Google plant riesiges neues Hauptquartier unter Glasdächern

Sehr futuristisch muten sie an, die Pläne für das neue Hauptquartier von Google. Die jetzt veröffentlichten Entwürfe zeigen ein riesiges Areal, welches von Glasdächern überspannt wird und im Einklang mit der Natur entstehen soll. In fünf Jahren könnten die ersten Abschnitte dieses neuen Hauptquartiers fertiggestellt werden.

Google gewährt uns aktuell erstmals Einblicke in seine Pläne bezüglich eines neuen Hauptquartieres für das Unternehmen. Dabei möchte Google nicht nur einen riesigen Betonklotz als Prestige-Objekt aus dem Boden stampfen, sondern verfolgt gleich mehrere Pläne: Man möchte den Arbeitsplatz von morgen schaffen mit sehr leichten, veränderbaren Strukturen, mit denen das Unternehmen schnell reagieren kann, wenn beispielsweise zwei verschiedene Teams aus unterschiedlichen Projekten zusammengelegt werden sollen. Dabei soll alles sehr frei und sehr offen wirken – dank der Überdachung aus Glas fällt sehr viel Licht rein und auch die frische Luft durchströmt das Gebäude.

Desweiteren möchte man einen Schritt zurück machen und einen Gebäudekomplex schaffen, der im Einklang mit der Natur steht bzw. der die Grenzen zwischen dem Hauptquartier und der Natur verwischt:

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Das Projekt, welches von Bjarke Ingels (BIG) und Thomas Heatherwick (Heatherwick Studio) entwickelt wurde, soll zudem auf ausdrücklichen Wunsch Googles der Stadt bzw. der Region wieder ein wenig von dem zurückgeben, was man über die Jahre bekommen hat. So werden um die Gebäude Parks errichtet, es wird viele Shops und Restaurants geben, die jedermann zugänglich sind und das ganze Areal wird zahlreiche Fuß- und Radwege spendiert bekommen, mit denen man sich das komplette Gelände erschließen kann.

We chose Mountain View for our headquarters 15 years ago because we love the beauty of the bay, the close proximity to great universities, the family-friendly environment and the chance to work in a city at the heart of Silicon Valley. Today, we want to create office spaces that don’t just provide a great home for Google, but which also work for the city that has given us so much.

Auffällig ist dabei, dass man keine zusätzlichen Parkplätze schaffen will. Zwar wird das Areal viel größer sein als das aktuelle – wenn Google die entsprechenden Genehmigungen erhält – aber das soll sich eben nicht bei Parkplätzen für Autos bemerkbar machen, auch Straßen für entsprechende Fahrzeuge wird es nur in überschaubarem Maße geben. Die Natur spielt eine ganz große Rolle in diesem umfassenden Konzept, welches beispielsweise vorsieht, dass man die Region mit Eichen – also heimischen Bäumen – aufforsten möchte. Außerdem möchte man Bächen mehr Raum geben und Tiere wie dem Kaninchenkauz einen Lebensraum bieten.

Google wird trotz des eigenen Mantras – Do no evil – von vielen Menschen nicht nur als ein riesiges, erfolgreiches Unternehmen betrachtet, sondern als eine Bedrohung, bei der man nie so richtig wissen kann, was dort hinter verschlossenen Türen vor sich geht. Auch an diese Menschen ist dieser Entwurf ein deutliches Signal, da die Glaskuppeln ja nicht nur erlauben, dass der Mitarbeiter von drinnen sowohl die Sonne als auch die Natur um ihn herum sehen kann, sondern auch jedermann ins Gebäude hineinschauen kann.

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Google hat seinen Antrag eingereicht und hofft selbstverständlich, dass er so durchgewunken wird, damit man möglichst schnell loslegen kann. Als man sich im Silicon Valley breit machte, musste man mit dem leben, was bereits da war, sprich: man hat die Gebäude übernommen und das Beste daraus gemacht. Mit diesem Entwurf schafft man sich seinen Arbeitsraum erstmals selbst und will selbstverständlich viele Dinge anders machen, als es bislang der Fall war.

Ich persönlich kann nicht beurteilen, wie die Schattenseiten dieses Projektes aussehen – ob beispielsweise Anwohner in hohem Maße geschädigt werden oder umgesiedelt müssen bzw. ob auch Nachbar-Unternehmen ihre Sachen packen müssen, wenn der Antrag durchgeht. Aus der Ferne betrachtet sieht es jedenfalls absolut großartig aus, scheint absolut auch einen Mehrwert für die Menschen der Region dazustellen und wirkt durch den Fokus auf die Natur auch nachhaltiger als viele andere Projekte von großen Unternehmen.

Quelle: Google via bizjournals.com