Home-Office: Die besten Video-Konferenz Apps für Gruppen

von Michael Sprick am 28. März 2020

Wer im Home-Office arbeitet, wird früher oder später auf Video-Konferenzen zurückgreifen müssen. Aus eigener Erfahrung wissen wir bei mobilegeeks.de wie frustrierend das sein kann. Vor allem da man auch im Home-Office in enge Zeitpläne eingebunden ist. Eine zuverlässige Verbindung und möglichst system- und plattformübergreifende Software ist daher ein Muss. Es gibt aber noch weitere Funktionen, die entscheidend sind.

Slack (Mac, Windows, Web, iOS, Android)

Slack verdient eine Erwähnung, weil es einfach eine Kollaborationssoftware ist, mit der viele arbeiten. Allerdings sind Video-Anrufe nur mit der Desktop-App möglich und Screensharing ist weder in der kostenlosen noch in der bezahlten Version möglich. Slack erlaubt aber die Integration anderer Services u.a. Skype.

Skype (Windows, Mac OS X, Linux, iOS, Android, Web)

Skype hat leider seine besten Zeiten hinter sich. Es ist zwar immer noch akzeptabel für 1:1-Gespräche, aber für Gruppen hat die App leider nie so wirklich funktioniert. Zwar können theoretisch bis zu 25 Leute in der kostenlosen Version teilnehmen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass dies technisch nicht einwandfrei für alle Teilnehmer läuft. Wir empfehlen daher die anderen Apps in dieser Liste. Vor allem in Sachen Kollaboration haben andere Anbieter einiges mehr zu bieten.

Google Hangouts (Web – sämtliche On-Premise Versionen in der Sidebar – Android, iOS, Chrome)

Wer viel mit G-Suite-Produkten arbeitet, für den ist Google Hangouts schlichtweg immer noch der Standard. Aus Gewohnheit und auch weil die Webapp immer schon sehr zuverlässig war, benutze ich sie noch heute für Konferenzen mit Kollegen. Der Mehrwert ergibt sich, da wir zur Zeit noch mit Google Drive arbeiten und die Integration dieser Plattform einfach nahtlos ist. Auch der Google Kalendar arbeitet wohl hervorragend mit Hangouts zusammen. Zudem hat fast jeder eine in Google integrierte E-Mail-Adresse, über den Einladungslink lässt sich ein Hangout so super einfach starten.

Es gibt aber auch heftige Nachteile von Google Hangouts. In Sachen Ressourcenverbrauch ist Google selten gut. So ist Hangouts auch ein starker Akkuschlucker. Bei größeren Konferenzen hat auch die App meistens Übertragungsprobleme, was vor allem auch daran liegen mag, dass Hangouts gerade mit schlechteren Internetverbindungen nicht so gut zurechtkommt. Das sollte sich eigentlich mit Google Hangouts Meet App verbessern. Bis heute ist das aber nicht wirklich der Fall.

Mein Fazit ist daher: Die App ist gut und brauchbar, wenn eine stabile Internetverbindung besteht. Für das Home-Office ist Google Hangouts daher gut, aber in sämtlichen mobilen Bereichen überhaupt nicht.

GoToMeeting (iOS, Android, Mac, Windows, Web für Teilnehmer – für die Benutzung ist vorher eine Anmeldung für die 14-Tage Testversion erforderlich)

Die App von GoToMeeting bietet eine komplette Business-Lösung. Vom Kalender über Video-Anrufe, Screensharing und Webinar-Funktionen geschieht alles in einer App. Ihr könnt auch eure Telefonnummer integrieren, sodass ihr Anrufe über GoToMeeting auch über euer Smartphone beantworten könnt. Die App an sich ist etwas unübersichtlich und will Updates zum völlig falschen Zeitpunkt starten oder Tools verdecken euch die Sicht auf den Chat oder den Stream. Nach etwas Übung weiß man aber mit den Tools umzugehen. Beim Screensharing könnt ihr sogar über den Bildschirm malen, um etwas visuell besser hervorheben zu können.

Die Entwickler haben zum Glück auch an User gedacht, die die Software nicht besitzen. Diese können in der Webversion als Teilnehmer auch bei der Webkonferenz einfach mitmachen. In der kostenlosen Version können nur drei Leute eine Konferenz halten. Die bezahlten Versionen umfassen dann eine ganze Reihe von professionellen Lösungen und kosten 12 – 14 Euro pro Monat.

