IFA 2015
Intel Skylake: Neue CPUs im Detail

Pünktlich zur IFA hat Intel seine neuen CPUs vorgestellt, die auf der neuen Skylake Plattform basieren und Verbesserungen im Bereich Grafik und Akkulaufzeit bieten. Interessant ist auch die gute Zusammenarbeit mit Windows 10.

Pünktlich auf der IFA 2015 stellt Intel die komplette neue CPU Familie der sechsten Generation mit dem Codenamen Skylake vor. Vor allem im Bereich der Grafikperformance profitieren dadurch auch kleinere, mobile Geräte, die mit einem Intel Core M oder der U-Serie wie in Ultrabooks ausgestattet sind. Erstmals kommen neben Xeon auch übertaktbare K-CPUs in den Notebookbereich und deuten auf zukünftige mobile Workstations sowie extrem schnelle Gamingnotebooks.

Neue Core m CPUs: Core m3, m5 und m7

Den Anfang machen neue Core M Chips, die weiterhin auf der 14nm Architektur basieren. Intel hat sich wie bei den core i Serien auf neue, einfachere Namen zu setzen, sodass Nutzer zwischen drei Leistungsstufen wählen können: core m3, m5 und m7. Mit einer TDP von 4,5W ist der Core M Prozessor somit vor allem für ultramobile Geräte wie 10 Zoll Tablets oder 11,6″-13,3″ 2-in-1 Geräte gedacht, die ohne Lüfter auskommen müssen. Auch die neueste Grafik, die Intel HD Graphics 515 ist im Skylake core m eingebaut und erlaubt somit bis zu 40% bessere Performance im Vergleich zum Vorgänger. Mit dieser ist es unter anderem möglich nativen 4K Content flüssig wiederzugeben. Aber auch die Produktivität hat sich gesteigert, so lassen sich 4K Videos um bis zu 20% schneller rendern. Wer gerne spielt, der wird sich über den Zuwachs ebenfalls freuen, World of Warcraft soll nun beispielsweise endlich flüssig laufen. Neu sind außerdem der eingebaute Bildverarbeitungschip, der unter anderem die neue Intel Realsense R200 3D Kamera unterstützt und auch der USB Typ C Stecker mit USB 3.1 wird nun endlich unterstützt.

Intel Skylake CPUs IFA 201510

Beeindruckend ist vor allem der Performance-Vergleich mit älteren Generationen, denn der Core m7 ist etwa doppelt so schnell wie der U-Chip der erste Generation, verbraucht aber nur ein Viertel des Stroms. Er ist somit in etwa vergleichbar mit einem Haswell Ultrabook von vor 3 Jahren. Im Vergleich zur ARM Konkurrenz, das iPad Air 2 gilt da als Benchmark, soll der Intel core m7 etwa doppelt so viel Leistung liefern, bei einer etwas schwächeren Laufzeit von „nur“ 10 Stunden 1080p Videowiedergabe.

Neue Mikroarchitektur, weniger Stromvebrauch

Die neue Skylake Mikroarchitektur setzt auf die Integration weiterer Unterprozessoren, um die Performance zu steigern und neue Features zu erlauben, sowie auf die Reduzierung des Stromverbrauchs. Interessant ist dabei, dass Intel immer mehr Tablet Schnittstellen einbaut, so sind beispielsweise ein Bildverarbeitungschip und ein neuer Sensor Hub eingebaut, die sonst extern angeschaltet werden müssen, somit mehr Strom und Platz verbrauchen. Auch wird ab sofort Dual Channel DDR4 RAM unterstützt, wie wir bereits bei den K-SKUs letzten Monat gesehen haben.

