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Roadtrip

Leaving Las Vegas – mit dem Mercedes-Benz GLA 45 AMG

von Jan Gleitsmann am 25. Februar 2015

Ich bin mit Udo Lindenberg Songs aufgewachsen. Ich muss so fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal Hey Baby, steig auf, lass uns beide, du und ich lass uns jetzt nach Las Vegas reiten, die Sonne putzen! gehört habe. Las Vegas musste also ein besonders toller Ort sein. Den man vorzugsweise mit seinem Baby auf dem Motorrad erreicht. Über die Jahre suggerierte mir Hollywood mit Filmen wie Fear and Loathing in Las Vegas oder Ocean’s Eleven, dass Las Vegas eine richtig tolle Stadt ist, in der man gewesen sein muss, bevor man seine Definition von Spass abschliessend festlegt. Nicht ganz 40 Jahre nach meinem Erstkontakt, stolpere ich genervt aus den Messenhallen der CES.

Aus dem unschuldigen Jungen von damals ist ein professioneller Autoblogger geworden. Die Consumer Electronic Show wird zwischenzeitlich von Auto-Hersteller als Plattform für ihre Innovationsfreude genutzt. Ich kann Messen nicht ausstehen. Und nach meinem nunmehr dritten Besuch in Las Vegas weiss ich auch, dass ich die Stadt nicht leiden kann. Las Vegas ist richtig toll, wenn ich es verlassen kann – meine Meinung. Die brutale Lichtverschmutzung, der dauernd währende Krach und komplett fehlende Rückzugsmöglickeiten sind wie Gift für meine Seele. Ich will weg, denke ich nur noch. Einen Tag auf der Messe und ich bin gar – eher gaga. Immerhin, ich bin auf Einladung von Mercedes-Benz vor Ort, da kann man doch mal fragen, ob man mir nicht ein Fluchtfahrzeug stellen kann. Sieht schlecht aus, Jan. Ich weiss. Darum will ich ja weg. Ich kann Dir aber ein Auto geben. Was hältst Du von einem Mercedes-Benz GLA 45 AMG? Ugh. Ich bin schon generell kein Freund von SUVs. Obschon ich peinlich berührt einräumen muss, dass ich die doch mittlerweile ganz gerne fahre. Ihr wisst schon. Erhöhte Sitzposition, einfaches Einsteigen, bessere Übersicht. Aber ganz im speziellen die kompakten SUV sind für mich die Ausgeburt der Sinnlosigkeit.

Sport Utility Vehicle. Sofern ich das verstanden habe, soll das ein Fahrzeug sein, mit dem ich abseits der Strassen Orte erreiche, an denen ich meinem (Extrem-) Sport frönen kann. Mal davon abgesehen, dass die Offroad-Eigenschaften – egal ob nun Audi Q3, BMW X1 oder eben Mercedes-Benz GLA – ja nun massgeblich durch eine gewisse Bodenfreiheit gegeben sein sollen und vielleicht – aber auch nur durch deftigen Aufpreis – werden auch alle vier Räder angetrieben. Aber dann. Ich will raus aus Las Vegas! Ja, super! Danke! Passt. Immerhin ein AMG-Fahrzeug. Das verspricht zumindest einen kernigen Sound und Fahrspass. Ausserdem habe ich ja einen Plan. Und dieser Plan schliesst einen Abstecher in die Wüste ein. Da macht sich doch so ein verweichlichter Geländewagen ganz gut als Begleiter.

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Das einzig Gute an Las Vegas ist meines Erachtens, dass die Stadt damals mitten in der Wüste hochgezogen wurde. Was ebenso heisst, dass man maximal eine Stunde vom Zentrum aus fahren muss, um all das Geplärre und Geblinke hinter sich zu lassen. Schon morgens um 5 Uhr drehe ich also den Schlüssel im Zündschluss und der GLA meldet sich lautstark zum Dienst. Geschaltet wird automatisch – AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang Sportgetriebe nennt sich das bei Mercedes-AMG im Fachjargon und soll bedeuten, dass es sich um eine verbesserte Version des 7G-DCT Automatikgetriebes der weniger potenten Schwestern (A-Klasse) und Brüder (CLA-Klasse) des GLA 45 AMG handelt. Über den Lenkstockschalter gebe ich dem Getriebe die Anweisung DRIVE.

