Huawei P40 Pro Test Mobilegeeks
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Huawei stellt die neue P40-Serie vor – Top-Kamera und 5G an Bord

Nach dem P40 Lite zündet Huawei nun die nächste Stufe und stellt mit dem P40, dem P40 Pro und dem P40 Pro+ gleich drei Spitzen-Smartphones vor.

von Carsten Drees am 26. März 2020

Harte Zeiten für Smartphone-Hersteller. Jetzt, wo wir alle unter der Corona-Krise ächzen, ist es auch für einen Smartphone-Giganten wie Huawei schwierig, Handsets zu verkaufen und neue auf den Markt zu bringen. Das geht schon los mit dem Launch-Event an sich: Die Zeiten, in denen man riesige fancy Bühnen mit einem CEO dekorieren konnte, der dann all die Vorzüge des neuen Devices herunterbeten konnte, scheinen vorläufig vorbei.

Wie die Konkurrenz auch lässt Huawei seine Smartphone-Präsentationen derzeit ausschließlich online stattfinden. Das ist soeben passiert und das Huawei P40, das Huawei P40 Pro und das Huawei P40 Pro+ sind offiziell. Letzteres wird im Gegensatz zu den anderen Modellen erst später in diesem Jahr verfügbar sein.

Huaweis Kampf gegen Pest und Cholera

Huawei führt derzeit einen äußerst unangenehmen Zweifrontenkrieg. Da ist einmal die bereits erwähnte Corona-Krise, die dafür sorgt, dass man Produkte nur noch online vorstellen, vorläufig vielerorts aber auch nur online kaufen kann. Weltweit brechen die Absatzzahlen für Smartphones ein und das trifft auch Huawei ins Mark.

Dann ist da aber noch die spezielle Lage durch den Handelskonflikt Chinas mit den USA. Dieser Konflikt führt dazu, dass Huawei wie schon beim Mate 30 auf Google-Dienste verzichten muss. Man behilft sich da auf mehreren Wegen, beispielsweise durch die App Gallery.

In der Pressemitteilung heißt es dazu:

In enger Zusammenarbeit mit Entwicklern auf der ganzen Welt bietet HUAWEI auf seiner AppGallery eine große Auswahl an globalen und lokalen Apps. Anwender profitieren außerdem von einem umfassenden Unterhaltungsangebot: Die Medienauswahl von HUAWEI Video, HUAWEI Music und HUAWEI Reader wird laufend um weitere Premium-Inhalte ergänzt. HUAWEI Music mit derzeit bereits 50 Millionen Songs gibt es für alle neu angemeldeten Nutzer drei Monate kostenlos.

Reicht das aus, um die Google-Dienste vergessen zu machen? Schwierig, glaube ich. Natürlich sagt man, dass die eigene AppGallery flott anwächst — man verweist darauf, dass Entwickler gefördert werden und dass die Konditionen im eigenen Store auch fairer sind als bei der Konkurrenz.

Zudem soll die nicht vorinstallierte App “App Search” bei der Suche von APKs ohne GMS-Notwendigkeit helfen, so dass sich so zum Beispiel auch die Facebook-Dienste Facebook, Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp findet, die noch nicht im Shop zu finden sind. Desweiteren kann man eine gute Zahl der noch nicht angebotenen Apps via Phone Clone App vom alten Device aufs neue P40 übertragen.

Sagen wir, wie es ist: Es ist eine Hürde, die der Kunde nehmen muss. Er muss unter Umständen mit Beeinträchtigungen leben und auf einige Apps verzichten. Nichtsdestotrotz erhält er hier natürlich ein voll funktionales System und auch die wichtigsten Apps, die man von anderen Geräten gewohnt ist. Hier wird es nun spannend sein zu sehen, ob Huawei die fehlenden Google-Dienste verschmerzen kann und dennoch ein ansonsten wieder mal herausragend starkes Smartphone gut abverkaufen kann. In diesem Fall könnte man sogar überlegen, ob Trump mit seiner Handelspolitik nicht sogar Google empfindlich geschwächt hätte, wenn man sähe, dass sich chinesische Phones auch ohne Google-Dienste gut verkaufen.

