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First Look: Pokémon Go-Nachfolger Wizards Unite angespielt

Seit dem Wochenende kann auch in Deutschland Niantics "Harry Potter"-AR-Spiel "Wizards Unite" gespielt werden. Wir haben es angezockt, haben erste Tipps und eine erste Einschätzung für euch.

von Carsten Drees am 24. Juni 2019

Es ist wieder soweit: Die Powerbank-Dichte in deutschen Innenstädten nimmt wieder zu, Leute, die in Smartphones starren, bevölkern die Straßen und nicken sich hin und wieder untereinander wissend zu. Ja, Niantic hat nach Pokémon Go ein neues heißes Eisen im Feuer und auch das kommt wieder mit einer bärenstarken Lizenz daher. Wir haben schon mehrfach drüber berichtet: Wizards Unite heißt der Spaß und orientiert sich beim Gameplay natürlich sehr deutlich am Pokémon-Vorgänger.

Auch ich habe mich hier und da schon wieder unter Leute gewagt, die ersten Level durchgespielt und ja — ich bin direkt auch wieder ein wenig angefixt. Nicole spielt ebenfalls und wir werden euch hier noch auf dem Laufenden halten. Später in der Woche werden wir euch Tipps und Tricks geben und auch ein Game-Review liegt noch an.

Erst einmal gibt es heute aber unseren “First Look”, in welchem wir euch etwas zum Spielprinzip erzählen, erste Screenshots um die Ohren hauen und auch schon den ein oder anderen Tipp bereithalten.

Wie ihr im Bild seht, hab ich mich auch gleich mal rausgeputzt mit stilechter Harry-Potter-Brille, Gryffindor-Schal und passender Kopfbedeckung, aber der Reihe nach. Zunächst einmal installiert ihr euch das kostenlose Spiel (es gibt natürlich zahlreiche Items, die ihr im Game kaufen könnt) auf eurem iPhone oder Android-Device und könnt euch dann per Google- oder Facebook-Account anmelden. Dann braucht ihr noch einen Nickname (welcher Sack hat mir eigentlich “Casi” und “Casi101” weggeschnappt?) und dann kann es im Grunde schon losgehen.

Ich erspare euch jetzt mal die Vorgeschichte und zu viele Details (gegebenenfalls bis zur Review ^^) und fasse das, was es an Story zu wissen gibt, in einer kurzen Formel zusammen: Unzählige Zauber-Relikte – Wesen, Zauberschüler, Gegenstände, diesdas — wurden beim großen Desaster über die ganze Welt verteilt und jetzt ist jeder Zauberer gefragt, um mitzuhelfen, dass die Muggel diese Zauber-Gegenstände nicht zu Gesicht bekommen. Diese Gegenstände haben Spuren hinterlassen, die ihr auf eurer Karte in Form von bunten Schildern seht.

Damit ist der Rahmen fürs Spiel schon grob abgesteckt, vor allem dann, wenn man schon Pokémon Go gespielt hat. Statt Pokémon sucht ihr nun also diese Dinge aus der Zauberei-Welt, die allesamt von euch nicht nur eingesammelt, sondern befreit werden müssen. Manchmal sind sie gefesselt oder eingefroren, oft auch von irgendwelchen Monstern bewacht. Die Wächter werden “Fundwächter” genannt und müssen von euch überwältigt werden.

Statt mit Poké-Bällen zu werfen, müsst ihr dieses Mal mit eurem Zauberstab hantieren. Aber keine Angst: Ihr müsst nicht wild mit dem Smartphone herumschwenken oder unzählige Zaubersprüche lernen. Stattdessen wird euch der richtige Zauber vorgegeben, die Potterheads allesamt natürlich noch aus den Büchern und Filmen kennen. Ihr seht dazu dann auch jeweils eingeblendet, welche Geste ihr vollführen müsst, damit der Zauber eingesetzt wird. Ihr zeichnet also mit dem Finger lediglich die vorgegebene Linie nach und werdet dann je nach Genauigkeit mit “brauchbar”, “gut”, “großartig” oder bestenfalls “meisterhaft” bewertet.

