Diese Katze schnurrt elektrisch
Jaguar I-PACE: Alles Wissenswerte zum Elektroauto

Mit dem Jaguar I-PACE präsentiert der britische Autohersteller einen vollelektrischen SUV mit hoher Reichweite. Das Elektroauto wird in Österreich gefertigt, wir waren bei der Weltpremiere dabei und zeigen euch neben den technischen Daten die Features des Technologieträgers.

Am vergangenen Donnerstag wurde die Serienversion des neuen Jaguar I-PACE der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir konnten bereits an einer kurzen Probefahrt des Elektrofahrzeugs im österreichischen Graz teilnehmen, wo die Autos im Werk von Magna Steyr produziert werden. Auf den ersten Blick bemerkenswert ist, dass der I-PACE dem ursprünglich vorgestellten Konzeptauto sehr nahe kommt, es hat auffällig wenige Änderungen gegeben.

Jaguar legte bei der Vorstellung des I-PACE besonderen Wert auf die Feststellung, dass der I-PACE von Grund auf neu konzipiert wurde. Es handelt sich nicht um ein umgebautes, ursprünglich mit einem Verbrennungsmotor ausgestattetes Fahrzeug, stattdessen begannen die Ingenieure, Designer und Entwickler beim I-PACE mit dem sprichwörtlich “weißen Blatt Papier”. Beim anstehenden Genfer Autosalon 2018 werden wir das Elektroauto ebenfalls sehen und können euch dann mehrere verschiedene Modelle im direkten Vergleich nebeneinander zeigen.

Mit dem Jaguar I-PACE stellen die Briten ihr erstes vollelektrisches Auto (BEV) vor. In den kommenden Jahren werden eine Reihe von elektrifizierten Fahrzeugen im Produktportfolio folgen, der I-PACE ist somit auch ein klassischer Technologieträger. Dementsprechend viel Aufmerksamkeit legt die Fachpresse momentan auf die technischen Daten und spezifischen Eigenschaften, die das Elektroauto besitzt – und die können sich in der Tat sehen lassen.

Update:
Valentin Rahmel aka Sarazar, Alex Bangula und Valentin Möller waren ebenfalls bei der Vorstellung des I-PACE mit dabei. Die Videos der Drei findet ihr hier.

Der Radstand des I-PACE fällt mit 2990 Millimetern ebenso wie die Gesamtlänge von 4682 Millimetern etwas kleiner als der F-PACE aus. Dennoch sorgen das “Fehlen” des Verbrennungsmotors und der Abgasanlage sowie die unterseitig platzierten Akkus dafür, dass der Innenraum des I-PACE vergleichsweise groß ist. So fasst der Kofferraum des Elektroautos insgesamt 656 Liter, durch Umlegen der Rückbank lässt es sich auf bis zu 1.453 Liter erweitern. Im Fahrzeuginnern befinden sich eine Reihe von Ablagen und Fächern. Insassen auf den Rücksitzen können sich über die anderen Fahrzeugen vermisste Beinfreiheit von 890 Millimetern freuen und trotz der nach hinten abfallenden Dachlinie gibt es mit 968 mm auch für die Fondpassagiere noch genügend Kopffreiheit.

Angetrieben wird das Fahrzeug von zwei Elektromotoren – einer an der Vorder-, einer an der Hinterachse, wobei die Antriebswellen durch die Motoren hindurchlaufen. Sie besitzen zusammen eine Leistung von 294kW (400 PS) und einem maximalen Drehmoment von 696 Nm, aus dem Stand. Das sorgt für enorme Beschleunigungswerte, die Jaguar mit einem kurzen Rennen zwischen dem I-PACE und dem Tesla Model X demonstrierte. In Zahlen: bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h kommt der I-PACE auf 4,8 Sekunden.

 

In alltäglichen Fahrsituationen – bei Überholmanövern, in Steigungen usw. – sorgt diese Leistung für den Fahrkomfort, den die Kundschaft von einem sportlichen SUV eines Premium-Herstellers erwartet. Da es sich um unabhängig voneinander angesteuerte Permanentmagnet-Synchronmotoren handelt, liefern die Aggregate eine an die Straßenverhältnisse angepasste Kraftverteilung. Die E-Motoren sind dazu tief im Fahrzeug installiert und treiben über ein integriertes Eingang-Getriebe und Differential je eine der beiden Achsen an. Mit Hilfe von Sensoren, welche das Beschleunigen und Bremsen des Fahrers und die verfügbare Bodenhaftung kontinuierlich messen, wird eine optimale Drehmomentverteilung auf alle vier Räder gewährleistet.