Technische Daten Huawei P40 und P40 Pro

Das wird aber erst die Zukunft zeigen — im Gegensatz dazu können wir uns jetzt allerdings schon die technischen Daten der Neuankömmlinge anschauen. Hier habt ihr die Specs zum P40 sowie dem P40 Pro:

P40P40 Pro
Display6,1 Zoll, OLED, 2340 x 1080 Pixel6,58 Zoll, OLED, 2640 x 1200 Pixel
90 Hertz
ProzessorKirin 990 5G OctaCore CPU, 2x Cortex-A76 2,86 Ghz, 2x Cortex-A76 2,36 Ghz, 4x Cortex A55 1,95 Ghz
Arbeitsspeicher8 GB RAM8 GB RAM
Speicher128 GB Flash, Nano Memory Card 2256 GB Flash, Nano Memory Card 2
Hauptkamera50 Megapixel UltraVision mit RYYB, 4-in-1 Pixel-Binning, f/1.9, 16 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera, f/2.2, 8 Megapixel Telephoto mit OIS, f / 2.450 Megapixel UltraVision mit RYYB, 4-in-1 Pixel-Binning, f/1.9, OIS, 40 Megapixel Video- und Ultraweitwinkel-Kamera, f/1.8, 12 Megapixel SuperSensing Telephoto, f/3.4, TOF-Sensor
Frontkamera32 Megapixel, f/2.0, Tiefensensor32 Megapixel, f/2.2, Tiefensensor, IR-Sensor, TOF-Sensor, Autofokus
BetriebssystemEMUI 10.1 mit Android 10 (Keine Google-Dienste)
SIMDual-SIM (Slot 1: NanoSIM, Slot 2: NanoSIM oder NanoMemory), e-SIM
Akku3800 mAh4200 mAh
KonnektivitätGSM, HSPA, LTE, 5G, Bluetooth 5.1, WiFi AX, NFC, e-SIM, GPS, AGPS, Glonass, Galileo, QZSS
BesonderheitenIP53 Zertifizierung, USB Typ-C, FingerabdrucksensorIP68 Zertifizierung, IR-Blaster, USB Typ-C, Fingerabdrucksensor
Maße148,9 x 71,06 x 8,5 mm158,2 x 72,6 x 8,95 mm
Gewicht175 Gramm203 Gramm

Huawei P40 Pro Test Mobilegeeks

Hardware und Design

Reden wir über Hardware bei Huawei, dann kommt einem vermutlich als erstes die Kamera in den Sinn. Wieder setzt Huawei hier auf die Zusammenarbeit mit Leica und verbaut in diesem Fall eine “Ultra Vision Leica 4-fach Kamera” im P40 Pro, im P40 ist es eine Triple Cam. SuperSensing-Kamera, 3D-Tiefensensor, 50-facher Zoom und der RYYB-Farbfilter sind die Stichworte, die Huawei nennt und die dafür sorgen sollen, dass diese Kamera erneut die Konkurrenz in die Schranken weist.

Ich verweise euch für weitere Details dazu an dieser Stelle auf den Beitrag von Ümit, der sich mit den Kameras schon ausführlich auseinandersetzen konnte und euch das “Kamerawunder” in seinem Artikel erläutert.

Huawei P40 Pro – Detaillierter erster Eindruck von der Kamera

Bei der KI zur Optimierung von Fotos war Huawei mit seinen Smartphones bereits sehr früh dabei und hat das seitdem kontinuierlich ausgebaut. Auch jetzt liefern die Chinesen wieder neue Features ab, die uns das Knipsen noch einfacher machen sollen. Als Beispiel sei das “Golden Snap”-Feature genannt, welches die besten Szenen aus einer Bewegtbildsequenz auswählt und — falls gewünscht — auch Objekte aus dem Hintergrund entfernen kann.

Angetrieben werden beide Smartphones vom Kirin 990 5G, der im 7nm-Verfahren gefertigt wird und neben seiner Energieeffizienz und der KI auch durch seine 5G-Konnektivität überzeugen will. Zudem wird 160 MHz WiFi 6 Plus mit einer Datenübertragung von bis zu 2,4 Gbps unterstützt.

Der 4.200 mAh fassende Akku des P40 Pro bietet euch 40 W SuperCharge, drahtlos sind mit der passenden Ladestation immerhin 27 Watt möglich. Beide Modelle verfügen über einen Hybrid-Slot, der wahlweise für zwei NanoSIM-Karten genutzt werden kann oder eben für eine NanoSIM und eine Nano-Speicherkarte. Zudem wird auch e-SIM unterstützt.

Huawei P40 Pro Test Mobilegeeks

Der im P30 Pro schon bestens funktionierende Inscreen-Fingerabdruck-Scanner ist nicht nur um ein Drittel größer geworden, sondern ermöglicht darüber hinaus in beiden Smartphones eine um bis zu 30 Prozent schnellere biometrische Authentifizierung. Damit wären wir dann auch beim Screen und vielleicht somit auch bei einer möglichen Schwäche: Während (nicht nur) Samsung mittlerweile auf die 120-Hz-Technologie setzt, müssen beim P40 Pro 90 Hz ausreichen, beim P40 gar 60 Hz.

