Internet für alle, Armut beseitigen: Bill Gates, Bono und Mark Zuckerberg retten die Welt

Bill Gates und Mark Zuckerberg von Microsoft bzw. Facebook waren beim UNO-Entwicklungsgipfel zugegen und erklärten, dass sie selbst mit dafür sorgen wollen, dass bis zum Jahr 2020 jeder Mensch auf dieser Welt Zugang zum Internet erhält. Auf lange Sicht will man damit die Armut in der Welt ausmerzen und ging dazu eine Partnerschaft mit der von Bono mitgegründeten Organisation One ein. 
von Carsten Drees am 28. September 2015

Gerade in Zeiten, in denen man von negativen Schlagzeilen förmlich erschlagen wird, melde ich mich gerne mit den positiveren Geschichten zu Wort: Carsten Drees – Feelgood-Manager und Naivchen in Personalunion, der manchmal vielleicht ein bisschen zu sehr an das Gute im Menschen glaubt und sich tapfer dagegen sträubt, diese Einstellung aufzugeben.

So ist Google eben für mich nicht die Datenkrake, sondern ein Konzern, der tatsächlich dazu beitragen kann, unser Leben in vielen Dingen deutlich zu verbessern – nicht nur mithilfe von Suchmaschinen, oder E-Mail-Clients. Bei Facebook ist es ähnlich: Mark Zuckerberg leitet ein Unternehmen, welches natürlich wirtschaftlich arbeiten möchte und muss, aber bei dem ich dennoch denke, dass es ein Herr Zuckerberg ernst meint, wenn er sagt, dass er Gutes tun will.

Nicht fehlen darf in dieser Aufzählung Milliardär Bill Gates, der mir zuweilen als Microsoft-Kopf in den Medien als sowas wie das personifizierte Böse der Welt vorkam, tatsächlich aber schon sehr lange sehr viel Geld zu guten Zwecken investiert. Vermutlich liegt die Wahrheit wie so oft mal wieder in der Mitte und diese großen Unternehmen haben alle irgendwelche Leichen im Keller und kämpfen dennoch gleichzeitig gegen das Übel auf unserem schönen Planeten.

Kampf gegen die Armut – Internet für alle bis 2020

Womit rechtfertige ich das Loblied auf diese Multikonzerne, die zweifellos nicht erst als letztes an ihr eigenes Geld denken? Beispielsweise mit Auftritten  wie jetzt beim UNO-Entwicklungsgipfel am letzten Samstag. Dort gab man eine Erklärung ab, die u.a. vorsieht, dass man es binnen der nächsten vier bis fünf Jahre hin bekommt, dass jeder Mensch auf diesem Planeten Zugang zum Internet bekommt. Das Internet gehöre jedem und somit sollte auch jeder in der Lage sein, die Vorteile des Internets nutzen zu können.

Mehr Menschen im Internet sind aktuell gleichzusetzen mit mehr Menschen, die Facebook nutzen und damit Zuckerberg auch geschäftlich in die Karten spielen. Der Gedanke dahinter ist aber noch ein anderer: Bekomme ich die Möglichkeiten, die mir das Internet bietet, kann ich mich mit größerer Wahrscheinlichkeit aus Armut befreien.

When people have access to the tools and knowledge of the internet, they have access to opportunities that make life better for all of us

Egal, ob wir über die Tools reden oder einfach nur das gebündelte Wissen, welches uns das Netz bietet: Beides in den Händen ambitionierter Menschen kann nicht nur dazu führen, dass sich eine Person aus der eigenen Armut befreien kann, sondern dass wir alle profitieren. Vier Milliarden Menschen haben heute noch nicht die Möglichkeit, das Internet zu nutzen – der Rest ist einfachste Mathematik: Das Heilmittel gegen Krebs, das Rezept gegen den Hunger in der Welt – all das lässt sich unter 7 Milliarden Menschen mit Zugang zu Wissen nun mal früher erwarten als unter lediglich 3 Milliarden Menschen: Gesetz der Zahl!