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Stärkere Grafik mit HD Graphics 500

Intel Skylake CPUs IFA 201517Mal wieder ändert Intel den Namen seiner integrierten Grafikeinheit, die nun Intel HD Graphics 500 heißt. Neben einer 40 prozentigen Steigerung beim core m7, gibt es natürlich auch Verbesserungen bei den anderen Reihen. Sowohl die Iris als auch die Iris Pro Grafiklösungen kommen nun mit eDRAM Speicher, den man sich am besten als Level 4 Cache vorstellen kann. Dieser Speicher ist besonders nah an der CPU, sodass hier deutliche Geschwindigkeitsgewinne zu erwarten sind. Außerdem kommt die Iris Grafik durch die Verwendung von eDRAM nun auch endlich in die Dual Core U-Modelle, die mit 15W TDP angegeben sind, vorher war sie Modellen mit 28W TDP vorbehalten. Vorstellbar wären somit z.B. die lang erwarteten MacBook Airs mit Retina Display oder deutlich schlankere MacBook Pros.

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Insgesamt gibt es drei Stufen der Iris Grafik: GT2, GT3/GT3e und GT4e. Diese unterscheiden sich in der Anzahl der Execution Units, sodass die GT2 24, die GT3/GT3e 48 und die GT4e 72 Execution Units besitzt. Aber auch der Stromverbrauch war hier enorm wichtig, sodass die CPU einzelne Execution Units nach Bedarf abschalten kann, um Strom zu sparen. Auch Support für DirectX 12 ist kein Problem und damit geht man Hand in Hand mit dem Release von Windows 10. Für Videoersteller besonders interessant ist aber neben Geschwindigkeitsverbesserungen beim Quicksync Chip, der für Video En und Decoding verwendet wird, die Einführung von HEVC und H.265 Encoding sowie Decoding. Insgesamt werden bis zu drei 4K Monitore werden in der höchsten Ausstattung unterstützt.

Windows 10 Features

Die Partnerschaft mit Microsoft ist auch mit Skylake enorm wichtig und deswegen gibt es neben dem DirectX12 Support auch Unterstützung für Windows Hello. So unterstützt man einen neuen DSP, der Hand in Hand mit Cortana und der Spracherkennung arbeitet und ein Aufwachen in unter einer halben Sekunde erlaubt – schneller als man das Wort aufwachen sagen kann. Auch Windows Hello sowie die anderen Sicherheitsfeatures sind Intel wichtig. Der neue Bildprozessor ist für Gesichtserkennung optimiert, dazu kommt die Intel Realsense R200 Kamera, die über einen Infrarot Sensor verfügt und somit feststellen kann, ob es sich um eine echte Person vor der Kamera handelt oder nur ein Foto. Dazu wird es Funktionen für Geo-Fencing geben, das nicht nur mit GPS und bekannten WLAN Netzwerken funktioniert, sondern auch mit Bluetooth-Geräten. Hat man beispielsweise sein Smartphone in der Nähe, reicht dann nur die Gesichtserkennung zum Anmelden. Ist man abseits vom bekannten WLAN und das Smartphone ist nicht in der Nähe, dann könnte ein zusätzliches Passwort oder ein Fingerabdruck verlangt werden, je nach Einstellung natürlich.

Bildschirmfoto 2015-09-02 um 09.55.40

Auch der Stromverbrauch wurde zusammen mit Windows 10 gesenkt. Das liegt an der Intel Speedshift Technologie, die zusammen mit Microsofts Betriebssystem zusammenarbeitet. Das OS gibt dabei eine Empfehlung an die CPU, welcher Kompromiss zwischen Performance und Stromverbrauch eingegangen werden soll und der Chip kann dann selbst entscheiden, welche Taktfrequenz der CPU, des Speichers etc. verwendet werden soll.

Ultimative mobile Performance

Zwei große Neuigkeiten gibt es für Gamer und mobile Workstation-Nutzer. Mit mobilen XEON Prozessoren werden deutlich kompaktere Workstations möglich, die mit einem Quad Core Prozessor mit 2,9GHz und einem maximalen Turbo von bis zu 3.8GHz ausgestattet sind. Wichtig ist hier natürlich auch die vPro Unterstützung für Unternehmen, aber auch der geringe Stromverbrauch durch eine TDP von nur 45W.

