Interview mit HTC: Ryan Hoopingarner über die Vive und mobile VR

Auf der Gamescom hatten wir die Möglichkeit, mit Ryan Hoopingarner zu sprechen. Er ist der Vorsitzende des Produktmarketings mit dem Schwerpunkt VR und ist so bei HTC dafür zuständig, die Vive zu vertreten.

Auf der Gamescom war HTC zusammen mit AMD vertreten und präsentierte an insgesamt vier Anspielstationen die aktuellen Titel. In einem der Felder wurde ein Mixed Reality-Setup gebaut, in dem sich die Zuschauer den Spieler dann in der virtuellen Realität anschauen konnten. Neben dem offiziellen Stand gab es aber auch viele weitere Publisher, die die Vive am Stand zur Präsentation von VR-Spielen nutzten.

Ryan Hoopingarner stand uns zur Verfügung, um ein kurzes Interview zu geben. Wir sprechen mit ihm über den Erfolg der HTC Vive, die Konkurrenz und die weiteren Pläne der Firma HTC. Durch den Zeitdruck der vielen Termine war leider kein längeres Interview möglich – trotzdem hoffen wir natürlich, dass euch das kurze Gespräch gefällt.

Mobilegeeks:

Die HTC Vive ist jetzt seit einigen Monaten verfügbar. Ist HTC mit den Verkaufszahlen zufrieden?

HTC:

Ja, sehr. Wir haben Interesse auf Märkten gesehen, an denen wir ursprünglich gar kein Interesse hatten. Die allgemeine Reaktion auf die Vive war überwältigend.

Der HTC Vive-Stand vor Start der Messe.
Der HTC Vive-Stand vor Start der Messe.

Mobilegeeks:

Oculus hat zum Start der Rift die Touch-Controller noch nicht auf den Markt gebracht, das hat HTC bestimmt einen Vorteil gebracht und den Marktanteil durch die Roomscale-Fähigkeit stark erhöht. Glauben Sie, dass der Launch der Touch-Controller Oculus zu einem stärkeren Konkurrenten macht?

HTC:

Derzeit ist VR ein sehr kompetitives Feld. Die Kunden wissen bereits, dass die Controller für die Rift in kurzer Zeit kommen werden. Deswegen erwarte ich nicht allzu viel Änderungen, wenn die Controller endlich gekauft werden können. Es wird bleiben wie bisher.

Mobilegeeks:

Mit einem Preis von etwa 900 Euro ist die Vive nicht gerade ein günstiges Produkt. Gibt es exakte Zahlen, wie viele VR-Brillen von HTC verkauft wurden?

HTC:

Wir haben bisher keine genauen Zahlen genannt. Aber wenn man den allgemeinen Preis der Vive anschaut: Mit all’ dem, was mit der Vive mitgeliefert wird, hat man ein komplettes System. Wir sind mit dem Preis, den wir erreicht haben, sehr glücklich – und deswegen liegt er auch heute noch auf dem gleichen Niveau.

Mobilegeeks:

HTC ist derzeit nicht die profitabelste Firma. Denken Sie, dass die Vive etwas an der finanziellen Lage ändern kann?

HTC:

Es handelt sich hier natürlich um zwei völlig unterschiedliche Märkte. HTC hat bereits mitgeteilt, wie die Vive in der Firmenstruktur untergebracht ist: Wir behandeln das VR-Geschäft wie eine neue Landschaft mit neuen, anderen Kunden. Es ist neuer Boden, der noch gepflastert werden muss, und wir sind glücklich, an vorderster Front zu stehen.

Mobilegeeks:

Also, was ist jetzt genau die Situation? Teilt sich Vive komplett vom Hauptunternehmen HTC?

HTC:

HTC hat bekanntgegeben, dass das Vive-Tätigkeitsfeld eine komplett eigene Tochtergesellschaft ist. Aus dem Vive-Umfeld wurde auf dem VRLA-Event nun auch Viveport vorgestellt. Die Plattform gab es bereits in China, um VR-Content zu kaufen. Wir haben Viveport nun auch auf dem westlichen Markt und weltweit veröffentlicht, um Content außerhalb von Spielen für VR zentral anzubieten. Ich denke, man wird HTC als Firma weiterhin auch außerhalb von Hardware-Produktion wachsen sehen.

Mobilegeeks:

Also Steam und Viveport parallel nutzen?

HTC:

Die beiden Plattformen sind komplementär. Man würde nicht eine anstatt der anderen nutzen. Die Nutzer gehen zu Steam, um Spiele und Entertainment-Content zu kaufen; während Sie bei Viveport andere VR-Inhalte erwerben.

Interview von Ryan Hoopingarner und Mika Baumeister
Interview zwischen Ryan Hoopingarner und Mika Baumeister

Mobilegeeks:

Wir sehen auf dem mobilen VR-Markt reichlich Bewegung. Samsung zum Beispiel hat die Gear VR (in Zusammenarbeit mit Oculus) vorgestellt, Google hat die Daydream-Plattform veröffentlicht. Hat HTC Pläne, eine Art Vive für Smartphones zu entwickeln?

HTC:

Ich denke, wir sind offen für alle Möglichkeiten, die sich uns rund um Virtual Reality bieten. Aber wir haben bis jetzt noch keine spezielle Hardware angekündigt.

Mobilegeeks:

Okay, vielen Dank! Möchten Sie uns noch irgendetwas mit auf den Weg geben?

HTC:

Ist euch Dota bekannt? Eine der größten Neuerungen hier auf der Gamescom ist die Möglichkeit, ein eigentlich traditionelles 2D-Game neu aufgelegt zu spielen. Auf der E3 zeigten wir die Welten von Fallout und Doom – und hatten ein großartiges Feedback. Was man jedoch mit Valves Ansatz bei Dota sieht: Es ist nicht nur so, als würde man ein einfaches Match in VR spielen. Es gibt euch völlig neue Möglichkeiten, mit der Spielwelt zu interagieren. Und für Dota-Gamer, die so passioniert für ihr Spiel sind, ist es eine großartige Möglichkeit dieses Game noch einmal auf völlig neue Art und Weise zu erleben. Die VR-Fassung ist bereits verfügbar, jeder mit einer Vive kann es schon ausprobieren.

Mobilegeeks

Dankeschön für das Interview! Wir freuen uns auf weitere interessante Neuigkeiten von HTC – sei es nun Hardware oder Software.

HTC

Kein Problem.