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Kein Aprilscherz: So will Mark Zuckerberg das Internet retten

Facebook muss sich wandeln! Das sagen viele Kritiker, viele Politiker und nun auch Mark Zuckerberg. Ausgerechnet er ruft nach Regulierungen und will die Politik mehr in die Pflicht nehmen.

von Carsten Drees am 1. April 2019

Der erste April ist halbwegs überstanden, die gröbsten Wellen an den unzähligen schlechten Aprilscherzen müssten so langsam durch sein, womit das Internet langsam wieder einigermaßen brauchbar wird. Skurrile Produktankündigungen, offensichtlich absurde Firmenübernahmen und Bands, die entweder wieder zusammenfinden, sich endgültig auflösen oder undenkbare Tourneepläne ankündigen: Das ganze Internet läuft über mit dem Quatsch, aber wie gesagt: So langsam legt sich der Trubel wieder.

Eine weitere Nachricht klingt auch nach einem Aprilscherz oder nach einem Beitrag im Postillon. Tatsächlich ist es aber ein Blogbeitrag von Mark Zuckerberg höchstpersönlich, den er auf dem Facebook-eigenen Blog, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Washington Post gleichzeitig veröffentlichen ließ. Die Ankündigung ist vom 30. März, also auch von dieser Seite aus kann man Entwarnung geben, was einen Aprilscherz angeht.

Aber was will Zuckerberg eigentlich, was so absurd und so nach Scherz klingt? Er möchte, dass Unternehmen wie Facebook stärker reglementiert und regulier werden! Wortwörtlich sagt er:

Technologie ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und Unternehmen wie Facebook tragen eine riesige Verantwortung. Jeden Tag treffen wir Entscheidungen darüber, welche Beiträge unzulässig sind, welche Werbung als politisch einzuordnen ist und wie wir Cyberangriffe verhindern können. Derartige Entscheidungen sind wichtig, um die Menschen auf Facebook zu schützen. Würden wir heute noch einmal von vorne beginnen, würde man von einem Unternehmen nicht erwarten, solche Entscheidungen allein zu treffen.

Wir brauchen eine aktivere Rolle von Regierungen und Regulierungsbehörden. Nachdem wir uns in den letzten zwei Jahren oft mit diesen Themen beschäftigt haben, sollte die Rolle von Unternehmen und Regierungen neu definiert werden. Wir müssen die Regeln für das Internet neu aufstellen, um das Gute zu bewahren: die Freiheit jedes Einzelnen, sich auszudrücken, die Möglichkeit für Unternehmer, neue Ideen zu verwirklichen und gleichzeitig die Gesellschaft vor Schaden zu schützen.