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Galileo: Eine ganze Woche mit 360°-Videos #VRWeek

Neben dem linearen Fernsehprogramm soll es in der App sowohl Aufnahmen des Studios als auch die einzelnen Beiträge in 360°-Videos zu bestaunen geben.

Eine Woche Galileo in 360° erleben – das plant Prosieben ab dem 18. Juli 2016. Hierbei wird es – weder für VR- Nutzer noch lineare Zuschauer im normalen TV – qualitative Abstriche geben. Die Beiträge wurden parallel gefilmt, und auch im Studio wird eine Rundum-Aufnahme realisiert.

Neben fünf neuen Außenreportern präsentierte Prosieben einigen Medienvertretern Neuerungen im Programmplan für Galileo. Konkret handelt es sich um 360°-Videos, die testweise in einer Woche parallel zum Live-Programm ausgestrahlt werden. Das ist das eine Abkehr von Satelliten- und Kabelfernsehen, hin ins Internet – wenn auch erst einmal parallel.

Vor Ort durften wir uns das sogenannte Eisenfeuerwerk aus China anschauen. Der rund 10 Minuten lange Beitrag führte von der Produktion des Eisens bis zum finalen Feuerwerk – im Prinzip handelte es sich um den letzten Beitrag zwischen 20:00 und 20:15 Uhr. Laut Informationsblatt ist auch noch geplant, in Japan die Erneuerung der Shinto-Schreine zu begleiten – hierbei ist eine „todesmutige Fahrt“ auf Baumstämmen von Abhängen geplant.

Die Galileo-App wird vor der „VRWeek“ noch einmal komplett überarbeitet, sodass diese in der Lage ist, 360°-Videos abzuspielen. Da die Anwendung noch nicht entsprechend angepasst wurde, konnte das Beispielvideo noch nicht richtig dargestellt werden. Stattdessen behalf man sich mit der Homido-App – einem kostenlosen Videoplayer für VR-Content. Auf dem iPhone 6s wurde das Video dann entsprechend gestartet und gleichzeitig angeschaut.

Erstaunte Gesicher, so weit das Auge reicht

Viele im Raum hatten anscheinend das erste Mal eine VR-Brille auf – kein Wunder also, dass eine gewisse Unsicherheit auftrat. Das Video war so produziert, dass keine großen Kopfbewegungen nötig waren, um das Hauptgeschehen verfolgen zu können. Trotzdem gab es einige Personen, die etwas Probleme mit der Schwerkraft bekamen und das Gleichgewicht ein wenig verloren. Gleichzeitig war das Erstaunen groß, wie viel echter und überzeugender ein solches Video im direkten Vergleich zum Fernseh-Beitrag ist.

Für die ganze Woche muss noch einiges an Material produziert werden – das ist nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell ein großer Faktor. Immerhin benötigt die Nachbearbeitung von 360°-Videos viel mehr Zeit und Rechenleistung. Eine 360°-Produktion kostet mindestens das Doppelte, meist jedoch das Drei- bis Vierfache eines normalen Einspielers.

Foto: Sandra Schink
Foto: Sandra Schink

Virtual Reality ist eine der wohl spannendsten Zukunftstechnologien überhaupt. Daniel Rosemann, Senderchef Prosieben

Wie sich das Experiment refinanzieren soll, weiß Prosieben selber noch nicht so genau. 360°-Werbung, Sponsorennennung (oder Schleichwerbung ;) )? All das muss sich in Zukunft zeigen. Erst einmal wird diese VR-Woche aus eigener Tasche bezahlt – je nach Erfolg soll dann weiter geplant werden. Galileo möchte am Ball bleiben und ist als recht informative Sendung dazu prädestiniert, ein wenig zu experimentieren. Bis die kritische Masse an Nutzern erreicht wird, dauert es auf jeden Falle aber noch länger.

1000 Cardboards in Verlosung freigegeben

Die Beiträge, die nachher per App Live an Zuschauer verteilt werden, sind monoskopische 360°-Aufnahmen – also gibt es keinen 3D-Effekt, das Umschauen klappt jedoch problemlos und das Beispielvideo war trotzem extrem immersiv. Zum Einsatz kommen als Filmrig 6 GoPro-Kameras, die im Kreis angeordnet sind. Der Himmel wird von einer weiteren GoPro abgedeckt. Mit GoPros ist der Workflow schon bekannt, und auch wenn die Branche derzeit noch viel experimentiert – derzeit gibt es mit 6-7 GoPros einfach die besten Bildergebnisse. Wirklich bedienerfreundlich sind so viele verschiedene Kameras nicht. Aber: Bei solchen Produktionen kommt es auf Qualität und nicht auf einfache Benutzbarkeit an.

Erstaunte Gesichter im ganzen Raum
Erstaunte Gesichter im ganzen Raum

Der einzige Nachteil, der beim Anschauen des Videos auffiel: Immer ist die „normale“ Kamera mit im Bild. Wenn bei der Aufzeichnung nicht richtig aufgepasst wird, könnte der Kameramann die Sicht zu dem gerade interessanten Objekt blockieren. Reine 360°-Produktionen sind hier schöner anzusehen – der Ansatz von Prosieben, beides exakt gleichzeitig laufen zu haben, macht dies aber unmöglich.

Um überhaupt Zuschauer zu aquirieren, die bisher nur von VR gehört haben, werden im Vorlauf zur Sendung insgesamt 1000 Cardboard-Brillen verlost. Hierbei handelt es sich um recht hochwertige Modelle, dessen Linsen qualitativ besser sind als die normaler China-Cardboards. Alle weiteren Zuschauer müssen sich selbst um ihre VR-Brillen kümmern.