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Gamer dürfen sich hingegen auf die allerersten Notebooks mit übertaktbaren CPUs freuen. Die i7-6820HK bietet 4 Kerne mit 2,7GHz sowie einen Turbo Boost von 3,6GHz. Erste Geräte werden dazu von ASUS bereits heute vorgestellt und ohne zu viel zu verraten: Ihr dürft euch extrem darauf freuen.

Viel Performance für jede Geräteklasse

Insgesamt 49 CPUs wurden heute vorgestellt, die meisten werden noch dieses Jahr erscheinen. Wer sich jedoch auf CPUs mit Iris Pro freut, der muss leider erst bis zum nächsten Jahr warten. Mit der sechsten Generation zeigt Intel auf jeden Fall Stärke und eine extreme Flexibilität, obwohl man nur eine einzige Plattform verwendet. Die Anbindung mit den diversen Windows Features ist ebenfalls hervorragend gelunden. Man darf sich also auf schlankere Geräte mit mehr Performance vor allem im Grafikbereich freuen und wir schauen gespannt nach vorne auf die Ankündigungen zur IFA.

Intel Skylake: i7-6700K und i5-6600K Gaming CPUs

Lange hat die Spielergemeinschaft auf die neuen Intel K CPUs gewartet und nun ist die neueste Generation endlich da. Dabei überspringt der Chiphersteller nicht nur die bis vor Kurzem aktuelle Broadwell Plattform und setzt auf „Intel Skylake“, sondern hat auch diverse Funktionen in die neuen Core i7 und Core i5 Chips eingebaut, die das Ausreizen der Systemgrenzen noch feinfühliger machen.

Core i7-6700K – Alle Spezifikationen

SKL i7 boxGanz im Rampenlicht steht dabei der neue Intel Core i7-6700K Prozessor, der mit einer Basisfrequenz von 4.0GHz auf allen vier Kernen getaktet ist und 8 Threads unterstützt.

Während der Single Core Turbo Boost mit 4.2GHz dieses mal geringer als noch beim Vorgänger 4790K (4.4GHz) ausfällt (aber natürlich übertaktet werden kann), soll der i7-6700K eine Performance-Steigerung bis zu 10% ermöglichen; im Vergleich zum i7-4770K sind es sogar bis zu 20%.

Im Vergleich zum Vorgänger, der noch auf der Haswell Plattform basierte und somit eine Strukturgröße von 22nm aufwies, setzt Intel nun endlich auf Skylake und somit 14nm. Die neue Plattform hat gleich mehrere Vorteile, so unterstützt sie beispielsweise den schnelleren DDR4 Speicher mit 2133MHz oder alternativ DDR3L-1600L Speicher, beide über zwei Kanäle.

Update: Die Kollegen von cnet und digitaltrends haben mittlerweile einige Benchmarks durchführen können, diese wollen wir euch nicht vorenthalten. Besonders in die ausführlichen Benchmarks von anandtech solltet ihr mal reinschauen. Die Ergebnisse lassen sich auf jeden Fall sehen.

intel core i7-6700k vergleich mit 4790k und 4770k

Auch die integrierte Grafik hat sich stark weiterentwickelt und bietet vor allem Vorteile beim Videorendering und bei der Benutzung von 4K-Displays. Für aufwendige Spiele ist sie natürlich eher weniger geeignet.

Bis zu drei unabhängige Displays unterstützt die Intel HD Grafik 530. Zur Erweiterung der Grafik stehen dem Nutzer 16 PCI Express 3.0 Lanes entweder als 1×16, 2×8 oder 1×8 und 2×4 Lane Ausführungen zur Verfügung, je nach Motherboard.

intel core i7-6700k und z170 übersicht peripherie

Core i5-6600K – Günstige Overclocking CPU

SKL i5 boxWer ein geringeres Budget zur Verfügung hat, allerdings trotzdem die Übertaktungsmöglichkeiten nutzen möchte, für den hält Intel den Core i5-6600K bereit, der eine Basisfrequenz von 3.5GHz und einen Turbo Boost von bis zu 3.9GHz besitzt. Beim i5 sind zwar ebenfalls vier Kerne verbaut, allerdings mit nur einem Thread pro Kern und einem 6MB großen L3 Cache.

