I/O 2016 Keynote – Google ist wieder da und zwar gewaltig!

Die I/O 2016 Keynote hat gezeigt wo Google seine Kronjuwelen versteckt hat: im Knowlegde Graph! Und dieser werden nun nicht nur der Oeffentlichkeit gezeigt, sondern allen Usern zur Verfuegung gestellt. Im jeweils passenden Kontext wohlgemerkt.

Das war er also, der grosse Befreiungsschlag der Mountain Viewer. Wobei die Frage ist, ob es den ueberhaupt bedurfte. Schaut man sich die Performance der Alphabet Aktie in den letzten 12 Monaten an und vergleicht den Chart mit dem des Konkurrenten aus Cupertino… da brauchte es schon eine Milliarden-Investition des Warren Buffets, ansonsten haette Google bzw. Alphabet seine diesjaehrige Entwicklerkonferenz als wertvollster Konzern des Planetens abgehalten. Wenn wir den Boersenwert als Indikator fuer den Erfolg heranziehen.

Seine 10. I/O haelt der Suchmaschinen-Dominator nicht wie ueblich im Moscone Center in San Francisco, sondern in einem Amphitheater in Mountain View, dem Stammsitz des Konzerns. Nein, man konnte es nicht uebersehen… Google wollte nicht nur einfach eine Konferenz abhalten, das hatte mehr so einen Woodstock fuer Nerds Festival-Charakter, wobei ich diese weltweit zu Grunde publizierte Typisierung „Nerd“ in seiner positivsten Form verwende.

Aber lasst uns gleich „in die Vollen“ gehen… es gibt einiges aufzuarbeiten.

Mit Google Assistant offenbart man abermals die ganz grosse Staerke des Unternehmens und baut endlich den Service zusammen, der zeigt wie weit die Entwicklung und der Datenpool des Knowledge Graphs vorangeschritten ist. Womit ich hier nicht nur die Ansammlung des Wissens der Menschheit meine, sondern auch all die persoenlichen Daten, die ich mit Google teile. Was hier und da dann durchaus auch ein wenig creepy wirkt. Ok Google, zeig mir die Bilder meines 30. Geburtstags und schon rattern die mehr oder weniger vorteilhaft geschossenen Aufnahmen rueber aufs Smartphone. Google weiss viel. Sehr viel sogar.

The Age of Kontext

Aber was sind Daten ohne Kontext? Assistant schiebt hier die allseits bekannte „OK Google“ Suche auf einen neuen Level und bietet genau diesen an. Der neue Star Wars laeuft im Kino und ich frage nach Tickets. Google Assistant bucht sie mir direkt und schickt auch gleich noch den passenden QR-Code, den ich dann nur noch an der Kino-Kasse vorzeigen muss. Ist man sich bezueglich der Qualitaet des Streifens noch nicht so ganz sicher, dann hilft eine einfach Frage nach Testberichten und Kritiken. Schon zapft Assistant die Datenbanken der IMDB und von Rotten Tomato an und gibt dann eine Einschaetzung… nicht in trockenen Zahlen, sondern eher wie ein guter Freund oder Berater, der mir dann ein „ich glaub die Kritiken sind ganz ok“ mitgibt.

All dies ist dann u.a. auch wichtiger Bestandteil von Google Home, dem grossen Konkurrenten von Amazon Echo. Schien es, als haetten die Mountain Viewer den Trend der persoenlichen Assistenten in den letzten 3 Jahren, trotz Google Now, ein wenig verpennt, so will man mit Google Home jetzt nicht nur den Wohnraum erobern. Mit Daten, mit Kontext und mit einem Oekosystem, das so keiner der Wettbewerber bieten kann. Home wird an die Suche, an YouTube, an Gmail, an Play Music, an Movies…. ach was weiss ich denn, womit die das alles verknuepfen werden. Was an Daten im Google Universum herumschwirrt, das wird wird mit Home verbunden werden.

Google Home 02

Nein Amazon, Microsoft, Apple und auch nicht Facebook koennen einen derartigen Unterbau anbieten. Nicht einmal ansatzweise. Und genau diesen Vorteil nutzt Google nun aus. Radikalst!

