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Mission to the Moon

IAA 2015: Audi will den Mond erobern – Google Lunar XPRIZE

Warum auf der Erde bleiben, wenn die Ferne liegt so nah? Mit dem Mission to the Moon Fahrzeug wäre Audi der erste Autohersteller auf dem Mond!

von Jens Stratmann am 22. September 2015

Der IAA Stand von Audi war gut gefüllt, Neuheiten, Studien und vor allem Menschen-Massen. Ich mag das nicht, ich fühle mich dann schnell eingeengt und bin stets rechtzeitig geflüchtet. In einer stillen Ecke, da stand ein sehr ungewöhnliches Fahrzeug. Im Juni 2015 hatte ich darüber schon etwas gelesen, aber nun zum ersten Mal selbst gesehen. Das Mission-to-the-Moon Fahrzeug, welches zusammen mit dem Team der Part-Time Scientists (eine deutsche Ingenieurs-Gruppe) entwickelt wird.

Was ist das Ziel der Mission-to-the-Moon Aktion?

Der unbemannte Rover wird tatsächlich auf den Mond geschossen, dort muss er mindestens 500 Meter zurücklegen und hochauflösende Fotos und Videos zur Erde übermitteln.

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Was haben die Ingenieure davon? 

Ich denke, eine Menge Spaß! Vor allem aber ist der Preis mit mehr als 30 Millionen US-Dollar dotiert! Beim Google Lunar XPRIZE, der zunächst mit mehr als 25 Teams gestartet war, läuft derzeit die Finalrunde. Neben Part-Time Scientists nehmen 15 weitere Teams aus Brasilien, Kanada, Chile, Ungarn, Japan, Israel, Italien, Malaysia und den USA teil. Es ist also ein Duell, ein Wettkampf und wer möchte nicht von sich behaupten, schon mal etwas auf den Mond geschossen zu haben?

Wie bringt sich Audi in die Zusammenarbeit ein?

“Als Kooperationspartner unterstützt Audi das Team vor allem auf seinen Kompetenzfeldern Leichtbau und Elektromobilität, beim permanenten Allradantrieb quattro und beim Pilotierten Fahren. Auch beim Testen, Erproben und Absichern der Qualität bietet Audi breit gelagerte Zusammenarbeit an. Zudem überarbeitet das Audi Konzept Design München den Mond-Rover, der künftig Audi lunar quattro heißen wird.”

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Wann geht es los? 

Bis Ende 2017 soll der “Audi lunar quattro” – so heißt der Rover nun – ins All geschossen werden, wenn die Trägerrakete ihre Flughöhe erreicht hat, dann geht es 380.000 Kilometer bis zum Mond. 380.000 km! Während viele von uns vermutlich ein Leben lang mit dem Auto fahren um diese Distanz zu schaffen, ist der Spuk nach 5 Tagen vorbei und die Landefähre bringt den Rover zum Mond.

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Wie bewegt sich der Mond-Rover?

Getestet wurde das Fahrzeug in den österreichischen Alpen und auf Teneriffa, da ich auf dem Tide schon mal war, weiß ich also nun auch wie man sich den Mond so vorstellt. Über ein verstellbares Solarpanel wird das Sonnenlicht eingefangen. Über die Solarenergie (ja, auch auf dem Mond scheint die Sonne), wird die kleine Lithium-Ionen Batterie geladen. Der Audi lunar Quattro ist also ein Elektrofahrzeug und wie der Name es schon verspricht, verfügt er über vier Radnabenmotoren.

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Der Kopf ist schwenkbar, neben den beiden Kameras für die Fortbewegung gibt es eine weitere Kamera für die wissenschaftlichen Zwecke.

Schaut euch doch einfach mal das kurze Video hier an:

Wer sind die Part-Time Scientists? 

“Die Mehrzahl der momentan etwa 35 Ingenieure kommt aus Deutschland und Österreich. Experten aus drei Kontinenten, darunter der ehemals leitende NASA-Mitarbeiter Jack Crenshaw aus Florida, verstärken das Team.” – Das Team-Part-Time Scientists hat inzwischen zwei Meilenstein-Preise gewonnen: den Mobilitätspreis (dotiert mit $ 500.000) und den Imaging-Preis (dotiert mit $ 250.000), nach Adam Riese und Eva Zwerg sind das insgesamt $ 750.000 als Preisgeld und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass da noch was passieren wird.

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Wer unterstützt das Team noch?

“Zu den Unterstützern der Gruppe gehören neben Audi mehrere Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen, so etwa NVIDIA, die Technische Universität Berlin, das Austrian Space Forum (OeWF) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).”

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Quelle: Pressemitteilung Audi 2015 – Fotos: Jens Stratmann