Meine Flucht wird mich an drei Plätze führen. Und ich denke, ich nehme nicht zu viel vorweg, wenn ich jetzt schon schreibe, dass ich am Ende auch wieder in Las Vegas ankomme. Hey, ich bin keine 20 mehr und habe keinen Spass daran in der Wüste im Auto zu übernachten. Las Vegas ist nicht meins, aber das Hotelbett war voll ok. Während ich nach einem Stop bei Starbucks, wo es gefühlt den einzigen Kaffee in den USA gibt, der nicht nach Chlor schmeckt, den GLA im Rahmen der Las Vegas City-Limits gen Westen lenke, frage ich mich ersthaft, warum sich die AMG-Modelle in den USA wie geschnittenes Brot verkaufen. Selbst als Teil der Kompaktklasse liefert das Modell sportliche Werte. In gerade mal 4,8 Sekunden kann man sich direkt in den Knast befördern. Also, wenn man dem GLA innerhalb der Stadt die Sporen gibt und mal eben von der Ampel aus auf 100 km/h oder eben 62 mph beschleunigt. Im Idealfall bewegt man sich dabei im Sportprogramm und profitiert auch noch von einer rotzenden Sportauspuffanlage.

Fresst das, ihr V8-Schubser. Im Gegensatz zu den meisten Fahrzeugen, die ich während meiner Fahrt passiere, kommt der Mercedes-Benz GLA 45 AMG mit vier Zylindern aus und sein Hubraum mit mit seinen 2 Litern nicht voluminöser als eine handelsübliche, amerikanische Milchkanne. Die Hexer von AMG haben es geschafft, aus diesem Motor eine Leistung von 360 PS zu kitzeln. Weltrekord für einen Serienvierzylinder. Applaus. Und auch vollkommene Verschwendung auf den amerikanischen Strassen. Die von mir gewählte Strasse schlängelt sich gerade aus dem letzten Vorort heraus auf einen Berg hinauf. Der freischwebende Bildschirm des Infotainment-Systems COMAND Online (ja, in der Regel bekommen wir von den Herstellern voll- zumindest aber nahezu vollausgestattete Fahrzeuge) zeigt an, dass es 5:45 Uhr am Morgen ist und ich mein erstes Etappenziel erreicht habe.

Ich stehe vor dem verschlossenen Tor des Red Rock Canyon National Conservation Area (nicht zu verwechseln mit der Black Rock Wüste, in der man sich ein Mal im Jahr zum Burning Man trifft). Fünf Minuten später findet sich ein zweiter Besucher ein, der sich geduldig hinter uns aufstellt. Im Rückspiel mache ich die Konturen des Fahrzeugs aus. Ein aktuelles Modell des Dodge Challengers. In Schwarz. Hm. Kurz überlege ich, dem Fahrer ein unmoralisches Angebot zu unterbreiten. Verwerfe den Gedanken dann aber wieder sofort, denn mittlerweile fühle ich mich in dem Kraftprotz-Kompakt-SUV doch sehr wohl. Vor allem die Sportsitze bieten nicht nur einen sehr guten Seitenhalt, sie sind überdies auch noch ungemein bequem. Ausserdem ist es noch bitterkalt draussen und die Sitzheizung der Mercedes-Modelle gehört meines Erachtens zu den Besten überhaupt. Wohl wissend um das Zeitverständnis der Amerikaner – es heisst nicht, wir telefonieren um 2 Uhr, sondern Lets talk 2ish – was so viel bedeuten kann, wie 2 Uhr oder 2:30 Uhr oder eben auch 3 Uhr – staune ich Bauklötze als Punkt 6 Uhr – wie auf dem Schild angeschlagen – ein Ranger das Tor öffnet und ich einfahren kann.

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Eine Einbahnstrasse schlängelt sich durch das Gelände – die Einfahrt kostet ein paar Dollar. Der schmalen Strasse (sie ist so breit wie bei uns eine Bundesstrasse) folgend, geht es bergauf. Ich fluche innerlich. Die Höchstgeschwindigkeit des GLA 45 AMG beträgt 250 km/h. Das muss ich hier nicht haben, aber dank dem sportlichen Fahrwerk könnte man auf dieser Strasse durchaus eine Menge Fahrspass haben. Dieser wird aber potentiell durch ein Tempolimit unterbunden und diverse Hinweis-Schilder warnen mich, dass ich schneller nach Las Vegas zurückgefahren werde, als mir lieb ist, wenn ich diese Gebote ignoriere. Mittlerweile dämmert es. Anhalten ist verboten. Ist klar. Wie so vieles verboten ist in dem doch hach so freiheitsliebenden Amerika. Es gibt aber Aussichtshaltepunkte. Am Dritten lenke ich den GLA zur Seite und stelle den Motor ab. Und geniesse für ein paar Minuten die absolute Stille. Bis dann der Kollege mit dem Challenger die Strasse herauf gebrabbelt kommt. Aber da baue ich auch schon mein Stativ auf.

