hitchBOT_6 - photo credit: Ryerson University

Hitchbot – Ein trampender Roboter (Update: der Hitchbot wurde zerstört)

Update 02.08.2015 (Bernd)

Die Reise der kleinen Blechdose hat nun in den USA ein jähes und unerwartetes Ende gefunden. Über die Website gab man bekannt, dass der Hitchbot in Philadelphia durch bisher unbekannte Vandalen zerstört worden sei und seine Reise nicht fortsetzen könne. Jetzt mal ernsthaft … warum machen Leute sowas?

Standesgemäß verabschiedet sich der Hitchbot damit fürs erste via Twitter. Man werde sich nun darauf konzentrieren, was man bisher aus der Reise gelernt habe, sagen die Macher – und versichern, dass diese Reise entgegen anderslautender Meldungen noch nicht zu Ende sei.

Original-Artikel vom 28. Februar 2015

Ich bin ja auf dem Land groß geworden, dort wo Busse quasi seltener fahren, als sich Hase und Igel Gute Nacht sagen. Also ja, ich bin schonmal getrampt. Aber da aufm Dorf jeder jeden kennt, war das eigentlich auch kein Problem. Aber ich kenn auch Leute, die schonmal durch China getrampt sind. Und ja, ich würde auch jederzeit Tramper mitnehmen, hab ich schon desöfteren gemacht. Derzeit – in Ermangelung eines Autos – allerdings selten. Aber einen Roboter? Ja, doch, ich würde auch einen Roboter mitnehmen. Wie? Hä? Wie kommt sie denn jetzt aufn Roboter??

Falls ihr es nicht mitbekommen habt… letzte Woche ist ein Roboter durch Deutschland getrampt. Der Hitchbot. Galileo hat den kleinen Roboter nach Deutschland geholt und täglich darüber berichtet. Die erste Tour von Hitchbot führte ihn übrigens durch Kanada, dort wo auch seine Erfinder daheim sind.

Aber was soll das Ganze eigentlich?

Hitchbot ist ein soziales Experiment, das analysieren soll, wie wir Menschen mit künstlicher Intelligenz umgehen. Wird der Roboter beim trampen wie ein Mensch oder doch eher wie ein Objekt behandelt? Immerhin kann er sich mit seinen Mitreisenden unterhalten und verfügt auch Zugriff auf umfassende Datenbanken, weiß dank GPS immer wo er sich gerade befindet und über den Zigarettenanzünder im Auto bekommt er wieder neue Energie.

Natürlich wurde das Experiment auch auf verschiedenen Social Media Kanälen begleitet. Bei Twitter hat der Kleine bereits über 35.000 Follower, auf Facebook bereits knapp 69.000 Fans.

Wer den Hitchbot auf seiner Deutschland Reise verpasst hat, hat diese Woche noch die Möglichkeit ihn in Hamburg auf der Social Media Week zu treffen.

Aber jetzt mal ehrlich. Kann das denn ein wirkliches Experiment sein, wenn das alles haarklein von den Medien vorbereitet wird? Die Versuchsaufgabe auch so kommuniziert wird und NATÜRLICH die Leute dann den Hitchbot mitnehmen wollen (weil, dann kommen sie ja auch ins Fernsehen…)? Ich hätte es viel spannender gefunden, wenn die Sache ganz klammheimlich stattgefunden hätte und sich die Medien erst im Nachhinein eingeschaltet hätten. Aber hätte dann irgendjemand den Hitchbot mitgenommen? Hättet ihr das gemacht? Ich persönlich bin mir dann doch nich mehr so ganz sicher, wahrscheinlich hätte ich ihn einfach übersehen. Falls der HItchbot allerdings etwas mehr nach dem Jude-Law-Sexroboter aus A.I. aussehen würde… also ja dann… ehem…