Happy Birthday: Der Amiga 1000 feiert 30. Geburtstag

Heute auf den Tag vor 30 Jahren wurde der Amige 1000 von Commodore in den USA vorgestellt. Wir gratulieren herzlich und erinnern an diesen Home-Computer, der damals die komplette Computer-Welt umkrempelte mit seinen für damalige Verhältnisse unglaublichen Möglichkeiten.

Seit letzte Woche dieses Commodore-Smartphone auftauchte, bin ich so ein bisschen im Nostalgie-Modus, auch wenn das Teil mit dem eigentlichen Unternehmen nicht mehr viel am Hut hat. Als Commodore noch wirklich Commodore war, dauerte es auch ein wenig, bis sich der triumphale Erfolg des Unternehmens einstellte. Zum Verkaufs-Hit wurde damals der Amiga 500, der durch seinen Preis der perfekte Home-Computer für jedermann war. Vorher jedoch erschien der Amiga 1000, der dem 500er den Weg bereitete.

Genauer gesagt wurde der Amiga 1000 auf den Tag genau vor 30 Jahren vorgestellt, am 23. Juli 1985. Auch, wenn sich der große Erfolg erst mit dem Nachfolger einstellen sollte, war dieser Amiga 1000 ein absoluter Meilenstein.  Das 32-Bit-Betriebssystem AmigaOS mit präemptivem Multitasking und der grafischen Benutzeroberfläche sorgten für Staunen, ebenso wie die Sound- und Grafikqualitäten des Rechners (8-Bit-Sampling, 4096 Farben). Lasst uns eine kleine Zeitreise machen und mal darauf schauen, wie damals im ZDF in der Sendung Computer Corner, präsentiert von Biggi Lechtermann und Klaus Möller, der Amiga 1000 erklärt wurde:

Das Video zeigt eine Sendung aus dem Jahr 1986, denn erst in dem Jahr erschien der Computer in Deutschland. Offiziell vorgestellt wurde er damals bei der ersten eigenständigen CeBIT in Hannover – derselben, bei der Computer-Pionier Heinz Nixdorf auf einer der berühmt-berüchtigten Messe-Parties einem Herzinfarkt erlag. Kurze Zeit später, am 21. Mai 1986 (bzw. am Geburtstag des Autors und einen Tag vor seinem ersten Depeche Mode-Konzert) fand dann noch vor dem Verkaufsstart eine Präsentation statt, die seinerzeit von DEM TV-Moderator dieser Zeit moderiert wurde – Frank Elstner.

Auch dazu gibt es ein Video von der kompletten Veranstaltung, die etwa 90 Minuten dauerte. Staunen musste ich nicht nur darüber, welche Computer-Features seinerzeit für offene Münder sorgten, sondern auch, wie so eine Präsentation in den Achtzigern aussah. Vergleicht das mal bitte mit einer Keynote von Apple, Google oder Microsoft. Wer also die Zeit hat, sollte sich unbedingt diese Amiga 1000-Präsentation in der Frankfurter Oper anschauen:

Die Qualität ist leider nicht so besonders stark bei beiden Videos, was wir aber wohl getrost darauf schieben dürfen, dass sie schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben. In den USA wurde der Amiga 1000 wie gesagt bereits 1985 präsentiert und zu dem Event gaben sich damals sogar Pop Art-Legende Andy Warhol und Blondie-Sängerin Debbie Harry die Ehre, um die Fähigkeiten des Rechners zu präsentieren. Warhol bearbeitete ein digitalisiertes Foto der Sängerin und machte daraus – mit dem guten, alten Deluxe Paint – eines seiner typischen Pop Art-Werke. Auch das könnt ihr hier im Clip betrachten:

Verneigen wir uns also heute einfach mal ehrfürchtig vor diesem Meilenstein der Computer-Historie – dem Amiga 1000, der älter sein dürfte als viele unserer Leser. Lasst uns in den Kommentaren wissen, ob ihr vielleicht auch schon zu den Besitzern dieses Heimcomputer-Dinosauriers gehörtet und ob das Schätzchen vielleicht noch in irgendeiner Ecke bei euch rumfliegt.

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Bildquelle: Wikipedia