#MotivationalMonday
Forest: Dieser virtuelle Wald heilt eure Smartphone-Sucht

Lasst ihr euch auch zu leicht durch euer Smartphone ablenken? Dann könnte die App Forest was für euch sein, die für iOS und Android erhältlich ist.

Es ist wieder einmal Montag. Nach einem chilligen Wochenende versuche ich wie jeden Montag, wieder möglichst flott in meinen Arbeits-Flow zu finden und gerade das Arbeiten im Home-Office legt einem da manches mal mächtige Steine in den Weg. Einer der größten Brocken ist dabei dummerweise nicht an einen Ort gebunden, sondern folgt uns auf Schritt und Tritt: Ja, ich meine das Smartphone.

Während ich hier tippe, liegt mein Smartphone ständig neben mir und da man sich ja auch so gerne von der Arbeit ablenken lässt, stürze ich mich auch immer wieder gierig drauf, wenn ich eine neue WhatsApp-Nachricht bekomme, Facebook was Neues parat hält oder auch per Push die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt den Weg auf mein Smartphone finden.

Selbst der kurze Blick auf eine schnell als wenig interessant entlarvte Facebook-Meldung kostet mich dabei nicht nur die Zeit, die ich zum Lesen benötige, sondern bringt mich auch bei meiner Konzentration erst einmal ein wenig aus dem Tritt. Also setzt man wieder neu an, muss sich neu fokussieren, evtl. einen Absatz noch einmal lesen usw.

Wenn ihr glaubt, dass euch das auch viel zu häufig passiert, dass ihr ohne Not von eher unwichtigen Ereignissen auf dem Smartphone aus der Konzentration gerissen werdet, dann solltet ihr vielleicht ebenso wie ich einen Blick auf die App Forest werfen. Die stammt aus Taiwan, ist sowohl für iOS und Android sowie als Chrome-Erweiterung verfügbar, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde millionenfach auf Smartphones installiert in dieser Zeit.

Was tut diese App, um euch vom eifrigen Smartphone-Gebrauch abzuhalten? Einfach gesagt lässt sie euch einen virtuellen Baum pflanzen! Das Prinzip der App ist schnell erklärt: Ihr gebt eine Zeit zwischen 10 und 120 Minuten vor, die ihr konzentriert ohne Störung durchs Smartphone verbringen wollt. Das gilt natürlich nicht nur für die Zeit, die ihr arbeitet, sondern passt selbstverständlich ebenso gut, wenn ihr mit Freunden oder der Familie unterwegs seid und sicherstellen wollt, dass ihr nicht zu oft so unhöflich seid, ständig aufs Smartphone zu schauen.

Wenn ihr jetzt also beispielsweise 60 Minuten ausgewählt habt, beginnt euer zartes Pflänzchen zu wachsen und ein Countdown zählt die eingestellte Zeit herunter. Ab diesem Zeitpunkt muss die App aktiv sein, damit aus der Pflanze ein ausgewachsener Baum wird. Dabei ist es egal, ob das Smartphone entsperrt ist oder nicht.

Habt ihr jedoch Hummeln im Hintern und schaut trotzdem mal bei WhatsApp vorbei oder zockt flott ein Spielchen, klopft euch die App direkt auf die Finger. Das sieht so aus, dass ihr eine Benachrichtigung bekommt, dass ihr zur Forest-App zurückkehren sollt, andernfalls stirbt das Bäumchen. Die Anwendung spielt also ein kleines bisschen mit unserem Gewissen und hofft, dass wir eben unsere Pflanze nicht verrecken lassen wollen.

Richtig konsequent ist das leider nicht, denn es gibt eine Whitelist, auf der ihr bis zu drei Apps auswählen könnt, die nicht betroffen sind. Klar: Wenn ihr dafür sorgt, dass durch dieses Schlupfloch in der Tat nur wichtige Nachrichten dringen, erfüllt die Whitelist ihren Nutzen. Wenn ihr allerdings Facebook, euren Messenger und noch euer liebstes Game auf diese Liste packt, führt ihr die Idee ad absurdum.

Das ist aber meiner Meinung nach nicht entscheidend für Forest, denn schließlich belegt ihr ja bereits mit der Installation der App, dass ihr an euren Gewohnheiten arbeiten wollt, der gute Wille zur Besserung ist also eh grundsätzlich vorhanden. Auf verschiedenen Wegen möchte euch Forest dazu bringen, dass ihr tatsächlich durchhaltet: Aktiviert ihr euer Display, seht ihr nicht nur euren wachsenden Baum und die Restlaufzeit, sondern bekommt auch Sätze serviert, die euch zum Durchhalten motivieren sollen.

