angebote anzeigen.

 

Interaktion: Liken, Sharen, Kommentieren

Wenn wir schon dabei sind, wie der Algorithmus das aufnimmt, was wir bei Facebook so treiben: Interagiert einfach bei den Themen, die euch ansprechen. Das bedeutet, dass ihr euch einschaltet, wenn jemand was Interessantes oder Witziges zum Besten gibt. Teilt das lustige Video, kommentiert bei einem Link zum Magazin, welches ihr auch gerne lest und hinterlasst einen Daumen nach oben bei Themen, die für euch spannend sind. Auf diese Weise erkennt der Algorithmus besser, was für euch relevant ist und auch das trägt dazu bei, dass ihr einen attraktiveren Newsfeed erhaltet.

 

“Neueste Nachrichten” auswählen

Facebook: Newsfeed Option Hauptmeldung vs Neueste Meldungen

Diesen Punkt schreibe ich zähneknirschend, ihr erinnert euch ja sicher an meine Aussage weiter oben. Nichtsdestotrotz für alle, die das nicht auf dem Schirm haben: Man kann den Feed umstellen zwischen Hauptnachrichten und den neuesten Nachrichten. Während ihr bei letzteren chronologisch sortiert die Beiträge serviert bekommt, sollen die Hauptnachrichten das vermeintlich Relevanteste abbilden. Das klappt bei mir eher schlecht als recht, weshalb ich als Ansicht stets die neuesten Nachrichten wähle.

Wäre daher schön von Dir, wenn du meine Einstellung einfach so belassen könntest und nicht immer zu den Hauptnachrichten zurückkehrst, Facebook!!

 

Spiele-Anfragen blockieren

Wenn wir schon im Rage-Modus sind, ist es kein großer Schritt mehr bis zu den Spiele-Anfragen. Mich regen mittlerweile mehr die Leute auf, die stets Postings veröffentlichen, dass sie von derlei Anfragen verschont bleiben wollen. Das ist in etwa so, als würde ich meinen Nachbarn ständig erzählen, dass ich keine Werbung im Briefkasten haben will. Der Briefträger bekommt es nicht mit und pfeffert sie mir dennoch in den Briefkasten, weil er zufällig eben nicht dabei war, als ich den Rest der Straße über meine Einstellung zu Werbung informierte.

Dennoch kann ich natürlich nachvollziehen, dass es nervt, wenn gerade beliebte Spiele immer wieder auftauchen und Menschen um Mitspieler oder irgendwelche Goodies betteln. Das könnt ihr einfach unterbinden, indem ihr bei einer entsprechenden Benachrichtigung direkt reagiert und dort anklickt, dass ihr keine weiteren Benachrichtigungen wollt. Alternativ könnt ihr selbst die Spiele aufrufen: In der linken Leiste im Newsfeed seht ihr das Menü Apps und könnt dort direkt den Punkt “Spiele” aufrufen.

Dort könnt ihr den Reiter “Aktivitäten” anklicken und findet dann die Auswahlmöglichkeiten Einladungen und Anfragen:

Screenshot: Spieleanfragen bei Facebook deaktivieren

Dort habt ihr nun mehrere Optionen: Einmal könnt ihr einfach auf “ignorieren” klicken, um euch der Anfragen zu entledigen, oder ihr schiebt der App endgültig einen Riegel vor. Dabei könnt ihr euch dann überlegen, ob ihr nur diese App blockieren wollt oder generell alle Anfragen der betreffenden Person.

Facebook-Einstellungen: App blockieren
Alternativ könnt ihr auch pauschal alle Apps deaktivieren, was aber weiterreichende Folgen hat als nur nicht mehr auftauchende Spiele-Anfragen. Über die App-Einstellungen könnt ihr dazu “Apps, Webseiten und Plugins” aufrufen und dort dann die Plattform mit all seinen Folgen ausschalten.

