Kommentar: Kann Windows 10 mobile von Google Pixel profitieren?

Google wird zur Konkurrenz für die Android OEMs. Ist dies die Chance, dass Samsung und Co. nun auch auf den Windows-Zug aufspringen?
von Marco Wilde am 10. Oktober 2016

Google hat diese Woche seine neuen Pixel-Smartphones vorgestellt und verärgert damit fast die gesamte Android-Fanbase. Pixel soll der Nachfolger der Nexus-Reihe werden, doch so ganz passt das nicht. Denn die Nexus-Geräte wurden bisher immer von den OEMs wie Samsung, LG, HTC und Huawei gebaut. Nun wird aber der Suchmaschinen-Gigant selbst zum Hardware-Hersteller und verkündet zeitgleich das Ende der Nexus-Reihe.

Weiterhin werden die Pixel-Smartphones einen exklusiven Launcher erhalten, was so zunächst neu ist. Bisher war es jedem OEM möglich, Android im Original (ohne weitere Anpassungen) zu installieren und seine Geräte damit anzubieten. Hier schiebt Google aber jetzt einen Riegel vor, so auch bei kommenden Versions-Updates. Diese, wie bspw. Android 7.1, wird es vor allen anderen auf den Pixel-Phones geben – auch die Nexus-Geräte müssen sich fortan hinten anstellen.

Google positioniert sich also als direkte Konkurrenz zu Samsung, Huawei und Co. und zieht seine eigenen Vorteile aus dem Android-System. Die Exklusivität einzelner Funktionen, wie eben der neue Launcher, oder der Assistent, stärkt die Mountain Viewer zudem in ihren Belangen. Das machen die OEMs zwar selbst schon seit etlichen Jahren. Sie setzen sich nämlich mit eigener Software von der Konkurrenz ab. Doch wenn nun Google persönlich mit in das Spiel einsteigt, ändert dies die Sicht auf das Ganze drastisch.

Und hier kommen wir jetzt auch zum eigentlichen Thema dieses Artikels: Wie kann Microsoft mit Windows 10 mobile davon profitieren?

Den OEMs wird das Ganze nicht so schmecken. Zumal die Zukunft von Android jetzt in einem anderen Licht erscheint. Wird es auch zukünftig ein offenes Betriebssystem bleiben, oder kocht Google über kurz oder lang nun sein eigenes Süppchen? Wird Google bestimmte Funktionen vorbehaltlich nur für die Pixel-Reihe anbieten, oder können die anderen Hersteller mit Verzug auch darauf zugreifen?

Klar, das kann niemand so wirklich vorhersagen, doch diese Gedanken dürften sich sicherlich auch die verantwortlichen Personen bei den OEMs machen. Samsung beispielsweise würde viel lieber auf Tizen setzen, um nicht in der Abhängigkeit von Google zu ersticken. Doch im Bezug auf das Ökosystem steht Tizen noch viel schlechter da als Windows 10 mobile. Der App-Gap dürfte hier nochmals um einiges größer ausfallen.

Verstärkt Google nun den Druck auf die Hersteller, so kann es sein, dass in Zukunft eine Alternative zu Android gesucht wird. Ihr ahnt es, ich spiele hier auf Windows 10 mobile an.

Bei Windows 10 mobile gibt es keine spezielle Anpassung, das System steht jedem Hersteller offen. Spezielle Anpassungen an der Software gibt es ebenfalls nicht, sodass Funktionen nicht exklusiv auf eine Smartphone-Reihe begrenzt sind. Microsoft hat zudem mit der Einstellung der Lumia-Reihe und dem Rückzug als Smartphone-Hersteller den Weg für die OEMs geebnet. Diese brauchen also nur noch den Impuls, um auf den Windows-Zug aufzuspringen. Der Auslöser hierbei könnten die Pixel-Smartphones und der zukünftige Weg Androids sein.

Wie seht ihr das Ganze? Könnten die Google Pixel-Smartphones der Impuls sein, den Microsoft benötigt, um mit Windows 10 mobile wieder Fuß zu fassen?