Nach meinen ersten Versuchen erkenne ich dabei übrigens die Unterschiede noch nicht wirklich. Oft genug wird meinem Zauber mehrfach widerstanden, obwohl ich mehrere Male “großartige” Zauber hingelegt habe, manchmal reicht schon ein “brauchbar” bei der exakt selben Kreatur. Sei es drum — zumindest wisst ihr, wie ihr die Fundstücke befreien könnt. Gelingt das, werden sie übrigens automatisch an ihren Ursprungsort zurückgeschickt.

Für euch gibt es natürlich XP und zudem hat sich Niantic sowas wie ein virtuelles Bilderalbum ausgedacht: In eurem “Reisekoffer” (auch den beschreibe ich euch im Review ausführlich), befindet sich dazu ein Register. Dort werden die Bilder der von euch befreiten Gegenstände, Kreaturen und Personen quasi eingeklebt. Habt ihr dort ganze Kollektionen gesammelt, gibt es wieder Experience Points und allerlei anderen magischen Krempel, den ihr einsacken könnt.

Ihr bewegt euch — auch das kennt ihr von Pokémon Go — natürlich wieder auf einer Karte, die auf eurer tatsächlichen Stadt basiert. Es gibt auf den Straßen u.a. auch Pflanzen und andere Zutaten einzusammeln, mit denen ihr euch verschiedene Tränke brauen könnt. Wie so oft bei solchen Spielen ist es auch bei Wizards Unite wieder ärgerlich, dass ihr nicht unendlich viele Gegenstände mit euch herumschleppen könnt. Ruck zuck ist euer Koffer knüppelvoll und dann könnt ihr euch überlegen, ob ihr die Goodies am Wegesrand liegen lasst, oder ob ihr ein paar Sachen aus dem Koffer opfert und rauswerft. Schaut ihr in euer Inventar könnt ihr unter “Verwalten” dafür sorgen, dass einige Zutaten wieder entsorgt werden, damit ihr wieder Platz habt.

Alternativ kann man natürlich auch Goldmünzen investieren, die es ebenfalls hier und da als Belohnung gibt. Mangelt es an Goldmünzen, könnt ihr auch mit Euro-Investitionen dafür sorgen, dass das Goldmünzen-Konto aufgefüllt wird. Wollt ihr reales Geld einsetzen, tut ihr das, indem ihr oben rechts das entsprechende Symbol anklickt (das Dritte von oben) und stilecht in der “Winkelgasse” landet.

Meine aktuelle Strategie lautet übrigens: Kein echtes Geld investieren und laut fluchen, wenn wieder mal kein Platz für irgendwas ist. Was sehen wir noch, wenn wir herumrennen? Anstatt Poké-Stops gibt es dieses Mal Gasthäuser. Tretet ihr dort ein, könnt ihr drei oder mehr Energie-Blitze einkassieren, die ihr benötigt, damit ihr Zauber ausführen könnt. Nach so einem Besuch zählt der Countdown fünf Minuten runter, bis ihr wieder dort vorbeischauen und abkassieren könnt.

Ab Level 6 beginnt der Ernst des Lebens – Ihr braucht einen Job

Wenn ihr Level 6 erreicht habt, könnt ihr endlich einen Beruf erlernen. Das erinnert an übliche Adventure-Spiele, wo es immer den Kameraden gibt ,der mehr draufhauen will und den, der mehr im Hintergrund wirkt und mit Zauberei und Tränken der Truppe hilft. Hier könnt ihr wählen zwischen Auror, Professor und Magizoologe. So viel schon mal vorab: Der “Haudrauf”-Kollege ist in diesem Fall der Auror. Das ist insofern spannend, weil ein Auror besser angreift als er verteidigt. Spielt ihr also alleine, bietet es sich an, Auror zu werden.

Ihr könnt allerdings eh jederzeit die Jobs wechseln. Allerdings gibt es auch pro Beruf einen Sill-Baum mit verschiedenen Fertigkeiten, die ihr erlernen könnt. Wechselt ihr den Beruf, fangt ihr bei diesen Skills also wieder bei Null an.