Facebook-Hinweis zum Plattform ausschalten

 

Generell Inhalte ausblenden

Was für Spiele-Anfragen gilt, passt natürlich auch für alles andere, was euch im Newsfeed auf den Senkel geht: Spruchbilder nerven mich beispielsweise besonders und wenn ich die Dinger sehe, mach ich direkt kurzen Prozess: Über das Menü, welches ihr bei jedem Beitrag rechts aufrufen könnt, bekommt ihr stets angeboten, “Ich möchte das nicht mehr sehen” auszuwählen, alternativ dazu könnt ihr dort auch das Abo der Person kündigen oder gegebenenfalls eine ganze Seite pauschal ausblenden. Klickt ihr auf “Ich möchte das nicht mehr sehen”, wird Facebook euch stets weniger dieser Inhalte um die Ohren hauen, egal ob es nun Memes, Hundefotos oder sonstwas sind.

 

Schreibt über die Themen, die euch interessieren

Auch diesen Tipp verdanke ich Robert Scoble: Postet einfach ein paar – er spricht von fünf Beiträgen – Sachen hintereinander zu einem Thema, welches euch persönlich interessiert. Automatisch werden zu diesem Themengebiet dann auch passende Postings in euren Newsfeed gespült.

 

Enge Freunde oder Bekannte

Wieder ein Rat von Robert, zu dem ich euch noch nicht sagen kann, wie gut er funktioniert, den ich aber ab sofort beherzige: Teilt alle Leute in “Enge Freunde” oder “Bekannte” ein. Er schwört drauf und sagt, dass das noch jeden Newsfeed signifikant verbessert hat. Bei jedem Posting könnt ihr zudem die Option “Freunde ohne Bekannte” auswählen und somit bleiben diese Kontakte pauschal außen vor.

Facebook-Einstellung: Freunde ohne Bekannte

 

 

Schlussbemerkungen

Das da oben sind die Schritte, die ich persönlich unternommen habe, damit ich mehr Spaß an meinem Facebook-Newsfeed habe bzw. die Schritte, die ich aktuell angehe. Es gibt natürlich noch eine Menge mehr, was man tun kann, um seine persönliche FB-Experience zu verbessern und nochmals verweise ich dazu auch auf das Facebook-Posting von Robert Scoble.

Er geht dort auch nicht nur darauf ein, was ihm persönlich nutzt, sondern fordert beispielsweise auch dazu auf, hin und wieder mal die Event-Einladungen durchzugehen. Dort könnt ihr durch ab- bzw. zusagen nicht nur dafür sorgen, dass ihr bestimmte Veranstaltungen besser im Auge behaltet, sondern pusht zudem auch noch die Party oder das Konzert, wo ihr euch blicken lassen wollt, indem ihr für mehr Sichtbarkeit sorgt.

Was die Privatsphäre angeht: Wenn ich euch oben auffordere, weniger privat zu agieren, dann hat das natürlich mit euren Beiträgen zu tun, die ihr – wann immer möglich – öffentlich posten sollt. Es hat hingegen sicher nichts damit zu tun, dass ihr die Sicherheit vernachlässigen sollt! Aktiviert demnach in den Sicherheitseinstellungen so viel wie möglich, wechselt öfters mal das Passwort etc. – die Dinge eben, die auch an anderen Orten im Netz unerlässlich sind.

Wenn man all das berücksichtigt, dann kann man auf Facebook – egal, wie viel geschimpft wird und wie oft es totgesagt wird – immer wieder sehr viel Spaß haben, sehr viele Menschen kennen lernen und ja: Auch sehr viel Zeit verbrennen ;)

PS: Ach ja – einen hab ich noch als Rausschmeißer: Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr mit mir oder wem auch immer auf Facebook befreundet sein wollt, gebt uns eine Chance, dass man auch erkennen kann, von wem die Anfrage kommt – wenn man ein Profilbild, den Job, ein paar Interessen und Postings erkennen kann, macht es die Sache nämlich deutlich leichter :)