Amazon Chime (iOS, Android, Mac, Windows, Web)

Amazon liefert den neuesten Wettbewerber in Sachen Video-Konferenz. Bisher ist die App ungewohnt schlicht und übersichtlich für Amazon. Das Design erinnert etwas an Slack. In Tests ist bisher nichts gegen die Video-Qualität und Verbindung auszusetzen. Bisher wirkt Chime so wie ein abgespecktes Slack, das sich vor allem auf Audio- und Video-Kollaboration konzentriert. Bisher eignet sich das Tool für kleine bis mittlere Teams. Kostenlos kann man die App nur zu zweit nutzen. Die kostenpflichtige 15 Dollar pro Monat teure App lässt maximal 16 Teilnehmer zu. Bisher kann man auf Amazon Chime getrost verzichten.

Zoom (iOS, Android, Mac, Windows sowie sämtliche Plugins und Extensions)

Zoom hat sich inzwischen zum Standard im Video Chat etabliert. Die Web-Version, die ein Plugin benötigt, funktioniert einfach, einwandfrei und liefert ein klares Bild. Zoom ist sehr sparsam, was den Akkuverbrauch betrifft. Bei schlechter Internetverbindung schraubt die Software die Video-Qualität herunter. Dadurch werden Lags, Ruckler und Aussetzer weitestgehend vermieden. Auch die Apps liefen bei uns bisher ohne Probleme. Die kostenlose Version verknüpft euch mit bis zu 100 Leuten und umfasst auch schon einige Features im Kollaborationsbereich. Sie lässt euch auch euren Bildschirm teilen. Also schon in der kostenlosen Version rundum zufriedenstellend – jedoch leider nur für 40 Minuten.

In der bezahlten Version, habt ihr dann (fast) alles, was das Business-Herz verlangt: unterschiedliche Integrationen, Aufnahmen (von Sitzungen oder Webinaren) und Admin-Funktionen. Wer Probleme mit dem Audio an seinem PC hat, kann sich auch mit einem Telefon mit der Konferenz verbinden. In der Enterprise-Version kann man sogar mit 500 Leuten eine Webkonferenz abhalten. Momentan ist Zoom State-of-the-Art für Video-Konferenzen. Allerdings gibt es bei Zoom in letzter Zeit immer mehr Sicherheitsbedenken (29. März 2020, 4. April 2020). Falls ihr Tipps braucht, wie ihr das meiste aus euren Zoom-Videokonferenzen rausholt, haben wir eine kurze Einführung hier für euch verfasst.

Bluejeans (Windows, Mac, Linux RPM & DEB, iOS & Android)

Bluejeans ist ebenfalls ein hochwertiger Video-Chat-Service. Er liegt preislich mit der Standard-Variante etwa bei Zoom. Das Paket Standard richtet sich dabei nur an kleine Teams, Pro kostet genau so viel wie das gleichnamige Programm von Zoom. Wie bei vielen Software-Herstellern wird für das High-End-Paket “Enterprise” kein offizieller Preis genannt und ihr müsst Bluejeans persönlich kontaktieren, um euch ein Angebot einzuholen.

Bluejeans bietet auch Webinar, Event und Meeting-Room sowie Integrationslösungen an. Diese haben wir aber alle ausgelassen. Bluejeans Meetings könnt ihr für 7 Tage kostenlos testen. Dabei müsst ihr keine Kreditkarteninformationen angeben, sodass ihr euch nicht darüber Sorgen machen müsst, dass sich ein Abo automatisch verlängert. An der Video- und Soundqualität ist nichts auszusetzen und in unseren Tests sind keine Sprünge oder Aussetzer vorgekommen wie sie auf Skype oder auch schon mal auf Google Hangouts üblich sind.  Die App bietet essenzielle Kollaborationsfeatures wie Whiteboarding, Anmerkungen, Breakout-Rooms und das Aufzeichnen der Sitzung. Wie auch bei Zoom könnt ihr Dateien und sogar Video-Dateien hochladen. Auch hier könnt ihr euch über das Telefon in eine Konferenz einwählen. Alles in allem lässt Bluejeans nichts vermissen, was Zoom nicht auch hat. Sicherheitsbedenken gibt es hier derzeit kaum. Allerdings steht die App auch nicht so sehr im Fokus wie Zoom zur Zeit (April 2020).