Weiter gibt es auch noch Gewächshäuser, in denen es statt Energie Pflanzen abzusahnen gibt, auch hier könnt ihr alle fünf Minuten wieder reinschneien. Gekämpft wird auch bei Harry Potter und dazu gibt es überall in der Stadt verstreut an markanten Punkten sogenannte Festungen. Der nächste dieser “markanten” Punkte von meiner Wohnung aus gesehen ist übrigens ein Kinderspielplatz in einer Wohnsiedlung, wenige Meter weiter im Westpark ist ebenfalls so eine Festung an einem Kinderspielplatz untergebracht worden.

Ich weiß ja nicht, wie man das bei Niantic so denkt bzw. ob die sich überlegt haben, dass auch Erwachsene dieses Spiel zocken. Jedenfalls steht hier in der Dortmunder Innenstadt jetzt ein dicker Glatzkopf beunruhigend lange neben Kinderspielplätzen herum — ich warte noch darauf, dass ich von wütenden jungen Müttern mit Schäufelchen verprügelt oder von der Polizei mit der Acht auf dem Rücken abgeführt werde. Hier wäre es vielleicht pfiffiger gewesen, auf Brücken, Kirchen etc als Hot Spots auszuweichen, oder wie seht ihr das?

Aber wenn wir schon über die Festungen sprechen: Hier geht es wieder ans Eingemachte, hier könnt ihr euch duellieren. Ihr setzt dazu Runensteine ein und das Duell selbst läuft wieder so ähnlich ab wie beim Einfangen der magischen Gegenstände. Soll heißen, ihr bekommt wieder einen Zauber vorgegeben, den ihr nachzeichnen müsst. Okay, einen kleinen Unterschied gibt es: Vorher gibt es noch eine Zielübung — ihr müsst mit dem Zauberstab lange genug richtig auf einen Punkt zielen, bis dieser Punkt einmal komplett umrandet wurde und dann könnt ihr wieder eine Zaubergeste ausführen. Danach ist dann euer Gegenüber dran, ihr könnt seine Angriffe mit einem “Protego”-Zauber abwehren bzw. dämpfen, was mit einer einfachen Geste bewerkstelligt werden kann.

Im Bild seht ihr eine Markierung, auf die ihr mit eurem Zauberstab zielen müsst.

Kommen wir wieder zurück zu dem, was man auf der Straße so findet: Hier stolpert ihr nämlich auch noch über sogenannte “Portschatullen”. Auch die könnt ihr sammeln und die transportieren euch an ferne Orte. Ihr öffnet die Schatulle mit passenden Schlüsseln. Einen goldenen Schlüssel habt ihr in eurem Inventar und den könnt ihr immer wieder verwenden. Dann gibt es noch silberne Schlüssel, die nur einmal nutzbar sind, die ihr aber als Belohnungen erhaltet. Beim Port handelt es sich um das Äquivalent zu den Eiern bei Pokémon Go. Das bedeutet, ihr müsst eine gewisse Kilometerzahl zurücklegen — 2, 5 oder 10 km — damit die Schatulle geöffnet wird und ihr so einen Ort betreten könnt.

Hier wird übrigens gewarnt, dass ihr euch an einem sicheren Ort befinden sollt. Das geschieht zurecht, denn dieser Ort wird per Augmented Reality auf eurem Smartphone angezeigt. Da verliert man also schon mal die reale Welt aus dem Auge. In diesem AR-Zimmerchen müsst ihr übrigens fünf Schlickschlupfen einsammeln, um ebenfalls wieder Prämien und XP abzukassieren. Ich latsche meistens draußen rum und lass die fertigen Portschatullen zu, bis ich wieder in den eigenen vier Wänden bin.

Ach, eine Geschichte hätte ich jetzt fast vergessen: Tränke könnt ihr auch brauen und dazu hat man sich bei Niantic wieder eine etwas andere Vorgehensweise ausgedacht: Grundsätzlich könnt ihr die passenden Zutaten automatisch in einen Kessel feuern, gebraut wird dann automatisch (zwei Stunden oder länger). Aber ihr könnt die Wartezeit um 15 Prozent verkürzen, indem ihr wieder ein paar Gesten vollführt. Wenn ihr im Uhrzeigersinn rührt, ein paar mal auf den Kessel tippt oder das Smartphone schüttelt — all das kann einen Effekt haben, mit dem ihr es bei einem jeweiligen Trank zur “Meisterschaft” bringen könnt. Konkret müsst ihr dann drei Mal oder öfter direkt die richtige Reihenfolge einhalten, was die Gesten angeht. Ich hoffe, das nächste Bild erklärt es:

Im Uhrzeigersinn rühren, Pinch, Wisch nach rechts, Wisch nach rechts, rauszoomen und zum Schluss Smartphone schütteln

In unseren weiterführenden Artikeln werden wir euch dann auch zeigen, wie alle Tränke beschleunigt werden können. Damit soll es das jetzt aber auch erst einmal gewesen sein mit meinem First Look, okay — ein Fazit fehlt noch:

Fazit: Wizards Unite angespielt

Ich muss vorausschicken, dass ich schon ewig lange nicht mehr Pokémon Go gespielt habe und erst vor wenigen Tagen gesehen hab, dass der Spielumfang auch dort gewachsen ist. Bei Wizards Unite habt ihr von Anfang an jetzt schon massig verschiedene Spielinhalte, die die Gamer bei der Stange halten sollen.

Technisch muss ich sagen, dass es deutlich stabiler losging, als das noch bei Pokémon der Fall war. Das Spiel stürzt ganz selten mal ab und bislang hatte ich auch keine Probleme, mich einzuloggen. Was mir jedoch aufgefallen ist: Am Wochenende hat es teilweise sehr lange gedauert, bis ich nach dem Tippen auf eine Spur bzw. auf ein Schild dann im jeweiligen Szenario landete. Heute ging das schon deutlich flotter, bis ich in ein Duell starten oder einen Gegenstand befreien konnte.

Übrigens empfiehlt sich auch hier wieder, die AR-Ansicht zu deaktivieren. Das Spiel läuft dann flotter und auch euer Akku freut sich darüber. Ansonsten gibt es technisch nicht viel zu bemäkeln. Alles läuft wirklich stabil, die Kreaturen sind sehr schön gestaltet, die Zauberei wurde klasse animiert und in Szene gesetzt.

Wer sich im Potter-Universum auskennt, wird das Spiel sowieso lieben. Ihr bekommt haufenweise Tipps und Hinweise, die ihr oftmals direkt von Harry oder Hermine erhaltet. Ganz viele bekannte Gesichter wie die Weasleys, Luna oder Hagrid tauchen auf und man merkt Niantic an, dass man sich sehr viel Mühe gemacht hat, den Harry-Potter-Zauber möglichst gut einzufangen. Unterstützt wird das alles von der Originalmusik, die im Spiel zum Einsatz kommt. Wenn ich mit Kopfhörern durch den nächtlichen Wald marschiere und bei meiner Jagd nach Items aus der Zauberwelt dann diese Kult-Musik höre, komme ich mir tatsächlich vor, als wäre ich in einer Zauberwelt unterwegs, in der nur ein paar Muggel-Idioten nerven.

Die Idee mit dem virtuellen Panini-Album für Gegenstände und Personen aus dem Potter-Universum finde ich einerseits ganz gut, andererseits wird man gerade anfangs davon erschlagen, was man sich alles anschauen kann. Es gibt unzählige Kollektionen, ansonsten kann man in diesem Spiel Tränke brauen, hat verschiedene Kategorien Zutaten, muss sich einen von drei Jobs suchen und und und.

Es ist also jede Menge Zeug, welches ihr anfangs im Auge behalten könnt bzw. müsst. Dazu gibt es noch viele Aufgaben, die es zu erfüllen gibt. Die sorgen dafür, dass die Langzeitmotivation höher sein dürfte, zumindest geht es mir so. Wir werden wie angekündigt nochmal detailliert auf einzelne Funktionen eingehen und auch Tipps für euch sammeln, aber gebt mir noch ein paar Tage Zeit dafür — ich muss nämlich erst mal raus in die Muggel-Welt und dafür sorgen, dass ich einen höheren Level erreiche, bevor wir im Spiel Freunde werden.

Ach so, siehste: Ja, man kann sich online miteinander befreunden. Falls ihr das tun wollt, könnt ihr einen entsprechenden Code posten oder weitergeben — oder ihr tippt einfach unseren Code ein und fragt uns als Freunde an:

  • Casi: 1076 0453 0133
  • Nicole: 2219 1864 1111
  • Jan: 8922 7512 7837