Leistung294 kW (400 PS)
Antriebsart2 x Elektromotoren, Allradantrieb (All Wheel Drive, AWD)
Batterie90 kWh
ReichweiteWLTP: 480 km
VerbrauchWLTP 21,2 kWh/100 km
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung0-100 km/h in 4,8 s

Jaguar I-PACE: Akkus und Reichweite

Der I-PACE besitzt ein Lithium-Ionen-Akku-Modul mit einer Gesamtkapazität von 90kW, das für eine eine Reichweite von rund 480 Kilometern (gemessen nach dem sehr praxisnahen WLTP-Testzyklus) sorgt. Es handelt sich um 432 Pouch Zellen, der Stromverbrauch pro 100 Kilometer liegt (kombiniert) je nach Ausstattungsvariante bei 24,2 bis 21,2 kWh. Die Schnellladung an öffentlich zugänglichen Ladestationen (100 kW Schnellladesäule mit Gleichstrom) soll von 0 auf 80 Prozent Batteriekapazität in nur 40 Minuten von statten gehen.

Grundsätzlich ist das Laden der Batterien mit Gleichstrom und Wechselstrom (AC und DC) möglich. Die mittlerweile durchaus verbreiteten Schnellladestationen mit 50kW Gleichstrom liefern binnen einer Stunde eine Reichweite von bis zu 270 Kilometern. Vorbereitet ist der I-PACE auf eine Ladeleistung von 100kW, an dementsprechend dimensionierten Ladestationen erreichen die Batterien des Elektroautos nach nur 15 Minuten Ladedauer eine Kapazität, die für weitere 100 Kilometer Reichweite sorgt.

Wer zu Hause statt einer üblicherweise nicht vorhandenen Schnelllademöglichkeit eine entsprechende Wallbox einsetzt, kann die volle Reichweite über Nacht – sprich: in circa 13 Stunden – in das Fahrzeug “pumpen”. Dies entspricht bei einem dynamisch angepassten Ladezyklus circa 23 Kilometern nachgeladener Reichweite nach circa einer Stunde, was wiederum auch für Arbeitnehmer mit entsprechender Lademöglichkeit interessant ist. Jeder I-PACE ist standardmäßig mit einem Ladekabel für öffentliche Ladestationen (Ladekabel für Modus 3) ausgestattet.

Ein Blick is Kleingedruckte zeigt, dass der I-PACE kein dreiphasiges Laden unterstützt. Dies ist nach Auskunft der Entwickler dem Umstand geschuldet, dass es sich hierbei um eine mitteleuropäische Besonderheit handelt, die in verschiedenen relevanten Märkten keinerlei Rolle spielt. Jaguar hat sich – wie einige andere Autohersteller – dazu entschlossen, auf den wesentlich verbreitetern 1-Phasigen Strom zu setzen.

Die Reichweite lässt sich zudem durch ein angepasstes Fahrverhalten beeinflussen, denn das Elektroauto besitzt zur Rekuperation der Bremsenergie ein regeneratives Bremssystem. Mit ein wenig Übung – die Betonung liegt hier auf wenig – wird der Fahrer eines I-PACE das Bremsbedal nur noch selten nutzen und das Fahrzeug stattdessen im „One-Pedal“-Modus fahren. Dabei entschleunigt, bremst und rekuperiert der I-PACE immer dann, wenn man den Fuß vom “Gas” nimmt. Die Ingenieure haben dazu einen konventionellen, mit Unterdruck arbeitenden Bremskraftverstärker durch einen elektrischen „Booster“ ersetzt, der dem Fahrer ein konstantes und unter allen Bedingungen “aussagekräftiges” Pedalgefühl vermittelt.

