Flipped Classroom in der Praxis: Podcast 180grad-flip

Flipped Classroom - die deutsche Übersetzung "Umgedrehter Unterricht" klingt seltsam - ist bereits seit Jahren in der Diskussion. Spätestens seit dem Vormarsch von E-Learning-Systemen wird die Stoffvermittlung via Videos, Lern-Modulen und anderen Materialien aktiv diskutiert.

Doch wie so oft wird Flipped Classroom inzwischen auch als Label mit Werbewirkung genutzt, fachlich und methodisch jedoch nicht immer ernstgenommen. Der flächendeckende Einsatz von Flipped Classroom Projekten lässt auf sich warten. Nicht zuletzt, weil sich Lehrer mit diesem Ansatz teilweise schwer tun.

Daher bleiben oft nur Projekte motivierter Lehrkräfte, die aus Eigeninitiative den umgedrehten Unterricht umsetzen und sich einarbeiten. Eines dieser Projekte ist 180grad-flip, in dem Sebastian Stoll seinen Mathematikunterricht via Flipped Classroom aufbereitet.

180grad-flip: Flipped Classroom in der Praxis

Zwei Fragen haben mich vor dem Podcast vor allem beschäftigt.

 

  • Wie kommt Flipped Classroom bei den Schülern an?
  • Wie reagieren Lehrer und Eltern auf das Projekt?

 

 

Die Antwort auf Frage eins fällt eindeutig aus: Sehr gut. Sebastians Schüler kommen mit der Auslagerung der Wissensvermittlung aus dem Unterricht sehr gut zurecht. Sebastian und seine Schüler sind, das wird im Podcast klar, vor allem davon begeistert, dass sie im Unterricht mehr Zeit haben, um Fragen zu bearbeiten und sich Problemlösungen zu widmen.

Bei der zweiten Frage war ich gespannt. Ich persönliche schätze des Projekt von Sebastian zwar sehr, weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass solche Projekte in Schulen und von Lehrer oft skeptisch gesehen werden.

Sebastian hat jedoch eine Schulleitung – und Lehrer – die neuen Methoden aufgeschlossen gegenüber stehen. Im Podcast macht er deutlich, dass er keinerlei Probleme mit seiner Schulleitung oder den Eltern hatte und hat. Das liegt aus meiner Sicht auch an der hervorragende Aufbereitung des Stoffes. Sebastian hat wirklich viel Zeit und didaktische Arbeit in die Erstellung seiner Videos und Begleitmaterialien investiert.

Flipped Classroom verbreiten: Warum 180grad-flip öffentlich ist

Begonnen hat 180grad-flip als Flipped Classroom Projekt für Sebastians Schüler. Die Videos waren zunächst auf Vimeo mit Passwortschutz erreichbar, nur seine Klassen hatten Zugriff. Doch nach und nach hat sich das geändert.

Zwar waren Sebastians Schüler über die Veröffentlichung zunächst irritiert. Doch als Sebastian erklärte, dass auch andere Schüler und Lehrer davon profitieren sollen, war das okay.

Der Ansatz funktioniert. Immer wieder hält Sebastian Workshops zu seinem Projekt und zeigt Lehrern und Lehrerinnen, wie sie Flipped CLassroom selbst einsetzen können. Dabei hilft sicherlich, dass er seine Videos kommplett mit Power Point erstellt und dadurch die Einstiegshürde enorm senkt.

Meine Empfehlung für (angehende) Lehrer und Lehrerinnen: Werft einen Blicks ins Video oder hört euch den Podcast an und schaut auf 180grad-flip.de vorbei. Prüft, ob Flipped Classroom auch für euch funktionieren kann. Und wenn ihr Fragen habt, schreibt sie in die Kommentare. Ich sage Sebastian gerne Bescheid.