Folie zeigt Samsung Desktop Experience

Kommentar: Was bedeutet Samsungs Continuum für Microsoft?

Samsung arbeitet angeblich an einem Konkurrenten zu Continuum - was bedeutet dies jetzt für Microsoft?

Microsoft hat mit Continuum den Anfang gemacht und den Weg des Smartphones als Desktopersatz geebnet. Es ist also nicht verwunderlich, dass andere Hersteller hier nicht untätig waren – so auch Samsung. Denn nun wurde bekannt, dass die Koreaner an einem Konkurrenten zu Continuum arbeiten. Auf einer Präsentation findet man Informationen zu diesen Plänen.

Der Titel der Folie lautet Samsung Desktop Experience: Next Mobile Workspace und zeigt eindeutig was man sich darunter vorstellen kann. Neben einem externen Monitor wird auch
die Eingabe mit Maus und Tastatur unterstützt – ganz das, was man von Continuum schon kennt.

Folie zeigt Samsung Desktop Experience

Es liegt auf der Hand, dass wenn dieses Feature kommt, es ein neues Feature des kommenden Galaxy S8 sein wird. Samsung liegt viel daran, nach dem Desaster des letzten Jahres, das neue Gerät auf Hochtouren zu optimieren und da kommt solch ein Feature wie gerufen.

Was bedeutet dies aber nun für Microsoft und Continuum, wenn gerade Samsung jetzt mit der Möglichkeit kommt, das Smartphone auch wie einen PC zu nutzen? Continuum ist eine wirkliche Innovation, doch der Umstand, dass es nur für mobile Geräte mit Windows 10 zur Verfügung steht, schmälert den Erfolg. Das Konzept findet kaum Anwendung und somit auch nicht den erhofften Durchbruch.

Anders könnte dies bei Samsung laufen, denn die Nutzerbasis wird binnen kurzer Zeit weitaus größer sein, als bei Microsoft in der gesamten Zeit seit Vorstellung von Continuum. Dies könnte also auch den Durchbruch für das gesamte Konzept bedeuten. Dies wiederum könnte schließlich Microsoft zu Gute kommen, sofern sie es schaffen x86 Anwendungen auf dem Smartphone laufen zu lassen. Denn dies ist der große Knackpunkt an der ganzen Geschichte. Wer seinen PC abschafft und ganz auf das Smartphone als Ersatz setzt, der möchte nicht nur Apps nutzen, sondern auch auf klassische x86-Programme zurückgreifen.

Bei Samsung wäre dies nur in einer gestreamten Variante möglich, die dann auch eine dauerhafte Internetverbindung benötigt. Wenn das Konzept so aber erst einmal an Anerkennung gewinnt, kann Microsoft davon nur profitieren, sofern sie wirklich bald ein Phone bringen sollten, auf dem x86-Programme laufen. Man schielt hier ja immer wieder in Richtung der ARM-Unterstützung von Windows 10. Die Annahme, dass da was kommt, ist also nicht ganz verkehrt.

Für das Gesamtkonzept – ein Gerät für alles zu nutzen – wird der Schritt von Samsung ein großer Gewinnbringer sein. Für Microsofts eigenes Smartphone-Betriebssystem ein herber Schlag ins Gesicht, denn ein weiteres Alleinstellungsmerkmal wird über kurz oder lang gestrichen. Es riecht schon wieder danach, dass die Redmonder wieder einen Punkt an die Konkurrenz verlieren und das letzte Stück Relevanz von Windows 10 mobile auch so langsam schwindet.

Ich hoffe, dass hier noch was kommt und beispielsweise HP mit einem Nachfolger des Elite x3 den Markt noch einmal für Windows auf dem Smartphone begeistern kann. Ich finde es jedenfalls spannend zu beobachten, dass Microsoft in der letzten Zeit wohl viele richtige Entscheidungen getroffen hat und andere Hersteller hier anknüpfen.