Google-Logo und Logos verschiedener Alternativen

Google Suche: Fünf Alternativen für mehr Privatsphäre

Fast jeder in Deutschland nutzt die Google-Suche im Internet. Dabei gibt es jede Menge Alternativen. Geht es um Privatsphäre, schneiden auch Bing, Yahoo und Co. zumeist ähnlich schlecht ab wie der Branchenprimus. Aber es gibt auch Suchmaschinen, die eure Privatsphäre achten - wir zeigen euch ein paar. 

“Don’t be evil” – das war mal der Claim von Google. Dennoch glauben aber sehr viele Leute, dass Google durchaus Böses tue – und zwar mit unseren Daten, die Google tagtäglich millionenfach und milliardenfach abgreift. Wahlweise wird befürchtet, dass sie an Unternehmen verkauft oder gleich an Geheimdienste weitergereicht werden. Fakt ist, dass wir im Netz massig Spuren hinterlassen, wenn wir nicht aufpassen und schauen wir bei der Google-Suche vorbei, werden unsere Daten auch dort getrackt.

Kann man dagegen nichts machen? Doch klar – zum Beispiel könnt ihr euch einen VPN-Dienst wie Hide my Ass krallen. Die guten Services kosten euch allerdings 0auch ein bisschen was – in diesem Fall knapp 6 Euro monatlich. Einfacher und günstiger ist es da, sich schlicht für eine andere Suchmaschine zu entscheiden, denn ungeachtet der Dominanz Googles gibt es selbstverständlich dennoch Alternativen. Bing und Yahoo (letzere kooperieren seit Neuestem auch mit Google) scheiden aber aus, zumindest wenn es um die Privatsphäre geht.

Aber ein paar Suchmaschinen gibt es, die sich die Privatsphäre der Nutzer auf die Fahnen geschrieben haben – und fünf davon möchten wir euch hier kurz vorstellen.

DuckDuckGo

DuckDuckGo

Die Enthüllungen des Edward Snowden führten dazu, dass sich die Nutzerzahlen bei DuckDuckGo deutlich erhöhten. Man erklärt, dass die Datenübertragung verschlüsselt via SSL erfolgt, verspricht zudem, keine persönlichen Daten seiner Nutzer zu sammeln. Es findet kein Tracking statt, Cookies werden per Default nicht verwendet und darüberhinaus bekommen die Seitenbetreiber nicht die Suchbegriffe weitergeleitet.

Das ist in der Tat mehr als das, was euch Google oder Bing  bieten können, aber die Sicherheit vor NSA und Co. ist nur eine vermeintliche Sicherrheit. DuckDuckGo als US-Unternehmen unterliegt auch dem USA Patriot Act – kommt es hart auf hart, muss man hier auch mit den US-Behörden zusammenarbeiten. Darüber hinaus liegen betreibt man keine eigenen Daten, sondern nutzt nach wie vor die Server von Amazon. Mehr Privatsphäre als bei Google genießt ihr dennoch, zudem ist es auch eine sehr gute Suche, die sich gerade bei englischsprachigen Suchanfragen nicht hinter Google verstecken muss.

Qwant

Qwant

Mehr Privatsphäre setzt “weniger USA” voraus? Okay, dann ist Qwant vielleicht die Suchmaschine eures Vertrauens. Die stammt aus Frankreich und bringt ordentlich frischen Wind ins Such-Geschäft. Keine Filterblase und kein Nutzertracking – so erklärt man seine Philosophie. Nur für die jeweilige Sitzung wird ein Cookie gesetzt, im Anschluss aber direkt wieder gelöscht. Die Suchergebnisse sind für alle gleich – es spielt also keine Rolle, wo ihr euch gerade befindet, oder was ihr vorher gesucht habt, ergo werden die Daten auch gar nicht benötigt.

Davon ab ist Qwant auch eine sehr komfortable Suche, die auf der linken Seite eine Leiste mit Filtern vorzuweisen hat. Interessant: Nutzt ihr die News-Suche, bekommt ihr rechts neben den Suchergebnissen auch die unterschiedlichen News-Quellen aufgelistet. Ein Klick auf die gewünschte Publikation und ihr erhaltet lediglich noch passende Suchergebnisse dieser Quelle.

Startpage/Ixquick

ixquick

Ixquick bezeichnet sich selbst gern als die “diskreteste Suchmaschine der Welt”. Wie kommt man auf diese Idee? Auch die Suche aus Holland erfasst weder eure Suchanfrage, noch eure IP oder über welchen Browser ihr sucht. Lediglich ein Cookie für die Sucheinstellungen wird gesetzt, der verfällt automatisch, wenn man Ixquick 90 Tage lang nicht nutzt. Die Server stehen weit entfernt von den USA – nämlich in Holland, gut geschützt vor dem Zugriff von NSA und Konsorten.

