Aus Google wird eine Tochter von Alphabet: Reaktionen im Netz

Alphabet - so heißt die neue Holding, innerhalb der Google nur eines von vielen Unternehmen darstellt. Wie Experten und Medien im Netz auf diese Überraschung reagieren, haben wir hier zusammengefasst.

Ziemlich aus dem Nichts kam die Nachricht gestern am späten Abend: Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin machen aus Google Alphabet oder besser gesagt: Stampfen mit Alphabet eine neue Holding aus dem Boden und Google wird fortan als 100-prozentige Tochter vom neuen CEO Sundar Pichai weitergeführt.

Kurz, nachdem Google mit dieser Meldung an die Öffentlichkeit gegangen war, reagierten Viele verunsichert: Verspäteter Aprilscherz oder ein Hack? Aber nichts davon war es – Google verändert die Unternehmensstruktur fundamental und nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, konnte man auch schon jede Menge Meinungen einfangen (lest hier unseren Kommentar zu Alphabet). Wir haben für euch mal ein paar interessante und relevante zusammengetragen:

Techradar.com

Bei Techradar erklärt man uns, dass Umstrukturierungen normalerweise öde sind. In diesem Fall sieht das aber anders aus, weil sich für das Unternehmen nun massig neues Potenzial ergibt, auch die Zweige jenseits von Android, YouTube und Co zu pushen:

Page and Sergey can take on more world-changing moonshots, and mature them to the level of Google and Android, now that the search engine and operating system are ready for other people to run. Matt Swider, Techradar

Caschys Blog

Auch Caschy hat sich auf Stadt-Bremerhaven.de selbstverständlich zu den Änderungen der Kalifornier geäußert. Innerhalb von Alphabet wird Google das größte Unternehmen sein und Caschy stellt heraus, dass nach wie vor die Google-Einnahmen darüber entscheiden, was man in die anderen Zweige investieren kann:

Fakt ist erst einmal: Google ist die größte Firma unter dem Dach Aphabet und sicherlich auch die Gans, die goldene Eier legt. Weiterer Erfolg / Finanzierung der Unterfirmen ist auch von Googles Erfolg abhängig. Carsten Knobloch, Stadt-Bremerhaven.de

The Next Web

Bei The Next Web zeigt sich Jackie Dove entspannt: Für uns als Gmail-, Maps-, YouTube- oder Search-Nutzer ändert sich erstmal überhaupt nichts. Allerdings klingt die Hoffnung durch, dass die anderen Bereiche – Städteentwicklung, Health – dadurch deutlich schneller deutlich größere Fortschritte machen können, die dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen:

If indeed this restructuring allows Alphabet to better concentrate on and fund these types of ambitious ventures, it could have even more impact at making the world a better and safer place for everyone. Jackie Dove

Jeff Jarvis

Klar, dass sich Internet-Urgestein Jeff Jarvis – Journalist und Autor des Buches „What would Google do?“ – auch zu Wort meldet. Auch er hält die Umstrukturierung für einen cleveren Schachzug:


Fusion.net

Eine nette Idee hatte Felix Salmon auf Fusion.net: Er hat sich die 26 Buchstaben des Alphabets geschnappt und erklärt Buchstabe für Buchstabe, aus welchen Gründen das neue Unternehmen gegründet wurde.

A is for Alphabet, which is about to become the biggest tech company most people have never heard of. Felix Salmon, Fusion.net

Business Insider

Portrait: Tony FadellBeim Business Insider hat man – wie die meisten anderen großen Seiten auch – gleich mehrere Beiträge zum Thema Alphabet veröffentlicht. In einem konzentriert man sich darauf, wer denn nun die Köpfe sind, auf die es künftig bei Alphabet ankommt. Da sind natürlich die Google-Urgesteine Brin und Page zuerst zu nennen, Kollege Matt Rosoff richtet den Fokus jedoch auf die anderen Namen, die nun mehr in den Vordergrund rücken – beispielsweise Nest-Boss Tony Fadell.

Ebenso wie in den anderen Unternehmen, die sich links und rechts von Google platzieren werden, wird auch er als Nest-CEO seine Sparte weitestgehend unabhängig von der Holding-Mutter Alphabet anführen.

Mashable

Auch Mashable hat neben Toplisten und Netzfundstücken manchmal noch Zeit für Tech-Berichterstattung und hat auch mehrere Beiträge zum Thema Google/Alphabet zu bieten. Chris Taylor sagt ein paar Worte zu der Personalentscheidung, die nun Sundar Pichai an die Spitze von Google gespült hat:

While the restructuring of Google into Alphabet on Monday came as a complete shock to the tech world, the other part of the announcement — that Pichai would run the restructured Google, the revenue engine that drives all the other Alphabet business — came as little surprise, especially not to Googlers Chris Taylor, Mashable

The Verge

Bei The Verge haut man in eine ähnliche Kerbe wie viele andere Berichterstatter auch, indem man in der Gründung von Alphabet einen logischen, konsequenten Schritt sieht:

While the news has caught Wall Street and much of the tech world by surprise, it’s an extension of a shift that’s been ongoing within Google for some time, with Brin and Page increasingly interested in ambitious projects launched through Google X or outside funding Russell Brandom, The Verge

re/code

In der Berichterstattung von re/code wird ein Gedanke festgehalten, der mir letzte Nacht auch schon kam: Viele Unternehmen und viele CEOs – das bedeutet für Alphabet, dass man viele eigene Talente zum CEO einer eigenen Firma befördern kann.

So why couldn’t Google just provide better segment reporting on each of its divisions? Well, that would be obvious! Is Google considering spinning units off? Maybe! Are there now more slots to give talented execs a CEO title? Yes, please! Kara Swisher, re/code

 

Der Tenor ist größtenteils identisch, wenn man durch die Gazetten blättert: Man sieht in dieser Entwicklung einen konsequenten Schritt, der a) zu mehr Transparenz führen wird und b) den Moonshot-Projekten und anderen Google-fernen Aktivitäten mehr Luft zum Atmen, Wachsen und Gedeihen gibt. Wir Mobile Geeks werden das gespannt verfolgen in den nächsten Monaten und den Artikel werde ich jetzt mit einem Ohrwurm beenden, den ich seit letzter Nacht habe – danke dafür, Bernd ;)