Wie Zuckerberg bei Facebook erklärte, bedeuten zehn Menschen mit Internetzugang, dass sich ein Mensch aus der Armut erheben kann und dass wir eine riesige Chance haben, innerhalb einiger Jahrzehnte die Armut in der Welt zu beseitigen, wenn wir es fertig bringen, den noch fehlenden vier Milliarden Menschen den Zugang zum Internet zu ermöglichen. An diesem Plan arbeitet Zuckerberg ja schon lange mit seiner Organisation internet.org, zudem hat er sich aber neben Bill Gates noch jede Menge anderer prominenter Mitstreiter gesucht, um diese ambitionierten Ziele umsetzen zu können:

Today I’m speaking at the United Nations in New York where I’m going to call for universal internet access to be made a global priority. I’m also kicking off a global call to action in partnership with the ONE campaign supported by Action/2015, the Bill & Melinda Gates Foundation, the Mo Ibrahim Foundation, Save the Children, TED, the United Nations Foundation, Ushahidi, Bono, Richard Branson, Arianna Huffington, Shakira, George Takei, Charlize Theron, Jimmy Wales and many others. We have a simple message. Internet access is essential for achieving humanity’s Global Goals. Mark Zuckerberg, Facebook

In der Liste der Organisationen und der Prominenten, die sich das Erreichen dieses Ziels auf die Fahnen geschrieben haben, finden wir auch Bono, den Sänger von U2, der bekanntlich auch schon seit vielen Jahren sehr engagiert Armut und Hunger in der Welt bekämpft. Da ich weiß, welche Reaktionen oftmals das bloße Erwähnen von Bono hervorruft: Ja, vielleicht könnte er sich auch engagieren, ohne es so offensichtlich an die große Glocke zu hängen und ja, natürlich ist er selbst Multimillionär und hat gut reden, wenn er den ein oder anderen Dollar für gute Zwecke spendet oder einsammelt. Interessiert mich allerdings nicht, ebenso wenig bei Zuckerberg und Gates. Dank dieser Menschen fließen Millionen oder gar Milliarden Dollar in unterstützenswerte Projekte und wenn sie sich dafür im verdienten Ruhm sonnen wollen oder unabhängig davon ihren persönlichen Reichtum genießen – sollen sie doch!

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Bono ist es dann auch, dessen Organisation One als Partner dieser Kampagne gilt, die ermöglichen sollen, dass die 17 globalen Ziele, auf die sich Staats- und Regierungs-Chefs beim UN-Gipfel geeinigt haben, erreicht werden können – und die das Beenden der Armut in der Welt mit sich bringen sollen. Bis 2020 sollen alle Menschen auf der Erde Internet haben, bereits 2030 will man die extreme Armut beseitigt haben – das sind nur knapp 15 Jahre, Freunde! Übrigens kalkuliert man mit 4,5 Milliarden Euro, die dazu jährlich aufgetrieben werden müssen. Verglichen mit den Summen, die man in Bankenrettungen investiert hat, sollte das eigentlich zu stemmen sein, oder?

Die 17 Global Goals der UN
Die 17 Global Goals der UN

Ich schrieb ja oben bereits, dass ich in diesen Dingen vielleicht auch einfach ein bisschen naiv an die Sache ran gehe, aber ich glaube tatsächlich daran, dass man die Welt, so wie sie heute ist, komplett umkrempeln kann, wenn wir nur wollen. Wenn ich als Überschrift verkünde, dass drei Prominente die Welt retten, dann ist mir natürlich klar, dass die das nicht im Alleingang stemmen, sondern lediglich Rädchen der ganzen Maschinerie sein können.

Es braucht selbstverständlich die Politiker der Welt, dazu braucht es Menschen wie Mark Zuckerberg, Bill Gates und Bono Vox, die die Mittel, Visionen und Reichweite haben, um große Projekte anzustoßen und dazu braucht es uns alle. Jeder Einzelne muss eigentlich nur wenig dafür tun, damit das Lebensniveau für alle sieben Milliarden Menschen oberhalb einer lebenswerten Grenze liegt. Spendet, zeichnet Petitionen, helft Menschen in Not, klärt auf – jeder noch so kleine Beitrag hilft, dass der Mensch – manchmal das verachtenswerteste Geschöpf unter dieser Sonne – doch noch die Kurve bekommt.

Quelle: Mark Zuckerberg auf Facebook und One via abc.net.au