Denn hier im Red Rock Canyon kann man (im Januar) ab 6 Uhr auf zauberhafte Weise den Sonnenaufgang geniessen (Im Übrigen auch den ganzen Tag Wandern oder wie es mir der Fahrer des Challengers zeigt – Joggen). Las Vegas blinkt und leuchtet in weiter Ferne – so fern, dass ich es schon wieder schön finden kann. Und dann steigt die Sonne langsam über der Wüste auf und schiebt sich nach und nach über die Berge. Dabei weiss man nicht so wirklich in welche Richtung man gucken soll. Richtung Vegas, der Sonne entgegen oder in die gegengesetzte Richtung. Dort leuchtet die frische Morgensonne in ihrem schönsten Licht die Berge an, die gerade in diesem Licht prächtig und imposant aussehen. Teile des Massives haben sich aus versteinerten Dünen aus rot-weiß-gelben Sandstein geformt. Ein wahrlich erhabener Anblick in der Morgensonne. Gut 90 Minuten verbringe ich mit Staunen, Fotografieren und Geniessen. Dann will ich weiter. Weiter nach Westen. Weiter von Las Vegas weg.

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Und auch noch ein Stück nach Süden. Auf der Interstate I-15 bewege ich mich nun Richtung Los Angeles. Auf der Interstate fahren, heisst für mich Kilometer fressen. Oder eben Meilen. Wer Erfahrung mit dem Verkehr in den USA hat, der weiss, dass man eigentlich das Tempolimit vollkommen ignorieren kann, bloss eben an einigen Stellen aufpassen muss, an denen sich die Polizei “verstecken” kann. Ich habe aber keine zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Upper, Downer, Heuler, Lacher … sowie einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter unverdünnten Ether und zwei Dutzend Poppers im Kofferraum und ich will auch keine stressige Fahrt, ich will meine Ruhe. Meine Seele will Ruhe.

In the desert you can remember your name .. ‘Cause there ain’t no one for to give you no pain

Also setze ich den adaptiven Tempomaten auf das angegebene Tempolimit und suche auf dem iPhone nach einer passenden Spotify-Playlist. Ich bin ja ein Mercedes-Fanboy. Das COMAND Online kann ich blind bedienen und das Verbinden von Smartphone und Infotainment-System ist ein Kinderspiel. Das COMAND Online mit einem Aufpreis von 3.867,50 Euro aber alles ein Schnäppchen. Fällt wohl aber dem Käufer eines AMG-GLAs nicht so auf, da steht schliesslich ein Basispreis von 56.168 Euro am Anfang der Konfiguration über dem Strich. Als Einstimmung für meine nächste Etappe schmettert America nun I’ve been through the desert on a horse with no name .. It felt good to be out of the rain .. In the desert you can remember your name .. ‘Cause there ain’t no one for to give you no pain aus dem Harman Kardon Logic7 Surround-Soundsystem. Der Klang ist prima und der Aufpreis von 815,15 Euro durchaus angemessen. La, la, la la la la, la la la, la, la singe ich mit. Das hört sich weit weniger gut an.

Nach gut 1.5 Stunden Fahrzeit, verlasse ich die Interstate an einem kleinen Nest namens Baker. Ich bin mittlerweile in Kalifornien. Baker ist eins dieser seltsamen amerikanischen Nester, die aus 2-3 Strassen bestehen, an denen sich Fast-Food-Restaurants und Tankstellen reihen. Irgendwer muss hier wohl auch wohnen. Und ich nehme an, dass diejenigen nur eins wollen – dort weg! Immerhin rühmt man sich damit, das größte Thermometer der Welt zu haben – für mich sieht es wie eine überdimensionale Säule zum Anzeigen von Benzinpreisen aus. Tanken muss ich aber nicht. Der Tank des GLA fasst 56 Liter und will mit feinem Super Plus aufgefüllt werden. Laut dem wenig aussagekräftigem NEFZ-Wert soll der kleine Kraftprotz mit 7,5 Litern auf 100 Kilometern auskommen. Tanken muss ich nicht, aber der kleine Hunger nervt. Ich entscheide mich dafür, dass Del Taco das kleinste Verbrechen in Sachen gesunder Ernährung darstellt. Mal davon abgesehen, dass der GLA mit seinen kompakten Abmessungen (Länge 4.4m/Breite 1.8m/Höhe 1.5m) so ganz und gar keine Probleme mit den amerikanischen Parklücken hat, ich mag die Rückfahrkamera. Das Bild, was im Display ist klar und scharf und zeigt mir an, dass ich noch meterweise nach hinten fahren kann. Entspannt zirkle ich den GLA in einer derParklücken.