Manchmal ist das allerdings weniger Motivation und stattdessen mehr Ermahnung, aber das funktioniert ja auch, zumindest bei mir, habe ich festgestellt. Desweiteren gehört Gamification zum Konzept. Ihr könnt durch das Heranzüchten der virtuellen Pflanzen Spielmünzen erspielen, die ihr dann nutzen könnt, um beispielsweise neue Pflanzen freizuschalten. Auf einer Wiese seht ihr, was ihr an Blumen und Bäumen zustande gebracht habt und diese Information könnt ihr auch auf sozialen Netzwerken teilen.

Noch nicht genug Motivation? Dann hilft euch vielleicht die Vorstellung, was dazu beizusteuern, dass wirklich neue Bäume entstehen können. Habt ihr nämlich genügend Münzen er”spielt”, könnt ihr diese auch in echte Bäume investieren. Es werden verschiedene Projekte unterstützt und so könnt ihr mit eurem Durchhaltevermögen dafür sorgen, dass der Planet tatsächlich ein klitzekleines bisschen lebenswerter wird.

Wie ihr bei Trees for the Future nachlesen könnt, wurden auf diese Weise immerhin schon über 250.000 neue Bäume in Kenia, Senegal, Kamerun, Tansania oder Uganda gepflanzt, was auch für sich betrachtet schon mal eine sehr gute Sache ist — komplett unabhängig davon, ob ihr durch die App nun produktiver geworden seid oder nicht.

Was müsst ihr noch wissen über die App? Ihr könnt eure erspielten Münzen auch dazu einsetzen, einen toten Baum zu entfernen, außerdem gibt es einen Feed, der eure Baumpflanz-History anzeigt. Während die iOS-Version von vornherein knapp zwei US-Dollar kostet, gibt es die Anwendung bei Android in einer kostenlosen Ausführung, die euch dann allerdings Werbung anzeigt.

Alternativ könnt ihr für 2,19 Euro die Premium-Fassung von Forest freischalten, die euch von der Werbung befreit und zudem auch einige zusätzliche Features mitbringt. Echte Bäume wie oben beschrieben könnt ihr beispielsweise lediglich in der Premium-App pflanzen lassen. Die Premium-Features im Überblick:

  • Euer Forest wird in der Cloud auch über mehrere Geräte hinweg synchron gehalten
  • Ihr könnt in einer Rangliste sehen, wo eure Freunde stehen und zudem auch deren Wälder besuchen
  • Ein Erfolgssystem ermöglicht es euch, weitere Belohnungen freizuschalten
  • Ihr könnt in der Premium-Version eigene Tags erstellen, bearbeiten und löschen, um die eigene Produktivität besser im Blick zu haben
  • Ihr könnt durch gesammelte Münzen das Pflanzen von echten Bäumen veranlassen
  • Ihr könnt eure täglichen, wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Wälder betrachten.
  • Keine Werbung

 

Forest:Konzentriert Bleiben
Forest:Konzentriert Bleiben
Entwickler: forestapp.cc
Preis: Kostenlos+

Falls ihr durch Forest dazu beitragen könnt, das echte Bäume gepflanzt werden, sind diese einmaligen zwei Euro schon bestens angelegtes Geld. Wenn sich dann noch herausstellt, dass der eigentliche Zweck der App — euch produktiver und konzentrierter arbeiten zu lassen — auch noch erreicht wird, dann spätestens wird Forest zu einem echten Pflichtkauf.

Unnötig zu erwähnen, dass ihr natürlich aktiv die Idee verfolgen müsst, weniger von der Arbeit abgelenkt zu werden. Ich hab beispielsweise hier gleichzeitig zwei Smartphones im Einsatz, so dass es ein leichtes wäre zu cheaten und auf einem Smartphone zu daddeln, während auf dem zweiten virtuelle Wälder entstehen. Ihr müsst also schon ehrlich zu euch selbst sein, dann bin ich guter Dinge, dass man die Smartphone-Abhängigkeit mit diesem kleinen Helfer tatsächlich in den Griff bekommen kann.

Da ich gerade sehe, dass mein neuer Baum fertig ist, weil ich konzentriert eine Stunde lang gearbeitet habe, beende ich jetzt diesen Beitrag und nehme mir meine verdiente Pause — um ein bisschen Springfield zu zocken, danach kümmere ich mich um den nächsten Baum ;)