Ansonsten bietet das 6,1 Zoll große Display des P40 eine FHD+Auflösung von  2340 x 1080 Pixeln und eine Pixeldichte von 422 ppi, das P40 Pro mit seiner Bildschirmdiagonale von 6,58 Zoll bringt es auf 2640 x 1200 Pixel und eine Pixeldichte von 441 ppi.

Abgerundet wird die Hardware durch jeweils 8 GB RAM und das P40 bekommt ihr in Deutschland mit 128 GB Speicher, das P40 Pro mit 256 GB. Beide Modelle sind wie bereits erwähnt per Speicherkarte erweiterbar.

In Sachen Design gibt sich Huawei erneut keine Blöße und liefert ein wieder mal wunderschönes Handset ab (wenn man mal von der Hauptkamera-Sektion absieht, die für mein Empfinden etwas klobig wirkt).

Huawei P40 Pro Test Mobilegeeks

Ihr könnt bei den beiden Modellen aus verschiedenen Glasoberflächen auf der Rückseite wählen, Huawei bietet uns seine Handsets in den Farben Schwarz (Hochglanz) oder alternativ Blush Gold und Silver Frost (mattes Glas) an. Ümit war bei seinem Hands-on vor allem vom Frost-Look angetan.

Huawei P40 Pro+

Wenn wir schon übers Design reden, ist jetzt wohl auch die richtige Zeit, darauf hinzuweisen, dass es ja auch noch ein drittes neues Modell gibt. Das P40 Pro+ setzt qualitativ nochmal einen drauf, wird allerdings auch erst später erscheinen. Hier strebt Huawei die zweite Jahreshälfte an. Selbst spricht man davon, dass das Device “voraussichtlich” in der zweiten Jahreshälfte erscheinen soll. Das ist ehrlich gesagt ein wenig schade, wenn hier ein Smartphone angekündigt wird, auf das man mindestens noch drei Monate warten muss, welches eventuell aber sogar überhaupt nicht mehr in diesem Jahr zu haben sein wird.

Aber sei es drum: Das P40 Pro+ soll das Premium-Modell aus der aktuellen Smartphone-Riege der Chinesen sein und kommt mit einer Rückseite, die aus polierter Keramik (in den Farben Weiß oder Schwarz) besteht und damit besonders langlebig sein. Nach eigener Ansage ist diese Keramik resistenter als Saphirglas. Auch bei der Kamera strebt Huawei mit dem Pro+ ein neues Level an. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

Dazu hebt HUAWEI mit dem HUAWEI P40 Pro+ mit zwei Tele-Kameras und SuperZoom-Technologien wie 10-fachem optischen Zoom und 100-fachem digitalen Zoom die Messlatte der mobilen Fotografie noch ein Stück höher. Sein neues Periskop-Design kann eintreffendes Licht fünfmal reflektieren und verlängert den Lichtweg so um 178 Prozent.

Preis und Verfügbarkeit

Huawei P40 Pro Test Mobilegeeks

Sowohl das P40 als auch das P40 Pro werden ab dem 26. März vorverkauft. Verfügbar sind beide Handsets dann allerdings erst im Mai, genauer gesagt ab dem 2. Mai — ein bisschen werdet ihr euch also noch gedulden müssen. Ab 799 Euro seid ihr dabei fürs P40, beim P40 Pro müsst ihr zweihundert Euro mehr investieren.

HUAWEI P40
UVP: 799 EUR
8 GB RAM, 128 GB ROM
Farben: Black, Blush Gold, Silver Frost

HUAWEI P40 Pro
UVP: 999 EUR
8 GB RAM, 256 GB ROM
Farben: Black, Blush Gold, Silver Frost

Huawei will euch die Kaufentscheidung noch etwas leichter machen und bietet euch ein Bundle an, falls ihr vor dem 1. Mai bestellt: Sowohl die Huawei FreeBuds 3 (UVP von 179 Euro) und die neue Huawei Watch GT2e (im Wert von 169 Euro) bekommen Vorbesteller kostenlos dazu!

Für ein vorläufiges Fazit ist es natürlich nach so kurzer Zeit mit den neuen Phones viel zu früh, aber bei der Hardware gibt sich Huawei kaum eine Blöße und liefert wieder ordentlich ab, hat sogar bei allen Modellen bereits 5G an Bord. In Sachen Software versucht man sich eben so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Die KI-Features hat man nochmal aufbohren können — ab diesem Punkt muss dann der Käufer entscheiden, ob das in Summe die fehlende Google-Unterstützung verschmerzen lässt. Werft dazu unbedingt auch einen Blick auf Ümits Video (in englischer Sprache):