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Während ich meine Tacos nach und nach aus der Packung auf der Motorhaube vertilge, staune ich über das heruntergekommene Motel auf der gegenüber liegenden Strassenseite. Ganz offensichtlich eine Absteige für all diejenigen, die ihr Geld in Vegas verloren haben. Irgendwie erwarte ich, dass gleich Richard und Seth Gecko aus einem blutdurchtränkten Zimmer herausgelaufen kommen, sich in ihr Auto schmeissen und dieses Nest Richtung Süden verlassen. Genau wie ich es sogleich tue, nachdem ich mich von dem Mello Yello Zuckerschock erholt habe. Über die Interstate hinweg geht es jetzt nach Süden. Und nur am Rande, eigentlich hätte ich eine Ausfahrt später nehmen und dann über die Zzyzx Rd in die Mojave Wüste hinfahren wollen. Vor einem Jahr habe ich dort im Rahmen eines Roadtrips von Los Angeles nach Detroit kurz halt gemacht. Und wusste, ich muss wiederkommen.

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Mit einer Größe von 35.000 Quadratkilometer erstreckt sich die Wüste über die vier Staaten – Kalifornien, Utah, Nevada und Arizona. Während ich den Mercedes-Benz GLA 45 AMG über die Strasse ins Wüsteninnere lenke, bin ich froh, dass es unterschiedliche Fahrprogramme gibt und das “Comfort”-Programm durchaus eine komfortable Fahrwerkseinstellung bereit hält. Die Qualität der Strasse wird schlechter je weiter wir uns in Richtung Wüsteninneres begeben. Einen Cop muss man hier wohl nicht fürchten. Die Qualität der Strasse regelt die Geschwindigkeit selbstständig. An zwei Stellen kann man den Asphalt kaum noch erkennen. Ok, das meistert der GLA selbstredend. In eine der zahlreichen Sandwege, die das Navi als Strassen ausweist, wage ich mich trotz permanenten Allrad-Antrieb dennoch nicht. GLA, nicht G-Klasse. Zudem hat sich das Handynetz unlängst verabschiedet und ich finde die Idee “Laufe ein paar Stunden durch die Wüste um Hilfe zu holen, weil Du Dich festgefahren hast” wenig attraktiv. Zumal man auf dieser Strasse verdammt alleine unterwegs ist.

Der nächste Ort laut Navi namens Chima besteht aus einer Telefonzelle, einem Schrottplatz und zwei heruntergekommenen Holzhäusern.

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Zwei Mal halten wir einfach mitten auf der Kelbaker Road. Steigen aus und geniessen die absolute Stille. Und die Aussicht. Es macht Spass diese Strasse zu fahren, denn selbst wenn sich der Weg zieht, ständig sieht man andere Gesteinsformationen die aus der Wüste herausragen. Ein Geologie-Fan würde vermutlich völlig aus dem Häuschen sein bei dem Ausblick. Und endlich kommen am Strassenrand die ersten Joshua-Trees, diese baumähnlichen Agavengewächse, die durch das Cover der gleichnamigen U2-Platte zu Weltruhm gelangt sind und eben nur hier zu finden sind. Zuerst sind es nur vereinzelte Bäumchen, die uns von der Seite zuwinken, am Ende unserer Tour stehen quasi Wälder am Strassenrand. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten müssen wir aus Zeitgründen leider auslassen, an der Kreuzung Kelso Depot geht es dann wieder zurück gen Nordosten. Entlang einer Bahnschiene. Und auch der Verkehr nimmt zu. Trotzdem ist hier nichts. Der nächste Ort, laut Navi, namens Chima besteht aus einer Telefonzelle, einem Schrottplatz und zwei heruntergekommenen Holzhäusern.