Ixquick ist eine Meta-Suchmaschine, greift also auf mehrere Engines (Yahoo!, Gigablast, Yandex) zu. Ihr könnt hier auch explizit nach Bildern oder Videos suchen, darüber hinaus ist es eine eher schlicht gehaltene Suchmaschine, die mit Startpage noch eine Partnerseite besitzt. Die bietet euch exakt das Gleiche, was Ixquick auch bieten kann – mit einem entscheidenden Unterschied: Anstatt mehrerer Suchmaschinen wird hier nur Google durchsucht, Startpage mit seinen Privatsphäre-Features also quasi der Google-Suche vorgeschaltet.

MetaGer

MetaGer

MetaGer ist eine Suchmaschine aus Deutschland, genauer gesagt über einen gemeinnützigen Verein der Universität Hannover betrieben, komplett ohne finanzielle Interessen. Zu Datenschutz und Privatsphäre heißt es auf der MetaGer-Seite:

  • Wir speichern weder Ihre IP-Adresse, noch den “Fingerabdruck” Ihres Browsers (der Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls eindeutig identifizieren könnte).
  • Wir setzen keine Cookies oder benutzen Tracking-Pixel oder ähnliche Technologien, um unsere Nutzer zu “tracken” (tracken = Verfolgen der Bewegungen im Internet).
  • Die Datenübertragung von MetaGer erfolgt ausschließlich automatisch verschlüsselt über das https-Protokoll.
  • Wir bieten einen Zugang über das anonyme TOR-Netzwerk, den MetaGer-TOR-hidden Service.

Nicht nur, dass ihr also über das TOR-Netzwerk einen Zugang geboten bekommt, darüber hinaus stehen die Server von MetaGer allesamt in Deutschland. Auch MetaGer ist eine Meta-Suchmaschine, bei der ihr euch die gewünschten Suchmaschinen, die berücksichtigt werden sollen, in den Einstellungen zusammenklicken könnt. Wer unbedingt auf eine Suche setzen möchte, deren Server in Deutschland stehen, wird bei MetaGer fündig.

Hulbee

hulbee

Wir sind der festen Überzeugung, dass wir das Recht haben, die Privatsphäre unserer Nutzer zu schützen, indem wir keine persönlichen Daten sammeln und entschlüsseln. Das werden wir auch in Zukunft so handhaben.

Auch Hulbee aus der Schweiz hat unsere Sicherheit bzw.unsere Privatsphäre im Blick. Es werden weder IP-Adressen gespeichert noch Cookies gesetzt, es gibt kein Geo Targeting und es wird auch nicht getrackt, mit welchem Browser oder welchem Betriebssystem ihr die Seite ansteuert. Somit ebenfalls eine Suche, die in punkto Privatsphäre Google den Rang abläuft.

Technisch unterscheidet sich Hulbee auch durchaus von Google. Nicht nur, dass die Algorithmen – logischerweise – andere sind (und weniger Ergebnisse zutage fördern als Google): Ihr startet direkt mit einem Suchfenster oberhalb einer Tag-Cloud, die euch aktuelle Trend-Begriffe anbietet. Lasst ihr euch ein Ergebnis anzeigen, könnt ihr euer Resultat auch jederzeit durch den Klick auf Tags verfeinern.

Eine News-Suche gibt es leider nicht, dafür aber die obligatorische Suche nach Videos oder Bildern. Pornographische oder andere anstößige Inhalte wie Gewaltdarstellungen werden vorab herausgefiltert, so dass sich hier auch Kinder problemlos auf die Suche machen dürfen. Sehr interessantes Such-Feature: Die Musik-Suche! Hier könnt ihr explizit nach Musik suchen und die Resultate dann auch direkt auf der Seite anhören und in einer Playlist sammeln. Da keine Daten gesammelt bzw. gespeichert werden, ist diese Playlist natürlich verschwunden, sobald ihr die Seite verlasst. Für die Musikergebnisse greift Hulbee auf die Datenbank von Soundcloud zurück. In meinen Augen eine ziemlich spannende Google-Alternative.

 

So, was sagt ihr: Kann man euch dazu bringen, Google den Rücken zuzuwenden, um eine der oben vorgestellten Suchmaschinen anzutesten? Die eine oder andere hat ja auch jenseits der Privatsphäre durchaus Argumente für sich. Wenn ihr noch mehr Suchmaschinen kennt, die es anzutesten gilt – lasst es uns wissen.