In der höchsten wählbaren Rekuperationsstufe ist die Verzögerungswirkung beim Bremsen dann so stark, dass z.B. im Stop-and-Go-Verkehr bis zu 0,4G Bremskraft über das regenerative Bremssystem abrufbar sind. In sehr dichtem Verkehr, z.B. im Stau, kann der Fahrer die standardmäßig aktivierte Kriechfunktion deaktivieren und den I-PACE allein durch Lupfen des Gaspedals abbremsen. An einer Steigung muss das Fahrzeug in diesem Modus nicht durch Druck aufs Bremspedal auf der Stelle gehalten werden, dies regelt die Automatik dann alleine.

Die Briten nutzen für das Batteriemanagement eine Reihe von digitalisierten Funktionen. So lässt sich beispielsweise über eine spezielle, von der sonst gewählten Route abweichende Navigation eine besonders reichweitensteigernde Routenführung auswählen. Diese berücksichtigt topographische Daten wie z.B. Höhenmeter und Gefälle, bei denen der I-PACE überproportional viel Strom durch das Rekuperieren von Bremsenergie aufnehmen könnte. Zudem fließt der persönliche Fahrstil in diese Berechnungen ein: Ist man diese Strecke bereits früher gefahren, dann hat sich der I-PACE den Fahrstil gemerkt und kann das Fahrverhalten in der Distanz- und Reichweitenprognose berücksichtigen.

Genau genommen beginnt das Akku-Management schon vor Fahrtantritt, denn neben dem Innenraum lassen sich auch die Batterien schon vor dem Antritt einer Fahrt auf eine optimale Temperatur bringen. Da diese Vorkonditionierung in der Regel dann stattfindet, wenn sich das Fahrzeug noch an der Ladestation bzw. am Netzstecker befindet, hat dies keine Auswirkung auf die Reichweite des I-PACE. Im Gegenteil: die Vorkonditionierung der Akkus soll den Aktionsradius des Fahrzeugs an kalten Tagen um bis zu 50 Kilometer erweitern. Auch für die Temperierung des Innenraums bei kalten Wetterbedingungen wird eine Wärmepumpe eingesetzt, die weitaus energieeffizienter als eine herkömmliche Auto-Heizung sein soll. Sie nutzt sowohl die “Wärme” der Umgebungsluft als auch die Hitzeabstrahlung des Wandlers und weiterer Elektronikkomponenten.

Wer preisgünstige Nachtstromtarife nutzen kann, kann die Aufladezeiten des Elektroautos auf diese Zeitfenster vorprogrammieren. Per Smartphone App kann der Ladevorgang mitverfolgt oder die beim aktuellen Ladezustand vorliegende Reichweite abgefragt werden.

Jaguar gewährt auf die Batterie des I-PACE eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern bei 70% Batterieeffizienz – je nachdem, was zuerst eintritt. Bei den üblichen Wintererprobungen sollen die Batterie und der übrige Antrieb Temperaturen von bis zu -40° Celsius ausgesetzt sein, um den geringen Widerstand der Pouch Zellen, die Isolierung des Batteriepakets sowie das Thermomanagement zu testen. Während bei mitteleuropäisch moderaten Temperaturen die Kühlflüssigkeit des Batteriepakets die Akkus in dem für sie optimalen Temperaturfenster hält, wird bei steigenden Außentemperaturen die weiter unten erwähnte zusätzliche Kühlung aus der Klimaanlage des I-PACE bereitgestellt, um die Temperatur in den Zellen zu kontrollieren und die maximal abrufbare Leistung zu gewährleisten.

Während der Vorstellung des I-PACE wurden Pläne der Briten angedeutet, über zukünftige Recycling-Partnerschaften die Lebenszeit der installierten Batterien zu verlängern, z.B. in einem „zweiten Leben“ als Energiespeicher im Stromnetz. Hierzu wird es später noch weitere Informationen geben. Den Käufer eines I-PACE werden vorerst die TCO interessieren: Die Wartungsintervalle fallen mit zwei Jahren oder 34.000 Kilometern erfreulich lang aus.

Karosserie und Fahrverhalten

Die Akkus befinden sich im Unterboden des Fahrzeugs, zwischen der Vorder- und der Hinterachse, was für einen sehr tiefen Schwerpunkt sorgt und dem Fahrzeug eine hervorragende Stabilität und Straßenlage verschafft. Als Folge wird eine ausgeglichene 50:50-Gewichtsverteilung und ein gegenüber dem F-PACE um 130 Millimeter niedrigerer Schwerpunkt erreicht, der die Seitenneigung der Karosserie und Fahrgastzelle in Kurven auf ein Minimum reduziert.

