Food Ink – das erste 3D-Drucker-Restaurant der Welt

In London hat für ein Event das erste 3D-Drucker-Restaurant in Form eines Pop Up Stores eröffnet. Von den Möbeln über Besteck bis zu den Speisen stammte dort alles aus 3D-Druckern.
von Nicole am 8. August 2016

Das erste 3D-Drucker-Restaurant hat kürzlich in London sein Debüt gegeben und das bedeutet nicht etwa nur, dass dort das Essen aus dem 3D-Drucker kommt: Dasselbe gilt nämlich auch für das Besteck, die Teller und ja – sogar auch für die Stühle bei diesem Event.

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Food Ink hat sich neulich für drei Tage im Londoner Stadtteil Shoreditch niedergelassen, um dort in seinem Restaurant die Vielseitigkeit des 3D-Drucks vorzuführen. Besucher konnten sich tagsüber über die Technologie informieren lassen, sahen 3D-Drucker im Einsatz und wer wollte, konnte auch Snacks aus dem 3D-Drucker probieren. Abends dann wurde aus dem Pop Up Store ein Restaurant, in welchem gleichzeitig 10 Neun-Gänge-Menüs für jeweils knapp 300 Euro serviert wurden – sieben davon stammten ebenfalls aus dem 3D-Drucker. Das Essen wurde live vor den Augen der Gäste zubereitet, während diese sowohl über die einzelnen Gänge als auch über diese neue kulinarische Technologie informiert wurden.

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Das holländische Start-Up ByFlow ist für die Maschinen zuständig, die das Essen ausdrucken, von BCN3D Technologies aus Barcelona hingegen stammen die Drucker, die das Besteck fertigen, wobei besonders auf klare Linien und glatte Oberflächen Wert gelegt wurde. Hocker, Tischbeine und weitere Möbel wurden vom französischen Architekten Arthur Mamou-Mani kreiert, der dafür die Grasshopper-3D-Software nutzte sowie Delta Tower 3D-Drucker.

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Joel Castanye und Mateu Blanch, Chefköche im katalanischen Restaurant La Boscana, waren in diesem 3D-Drucker-Restaurant verantwortlich für die Menüs, die in diesen drei Tagen serviert wurden und dachten sich für ihre Kreationen zudem schräge Namen wie „Tetris Tapas“ oder „Cosmic Delight“ aus.

Vor allem legten die beiden Köche Wert darauf, dass es lecker schmeckt – unabhängig davon, ob das Essen nun aus dem 3D-Drucker kam oder nicht. Beiden war wichtig, dass der Geschmack beim 3D-Essen sowohl vom Gemüse als auch den Früchten aus der Region Katalanien erhalten bleibt.

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Die beiden experimentieren schon ein wenig länger mit Menüs aus dem 3D-Drucker: Nach ersten Versuchen mit Schokolade probierten sie es dann beispielsweise mit Hummus, was sich aufgrund seiner Beschaffenheit besonders für den 3D-Druck anbot. Die Köche bieten sogar Kurse an, in denen die Gäste eine VR-Brille tragen, womit den Speisen noch eine visuelle Komponente hinzugefügt wird. Einige dieser Kurse werden durch Aromen abgerundet, die in die Luft gesprüht werden und dafür sorgen sollen, dass die Gäste tatsächlich eine möglichst perfekte Restaurant-Experience geboten bekommen. Beim Event in London durften wir auch – im wahrsten Sinne des Wortes – in diese Aromen hereinschnuppern.

An Standorten von Dubai bis Singapur hat Food Ink bereits Gespräche geführt um die Möglichkeit permanenter Restaurants mit dieser 3D-Küche auszuloten. Antony Dobrzensky, Mitgründer von Food Ink, hofft sogar darauf, einmal eine Kette in der Art wie das Hard Rock Café etablieren zu können, die sich komplett der Küche aus dem 3D-Drucker verschreibt.

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Auch, wenn die 3D-Druck-Technologie sich gerade rasant entwickelt, dürfte es noch eine Weile dauern, bis tatsächlich so eine Kette an den Start geschickt wird. Auch, wenn die Entwickler Fortschritte machen, ist aktuell der 3D-Druck sowohl zu teuer für Restaurant-Besucher mit eher mittelgroßem Geldbeutel als auch viel zu langsam, um einen normalen Restaurant-Betrieb zu gewährleisten.

Der nächste Schritt werden zunächst weitere Events sein, die in ähnlichen Pop Up Stores wie in London stattfinden werden (auch Berlin soll ein solches Event erhalten und einige weitere Metropolen weltweit). Als nächstes dann – und da setzt Food Ink dann darauf, dass sich die entsprechenden Technologien verbessern – wird angestrebt, solche Pop-Up-Events dann auch für Normalsterbliche anzubieten, sprich: Für Menschen mit etwas kleinerem Budget, die nicht 300 Euro für ein Menü ausgeben wollen.