Wer nun sofort upgraden möchte, muss jedoch eins bedenken: Die Intel Skylake Architektur setzt auf den neuen LGA1151 Sockel, der nicht mit dem LGA1150 Sockel kompatibel ist. Man benötigt ein neues Motherboard. Diese wurden bereits auf der Computex gezeigt und werden voraussichtlich in den nächsten Tagen und Wochen genauer vorgestellt. Erste ASUS Motherboards mit dem Intel Z170 Chipsatz sind bereits gelistet.

Intel Core i7-6700KIntel Core i5-6600K
Basisfrequenz4.0GHz3.5GHz
Max. Turbo Boost4.2GHz3.9GHz
Kerne/Threads4/84/4
L3 Cache8MB6MB
PCI Express 3.0 Lanes1616
Speicher2 channels
DDR4-2133
DDR3L-1600
2 channels
DDR4-2133
DDR3L-1600
TDP91W91W
Sockel(LGA)11511151
Preisempfehlung$350$243

Intel Z170: Neuer Chipsatz

Intel ChipsatzPassend zu den Intel Core i7-6700K und i5-6600K Prozessoren wurde auch der Intel Z170 Chipsatz vorgestellt, der bis zu 20x PCI Express 3.0 bietet (mit Datenraten von je 8Gb/s), bis zu zehn USB 3.0 oder 14x USB 2.0 Ports, Gigabit LAN, 6x eSATA Ports und die Intel HD Audio und Smart Sound Technologien, die im Hinblick auf Windows 10 Features wie Cortana intelligentere Sprachsteuerung andeuten. Dazu gibt es noch Unterstützung für die Intel Rapid Storage Technologie für PCI Express Speicher. Passend dazu stellt Intel auch die 800GB Version ihrer SSD 750er Serie vor, die ebendiese Funktion besitzt.

Feiner übertakten

Interessant sind aber vor allem die deutlich verbesserten Overclocking-Möglichkeiten, die mit den neuen CPUs und dem neuen Intel Z170 Chipsatz ermöglicht werden. Der Turbo bleibt im Vergleich zum i7-4790K weiterhin unlocked, dazu gekommen ist jedoch die Möglichkeit den Base Clock (BCLK) in 1MHz Schritten erhöhen zu können; vorher war das nur Ratio-basiert möglich, also mit 100/125/166MHz.

Auch der Speicher ist nicht nur von der Grundspezifikation schneller geworden, sondern die DDR Ratio kann auf bis zu 4133 Millionen pro Sekunde hochgeschraubt werden. Dazu sind die DDR Granularity Steps, mit denen der Arbeitsspeicher höher getaktet werden kann, mit 100 bzw. 133MHz doppelt so genau geworden.

Insgesamt betrachtet können anspruchsvolle Nutzer sich mit dem Z710 deutlich feinfühliger an die Systemgrenzen begeben.

Intel core i7-6700k overclocking moeglichkeiten

Preis und Verfügbarkeit

Sowohl der Intel Core i7-6700K als auch der Core i5-6600K sind ab sofort im Handel erhältlich. Neben einem deutlich moderneren Verpackungsdesign gibt es eine weitere Neuerung: Ab sofort ist kein CPU-Kühler mehr in der Box enthalten.

Die Preisempfehlung für den Intel Core i7-6700K liegt bei 350$, der i5-6600K fällt mit $243 deutlich günstiger aus. Auch die ersten deutschen Händler haben die neuen CPUs auch bereits gelistet, wobei der Preis mit einer breiteren Verfügbarkeit noch etwas sinken sollte: Für den i5-6600K werden derzeit 276€, für den i7-6700K 378€ fällig.