Eine speziell für den I-PACE konzipierte Aluminium-Architektur sorgt zudem für hohe Steifigkeit, des weiteren unterstützen eine Doppelquerlenker-Aufhängung vorn und eine hintere Integral-Link-Achse ein sicheres Handling während der Fahrt. Die Aluminiumarchitektur nutzt eine Niet- und Klebetechnologie, um eine zugleich leichte und steife Karosseriestruktur zu erzielen. Zusammen mit dem Batteriepaket erreicht der I-PACE eine Torsionssteifigkeit von 36kNm/Grad und somit die höchste Steifigkeit eines Jaguar.

Das speziell für Jaguar radikale, ohne Kardanwellentunnel mögliche Cab-forward-Design mit verkürzter “Motorhaube” und steil abfallendem Heck sorgt für einen cw-Wert von 0,29. Im Kühlergrill, der bei diesem Fahrzeug tatsächlich eine Funktion hat, befinden sich aktive Lamellen, die je nach Bedarf zwischen zwischen Kühlung und aerodynamischer Effizienz umschalten. Die Fahrtluft wird – falls notwendig – für die Kühlung der Batteriemodule genutzt, was einen entscheidenden Einfluss auf die optimale Betriebstemperatur und die daraus resultierende Reichweite der Zellen hat. Generell ist der Kühlergrill im oberen Bereich nach innen gebogen, um – Stichwort cw-Wert – den Luftwiderstand zu senken und die Luft über die aerodynamische Motorhaube und die coupéartige Dachlinie nach hinten zu leiten. Im geschlossenen Zustand glätten die Kühlerlamellen also den Luftstrom, indem sie ihn unter der Haube entlang führen und durch einen Luftschlitz auf der Haube wieder nach außen leiten – sehr gut gelöst.

Wenn der I-PACE über eine längere Zeit mit mindestens 105 km/h unterwegs ist, kann die Karosserie in einer bestimmten Ausstattungsvariante um 10 Millimeter abgesenkt werden, auch das verbessert die Aerodynamik. Die optionale Luftfederung und das konfigurierbare Dämpfersystem Adaptive Dynamics sorgen dafür, dass der I-PACE noch dynamischer gefahren werde kann. Eine automatische Höhenverstellung soll auch im teil- und vollbeladenen Zustand die optimale Bodenfreiheit und Aufhängungsgeometrie beibehalten.

Das Dach des I-PACE besteht aus einem großen Panorama-Glasdach, dessen getöntes Verbundglas Infrarotlicht bzw. UV-Strahlung absorbieren und für eine optimal temperierte Fahrgastzelle sorgen soll. Ein Heckdiffusor und dynamisch eingefahrene Türgriffe runden das Aerodynamik-Paket ab.

Fahrer- und Fahrzeugassistenzsysteme

Der I-PACE verfügt über eine Reihe von Fahrerassistenz- und Fahrzeugsystemen, welche die Fahrsicherheit und den Fahrkomfort erhöhen sollen. Dazu gehören auch Funktionen, die einem SUV der gehobenen Preis- und Leistungsklasse nicht immer alltäglich sind. Unter anderem listet Jaguar für den I-PACE folgende Features auf:

  • Torque Vectoring by Braking (TVBB) sorgt für eine kontrollierte und sichere Kurvenfahrt, indem es die innenliegenden Räder kontrolliert abbremst und so ein Untersteuern verhindert.
  • Der elektrische Allradantrieb (All Wheel Drive, AWD) besteht aus zwei unabhängig voneinander kontrollierten Motoren, von denen sich einer an der Vorder- und der andere an der Hinterachse befindet. Das bedeutet, dass keine komplexe mechanische Verbindung zwischen den zwei Achsen erforderlich ist, um den Allradantrieb nutzen zu können. Das System verwendet Sensoren, um die Eingaben des Fahrers und die verfügbare Bodenhaftung kontinuierlich zu überwachen. Mithilfe dieser Daten wird die optimale Drehmomentbereitstellung an allen vier Rädern berechnet, um eine maximale Traktion zu gewährleisten.
  • Das Adaptive Surface Response (AdSR) System erkennt Veränderungen der Fahrbahnoberfläche, um eine optimale Bodenhaftung zu gewährleisten. AdSR kontrolliert permanent die Umgebung des Fahrzeugs und passt die Motor- und Bremseinstellungen den unterschiedlichen Gegebenheiten an, um für maximale Traktion zu sorgen. Sobald man AdSR aktiviert, funktioniert es bei allen Geschwindigkeiten
  • Mit dem All Surface Progress Control (ASPC) System kann man auch in schwierigem Gelände, zum Beispiel auf Schlamm, nassem Gras, Eis, Schnee und verschmutzten Fahrbahnen, eine konstante Fahrgeschwindigkeit eingeben, die dann automatisch gehalten wird. Das System arbeitet wie eine herkömmliche Geschwindigkeitsregelung und kann bei Geschwindigkeiten zwischen 3,6 km/h und 30 km/h genutzt werden
  • Die Anfahrhilfe (Low Traction Launch) kann über den Touchscreen aktiviert werden und ermöglicht eine optimale Drehmomentregelung, wenn man aus dem Stillstand heraus beschleunigt. Das System verbessert das Fahrverhalten in rutschigem Gelände, wie zum Beispiel auf feuchtem Gras, Schnee und Eis. Es bleibt aktiv, bis das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 30 km/h erreicht hat – dann schaltet der I-PACE in den ausgewählten Fahrmodus zurück.
  • Durch die Aktivierung des Dynamic-Modus wird das Ansprechverhalten sensibler, die Dämpfer werden härter eingestellt und der Lenkwiderstand wird erhöht. Das interaktive Instrumentendisplay des I-PACE und die konfigurierbare Ambiente-Innenraumbeleuchtung leuchten in diesem auf die individuellen Vorlieben einstellbaren Modus rot auf.
  • Das optional erhältliche Adaptive Dynamics-System optimiert den Fahrkomfort und die dynamischen Karosseriebewegungen mithilfe einer permanent variablen Ventilsteuerung. Das System greift auf eine Vielzahl von Sensoren zurück, welche die vertikalen Radpositionen, die Fahrzeugbeschleunigung, die Lenkbewegungen sowie die Gas- und Bremsbefehle analysieren, um die Dämpfereinstellungen des Fahrwerks anzupassen.

Neben diesen Fahrzeugfunktionen, die z.T. individuell konfigurierbar das Fahrverhalten des I-PACE beeinflussen, gibt es eine Reihe von Sicherheitsfeatures. Der I-PACE ist ausdrücklich nicht als teilautonomes Fahrzeug konzipiert, besitzt aber eine Reihe der heutzutage üblichen Assistenten. Hierzu gehören u.a.:

