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Instagram Reels: So funktioniert Facebooks TikTok-Klon

Facebook bzw. Instagram hat sich mal wieder bei der Konkurrenz bedient und mit Reels eine Funktion eingeführt, die doch stark an TikTok erinnert. Wo ihr das Feature findet und was es kann, erklären wir euch hier. 

von Carsten Drees am 24. Juli 2020

Im letzten Monat haben es die Reels nach Deutschland geschafft. So nennt sich eine neue Video-Funktion bei Instagram, bei der es noch untertrieben wäre, würde man Facebook sagen, dass man sich etwas bei TikTok inspirieren hat lassen. Das ist natürlich nichts Neues, auch die Stories beispielsweise hat man sich seinerzeit bei Snapchat abgeschaut und nachgebaut.

Eben diese Stories werden auf Instagram und Facbook auch eifrigst genutzt und selbst ich Honk blicke da mittlerweile durch und kann schmerzfrei meine Stories erstellen. Kaum hat der alte Mann diese Funktion also durchblickt, legt Instagram mit seinen Reels nach und stellt mich vor neue Aufgaben.

Sowohl bei Snapchat als auch TikTok bin ich angemeldet und hab zu Testzwecken auch irgendwann dort was gemacht, warm geworden bin ich mit den Plattformen aber ehrlich gesagt nie. Nachdem sich mir die Stories dann bei Instagram erschlossen haben, war ich also guter Dinge, dass ich mit Reels ebenfalls mehr anfangen kann als mit dem Original auf TikTok.

Deswegen hab ich mir die Funktion mal angeschaut und möchte euch in ein paar knappen Sätzen schildern, wo ihr die Reels überhaupt erst mal findet und wie ihr sie erstellt.

Wo findest du die Reels?

Willst Du erst mal schauen, wie sowas aussieht und was andere da so abliefern? Dann reicht der Blick auf den Explore-Screen, wo oben sehr prominent Reels gefeatured werden. Einfach draufklicken und dann könnt ihr euch durch die verschiedensten Reels wischen (nach oben wischen).

Davon abgesehen könnt ihr jetzt sowohl im Feed als auch in den Stories bereits über die Reels stolpern. Spannender ist aber vermutlich erst mal, wie man selbst so ein Teil erstellt bzw. wo man die Funktion überhaupt findet.

Eigene Reels erstellen

Dazu braucht ihr nur im Feed ganz oben links auf die Kamera tippen, mit der Du sonst live gehst oder Stories erstellst. Unten könnt ihr dann neben Live und Story eben nun auch Reels auswählen.

Ihr könnt jetzt Videos aus eurer Galerie in den Reels aneinanderreihen, oder ihr startet eine Aufnahme. Logisch, dass ihr euch aussuchen könnt, ob ihr die Selfie- oder die Hauptcam nutzt. Mittig unten seht ihr den Aufnahme-Button: Drückt ihr den, startet die Aufnahme, drückt ihr erneut, pausiert ihr und könnt einen weiteren Step planen.

Links im Bild seht ihr vier verschiedene Symbole. Die stehen — von oben nach unten — für Audio, Tempo, Effekte und Timer.

Audio

Der erste Button erklärt sich ja im Grunde von selbst. Hier könnt ihr Musik auswählen, haargenau so, wie ihr es von euren Stories bereits kennt. Alternativ dazu könnt ihr euer eigenes Original-Audio wählen, dazu erklärt Instagram:

Hast du ein öffentliches Konto, können andere Nutzer ‘Reels’ mit deinem Audio verwenden, indem sie ‘Audio verwenden’ in deinem Video auswählen und dann mit deinem Sound ihre eigene Version des Videos erstellen.

Tempo

Bei Tempo könnt ihr auswählen, ob das Video in Originalgeschwindigkeit aufgenommen werden soll, langsamer oder auch schneller. Für schneller und langsamer als das Original stehen euch jeweils zwei Alternativen zur Verfügung. Die Optionen sind: .3x .5x 1x 2x 3x 

Ihr könnt in jedem der gefilmten Abschnitte neu die Geschwindigkeit festlegen, so dass ihr zum Beispiel alle Szenen normal schnell ablaufen lasst und nur die finale Szene in Zeitlupe.

Effekte

Auch hier muss ich euch nicht viel erklären, denn auch die AR-Effekte sind die selben, die ihr in euren Stories nutzen könnt. Mit denen hübscht ihr eure Reels auf und sorgt so für mehr Abwechslung, bestimmte Farbakzente usw., eben so, wie ihr es aus den Stories kennt.

Timer

Der Timer-Button schließlich ist für zweierlei gut: Einmal könnt ihr tatsächlich einen Timer einstellen und erkennt dann am Countdown auf dem Display, wann ihr loslegen könnt. Das ist praktisch, wenn ihr für euer Video die Hände frei haben wollt. Außerdem könnt ihr einstellen, wie lang der Clip sein soll.

 

Nachdem ihr jetzt ein paar Videos aneinandergereiht habt, könnt ihr euch alles zusammen nochmal anschauen und dann teilen. Hier habt ihr dann natürlich wieder die Auswahl, wem ihr es zeigen wollt. Entweder landen eure Reels direkt im Feed, wo sie natürlich länger für Aufmerksamkeit sorgen als in den Stories. Alternativ habt ihr aber eben auch die Möglichkeit, euer Werk per Story zu veröffentlichen oder auch an eine Person privat zu schicken.

Wenn man sich durch andere Reels inspirieren lässt und ein wenig experimentiert, dürfte man im Handumdrehen ähnlich gelungene Videos kreieren können, wie ihr sie von TikTok kennt (okay, nicht, wenn man so ein Video-Vollversager ist wie ich — aber für Normalsterbliche sollte es schnell gehen).

Ja, natürlich hat Facebook/Instagram hier abgekupfert, aber die Geschichte ist ja wie bereits erwähnt auch schon bei den Stories aufgegangen und ich könnte mir schon vorstellen, dass Instagram hier TikTok ein paar Nutzer abjagen kann.

Solltet ihr überlegen, ob ihr mit diesem Video-Format richtig durchstarten könnt, dann würde ich an eurer Stelle keine Zeit verlieren: Während TikTok schon so randvoll ist mit richtig guten, kreativen Videos (okay, natürlich auch jede Menge haarsträubender Unsinn), läuft Reels bislang noch so ein bisschen unterm Radar: Nachdem Reels bereits im letzten Jahr in Brasilien getestet wurden, kamen mit Indien, Frankreich und eben Deutschland bislang nur drei weitere Länder hinzu — ihr könntet jetzt also noch einsteigen, bevor sich zum Beispiel die US-User  auf die Reels stürzen.

Ich selbst gehe jetzt nochmal in mich und überlege, ob ich selbst auch ein paar Reels basteln soll — aber machen wir uns nichts vor: Es gibt so unfassbar kreative Köpfe auf Instagram, da kann ich im Leben nicht mehr gegen anstinken, was aber auch völlig okay für mich ist ;)