Der neue Messenger Allo, ein Hangout 4.0 auf Steroiden, nutzt den Assistant nicht nur um Gespraeche intelligent zu begleiten, sondern sozusagen auch als Eliza des 21. Jahrhunderts. Schnell nach dem Ergebnis des Lieblingsvereins fragen, dann noch Videos der besten Tore zeigen lassen oder ein kleines Spielchen spielen… Allo bietet all dies in einem schicken Messenger verpackt, der aber auch die Frage aufwirft, wie sehr Google in unsere ganz persoenliche Kommunikation eingreift.

Ach Android N gibt es ja auch noch

Sorry Freunde, die aktuellen Entwicklungen und Features von Android N (wobei die Vulkan API einen riesigen Schritt nach vorne bedeutet), das stinkt da ganz schwer ab im Vergleich. Ja, in Bezug auf Sicherheit will man sich ganz schwer positionieren und erklaerte, wie genau doch Android Apps getestet werden, bevor sie in den Play Store gelangen. Wir kennen die Ergebnisse der Vergangenheit und koennen nur hoffen, dass Google da wirklich mal 3 Gaenger hoeher schaltet.

Ja, Android N kommt diesen Sommer und natuerlich ist es das beste Android aller Zeiten… aber interessieren uns Betriebssysteme eigentlich noch wirklich, oder ist es nicht viel wichtiger, was auf selbigen laeuft?

Und da hat man mit Daydream einen ganz heissen Anwaerter fuer den Titel „die App, die VR zum Durchbruch verhalf“ im Portfolio.

Daydream als VR-Beschleuniger

Daydream schiesst Android N ins VR-Universum und bietet in Kombination mit dem Referenz-Design eines Headsets, plus dem wohl bisher mit Abstand am besten designten VR-Controller, all die Tools und Features, auf die Android Smartphone Hersteller gewartet haben. Die Samsungs, Huaweis, LGs und ASUSs dieser Welt koennen nun gemeinsam in die gleiche Richtung marschieren und sich an Standards orientieren, die es den Entwicklern und Content-Erstellern so unglaublich viel einfacher machen werden, auch endlich hochwertige VR-Inhalte anzubieten.

Daydream Smartphones

Klar, Google hat damit, wieder einmal, die Zuegel in der Hand. Aber genau dies ist fuer die Entwicklung dieses Marktes so wichtig. In einigen Jahren werden wir uns an 2016 zurueckerinnern und romantisch verklaert sagen… jau, da ging das alles so langsam los. Richtig und Google wird das alleine durch die Stueckzahl an zukuenftigen „Daydream ready“ Plattformen fundamental mitgestalten.

Google strikes back!

Amazon hat es mit Echo vorgemacht, Facebook mit der Verkuendung des „Zeitalter der Chatbots“ ergaenzt und jetzt kassiert Google beide Konkurrenten mit einer Keynote ein. Google Assistant und Google Home werden die Welt veraendern. Da brauch man weder Android-Fanboy, noch Prophet sein um dies mit Sicherheit vorhersagen zu koennen.

Seit Jahren sinnieren wir ueber das Zeitalter des Kontext. Google hat heute einen globalen Wegweiser auf die Zeitleiste der digitalen Entwicklung gerammt.

Geriet die I/O 2015 Keynote zu einer ungewollt recht emotions- und vor allen Dingen inspirationslosen Veranstaltungen, so muss man inzwischen das Gefuehl haben, dass sich die Mountain Viewer all dies fuer das 10-jaehrige Jubilaeum der hauseigenen Entwickler-Wallfahrt aufgehoben haben.

Seit Jahren sinnieren wir ueber das Zeitalter des Kontext. Google hat heute einen globalen Wegweiser auf die Zeitleiste der digitalen Entwicklung gerammt. Seht, da drueben ist der Ozean und der ist voller spannender Herausforderung. Nun gehet hin und zimmert die Boote zusammen, mit denen wir diesen befahren koennen.

Und die Google Partner werden diese „Boote“ bauen, damit wir als User diese neuen Services nutzen koennen. Ob wir wollen oder nicht.

Google hat nicht nur gezeigt was Google will und kann, sondern wie sich unsere „connected“ Welt in den naechsten Jahren entwickeln wird. Diese Vision fehlte 2015. Um so staerker und umfassender ist sie 2016.

Hut ab Mountain View, das war heute ganz grosses Kino!

Die komplette Keynote zur I/O 2016 als 360° Video