  • Der Autonome Notfall-Bremsassistent (Autonomous Emergency Braking, AEB) soll Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder Fußgängern verhindern. Wenn das System einen möglichen Zusammenstoß erkennt, gibt es ein optisches Warnsignal aus. Eine Frontkamera achtet bei Geschwindigkeiten zwischen 5 und 80 km/h auf mögliche Frontalkollisionen mit anderen Fahrzeugen. Zwischen 5 und 60 km/h achtet das System auf Kollisionen mit Fußgängern, und zwischen 20 und 60 km/h auf Kollisionen mit Radfahrern. Wenn trotz des Warnsignals keine Reaktion des Fahrers erfolgt und eine Frontalkollision unmittelbar bevorsteht, leitet das System eine Vollbremsung ein, um den Aufprall abzuschwächen. Der darüber hinaus optional erhältliche Autonome Notfall-Bremsassistent für hohe Geschwindigkeiten wird bei Geschwindigkeiten von 10 km/h bis 160 km/h aktiviert. Ein Sensor am Stoßfänger vorne kann im Falle einer Kollision zwischen Fußgängern und anderen Objekten unterscheiden. Bei einem Zusammenstoß aktiviert der Sensor das ausfahrbare Fußgänger-Schutzsystem (Fußgänger Airbag), um die Stärke des Aufpralls zu verringern.
  • Die Geschwindigkeitsregelung mit Geschwindigkeitsbegrenzer (Tempomat) ermöglicht es dem Fahrer, die aktuelle Geschwindigkeit des Fahrzeugs beizubehalten, ohne dafür das Gaspedal betätigen zu müssen.
  • Der Aufmerksamkeitsassistent erkennt durch die Überwachung der Lenkbewegungen und der Betätigungen des Gas- und Bremspedals, wenn die Konzentration des Fahrers aufgrund von Müdigkeit nachlässt und fordert ihn frühzeitig über eine Meldung im Kombiinstrument dazu auf, eine Pause einzulegen.
  • Der Spurhalteassistent registriert ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur und leitet den Fahrer durch sanfte Lenkimpulse zurück.
  • Die Verkehrszeichenerkennung erkennt Tempolimits sowie Überholverbote und zeigt sie im Kombiinstrument an. Der adaptive Geschwindigkeitsbegrenzer nutzt die von der Verkehrszeichenerkennung bereitgestellten Informationen, um die Geschwindigkeit des Fahrzeugs durch die Verwendung der Geschwindigkeitsregelung entsprechend anzupassen.
  • Die adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent (optional) hält den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug konstant, wenn man auf der Autobahn oder in
    zähflüssigem Verkehr fährt – auch dann, wenn das Fahrzeug die Geschwindigkeit ändert. Das System kann das Fahrzeug auch zum Stillstand bringen, wenn dies nötig ist. Wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug wieder beschleunigt, genügt ein Antippen des Gaspedals und der I-PACE nimmt wieder Fahrt auf. Das System kann ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h aktiviert werden und steht nach der Aktivierung bei Geschwindigkeiten von 0-200 km/h zur Verfügung.
  • Die optional erhältliche adaptive Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control, ACC) mit Lenkassistent kann ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h aktiviert werden und steht nach der Aktivierung bei Geschwindigkeiten von 0-180 km/h zur Verfügung. Sie wird aktiviert, sobald man die „Einschalt“-Taste der Geschwindigkeitsregelung loslässt. Die vorausliegenden Fahrzeuge und Fahrspuren werden anschließend mithilfe der Kamera und eines Radars erfasst, um das Fahrzeug in der Mitte der Fahrspur zu halten. Die Geschwindigkeit wird dabei an den vorausfahrenden Verkehr angepasst. Wenn das vorausfahrende Fahrzeug langsamer wird oder sogar ganz stehenbleibt, bremst das System den I-PACE automatisch ab und bringt das Fahrzeug bei Bedarf zum Stillstand. Das System wird automatisch wieder aktiviert. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control, ACC) mit Lenkassistent unterstützt somit beim Lenken, Bremsen und Beschleunigen. Sollte man jedoch seine Hände vom Lenkrad nehmen, weist das Fahrzeug mit einer Warnung darauf hin. Wenn die Warnung nicht beachtet wird, wird der Lenkassistent deaktiviert, die adaptive Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control, ACC) bleibt jedoch aktiv.
  • Der ebenfalls als Zusatzausstattung erhältliche Toter-Winkel-Spurassistent inkl. Annäherungssensor soll dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden. Wenn das Fahrzeug zu Beginn des Spurwechsels ein anderes Fahrzeug im toten Winkel erkennt, alarmiert das System durch ein optisches Warnsignal am entsprechenden Außenspiegel und unterstützt durch sanfte Lenkimpulse dabei, das Fahrzeug sicher von dem sich nähernden Fahrzeug wegzuführen.

Digital und Infotainment

Der I-PACE ist der erste Wagen, der auf das neue Touch Pro Duo Infotainment System von Jaguar Land Rover setzt. Eine Kombination aus berührungsempfindlichen Touchscreens, kapazitiven Sensoren und “echten” Kontrollreglern soll sehr intuitiv zu bedienen sein, auch während der Fahrt. Das System besteht aus zwei HD-Touchscreens mit Bildschirmdiagonalen von 10’’ und 5’’, die sich in der Mittelkonsole befinden. Ein erfolgreich mit dem I-PACE gekoppeltes Smartphone kann über die “InControl Apps” von Jaguar den Zugriff auf Kontakte, die Musik oder den persönlichen Kalender bereitstellen. Gesteuert werden die kompatiblen Apps über den größeren der beiden Touchscreens auf der Mittelkonsole. Die beiden voneinander getrennten Bedien-Panels sollen die Informationen übersichtlich darstellen und den Fahrer so wenig wie möglich vom Verkehrsgeschehen ablenken.

Hierzu dient auch ein weiteres, ganz wichtiges Element: Damit die Augen des Fahrers auf der Fahrbahn bleiben, projiziert ein vollfarbiges Head-up-Display die situativ wichtigsten Informationen wie z.B. die aktuelle Geschwindigkeit oder Navigationshinweise in die Windschutzscheibe. Ein weiteres, 12,3’’ großes interaktives Instrumentendisplay im Blickfeld des Fahrers ermöglicht z.B. eine Vollbildansicht mit 3D-Kartendarstellung. Dank der Spracherkennung des I-PACE lassen sich z.B. Anrufe entgegennehmen oder Radiosender wechseln, ohne dabei den Blick von der Straße abwenden zu müssen.

Das System identifiziert verschiedene Fahrer automatisch anhand ihres Autoschlüssels und ihres gekoppelten Telefons und kann verschiedene Einstellungen für jedes Fahrerprofil speichern. Eine künstliche Intelligenz verwaltet die “Smart Settings” des I-PACE und kann Einstellungen u.a. der Klimaautomatik, der Rückspiegel, der Medien oder der Sitze bei jedem neuen Einstieg ins Auto automatisch antizipieren. Die Lernfähigkeit des Systems soll so weit gehen, dass die die Algorithmen die individuellen Voreinstellungen in Abhängigkeit von der Uhrzeit, dem Ort, dem aktuellen Wetter und weiteren Verhaltensmustern vornehmen können. So wäre es möglich, dass vor Antritt der morgendlichen Fahrt zur Arbeit die Lenkrad- und/oder die Sitzheizung aktiviert werden, weil der jeweilige Fahrer dies unter bestimmten Bedingungen “immer” so wünscht.

Über den im Fahrzeug integrierten 4G Wi-Fi Hotspot (mit Connect Pro Pack) lassen sich bis zu acht Geräte gleichzeitig drahtlos mit dem Internet verbinden. Zudem stehen USB-Ladepunkte für alle – bis zu fünf – Insassen zur Verfügung.

Wir werden uns beim Genfer Autosalon noch einmal genau anschauen, wie sich das Touch Pro Duo Infotainment System im Detail schlägt, während der offiziellen Vorstellung war dazu nicht die benötigte Zeit. Insbesondere die Möglichkeit, Software-Updates zum Fahrzeug Over-The-Air (OTA) einzuspielen interessiert uns natürlich. Ansonsten dürfen wir darauf hoffen, dass der I-PACE hier schnellstmöglich für einen ausführlichen Test eintrifft, während dem wir uns diesem Thema natürlich ausführlich widmen werden.

Preise und Verfügbarkeit (Marktstart)

Der Jaguar I-PACE ist zur Zeit als sogenannte „First Edition“ bestellbar. Die Unverbindliche Preisempfehlung für diese besondere, zeitlich imitierte Ausstattungsvariante liegt bei 101.850 EUR, während die Einstiegsvariante bereits ab 77.850 EUR zu haben ist. Hinzu kommen verschiedene Ausstattungspakete und Sonderausstattungen, mit der sich sowohl das Interieur als auch das Exzeriur individuell anpassen lassen. So kostet der I-PACE „SE“ 85.760 EUR, der I-PACE „HSE“ 91.720 EUR – zzgl. Extras.

Bei der Verfügbarkeit behält sich Jaguar Lieferzeiten vor, die enorm von der tatsächlichen Nachfrage abhängen. Grundsätzlich sind die Produktionslinien bei Magna Steyr darauf vorbereitet, sowohl den E-PACE als auch den I-PACE fertigen zu können. Allerdings sollen aus Norwegen bereits unverbindliche Reservierungen im (mindestens) vierstelligen Bereich vorliegen, die – sofern daraus verbindliche Bestellungen werden – gerade in der Anfangsphase abgearbeitet werden müssten. Offiziell heisst es, dass der I-PACE „ab Sommer“ die ersten Kunden erreichen wird.