Ich habe halt hin und wieder meine komischen 5 Minuten. Also aktiviere ich das Sportprogramm.

So sehr ich die Wüste und die Ruhe auch geniesse. Ich habe halt hin und wieder meine komischen 5 Minuten. Mitunter auch in einer Wüste, wenn es sein muss. Also aktiviere ich das Sportprogramm und trete das Gas durch. Der GLA springt nach vorne, als wäre ein Rudel Koyoten hinter ihm her. Jeder Gangwechsel der Automatik quittiert die Sportauspuffanlage mit einem herrlichen Rotzen. Die kurze Zeitspanne zwischen dem Rotzen wird von einem herrlichen Röhren untermalt. Ja. Hört sich gut. Ja. Macht auch Spass. Da greifen meine Hände automatisch fester ins griffige Sportlenkrad und wollen das Tempolimit hier gerne ganz vergessen.

Kurz vor der Grenze von Kalifornien zu Nevada geht es dann wieder zurück auf die Interstate. Zurück nach Las Vegas. Ich fühle mich schon geerdet genug, um mich dem Terror aus Licht und Lärm wieder zu stellen. Aber wir halten nur kurz, um einen weiteren Blogger mitzunehmen. Platz genug für vier Erwachsene bietet der GLA auf jeden Fall, sogar mit ausreichender Kopf- und Beinfreiheit im Fond für durchschnittliche gewachsene Menschen. Und auch eine dritte Foto-Ausrüstung findet locker in dem 421 Liter fassenden Kofferraum Platz. Wer nur zu zweit unterwegs ist, kann die Rücksitzbank auch umlegen und hat dann ein Ladevolumen von 1.235 Litern zur Verfügung.

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Wir verlassen Las Vegas gen Osten. Ja, es gibt mehrere Wege, um dem Moloch zu entfliehen. Nach Nordosten, um präzise zu sein. Nach einer Dreiviertel Stunde auf der Interstate 15, verlässt man den Highway an der Abfahrt Crystal und folgt dem Valley of Fire Highway in den gleichnamigen State Park. Direkt an der Abfahrt muss ich tanken. Die blöde Säule will meine Kreditkarte nicht annehmen und die Angestellten versuchen unseren Plan zu sabotieren. So umständlich wie nur denkbar werde ich abgefertigt und somit kommen wir nur noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang im Valley of Fire an, weil ich den Mercedes noch mal fliegen lassen. Die Strasse windet sich. Hoch, runter, links, rechts. Der GLA hat hier auch bei sportlicher Fahrweise keine Probleme. Hier macht sich dann doch mal die 4MATIC, der Allradantrieb von Mercedes, positiv bemerkbar. Trotz seltsamen Asphalt und hohen Kurvengeschwindigkeiten gibt es keine Traktionsprobleme.

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Und so haben wir dann noch gerade eine Viertelstunde, in der die untergehende Sonne die Berge im Valley of Fire anstrahlt und zeigt, warum das Tal seinen Namen bekommen hat. Ich bin glücklich. Ein toller Tag. Eine gute Alternative zum Shopping-Exzess in einer der Premium Outlet Malls in Vegas. Und der Mercedes-Benz GLA 45 AMG war ein angenehmer Begleiter. Würde ich mir diesen kompakten Kraft-SUV kaufen? Auf keinen Fall, trotz der gute Fahreigenschaften und all dem Fahrspass, den der Kleine liefert, ist es einfach nicht meine Art von Autos. Ich würde aber auch einem guten Freund nicht vom Kauf abraten. Wer es sich leisten kann, bekommt ein spassiges Auto, was gerade in der AMG-Ausführung auf unseren Strassen eher ein Exot bleiben wird. Wer sich wundert, warum unser GLA denn so viel rote Elemente hatte und dazu noch so eine imposante Pommestheke am Heck trägt, es handelt sich hier um eine Sonderedition namens “Edition 1”, die es bei den meisten Mercedes-Modellen zeitlich limitiert zur Markteinführung gibt. Beim GLA bekommt man für einen Aufpreis von 7.282,80 Euro allerhand Interieur und Exterieur-Option zum vergünstigten Paketpreis.

Für alle, die künftig in Las Vegas Zeit verbringen müssen und nicht wirklich wollen, habe ich unsere Route mal als Google Map hier angelegt. Und ja, ich werde wohl nächstes Jahr auch wieder zur CES dort aufschlagen, die Autos werden ja immer smarter und mich interessiert ja durchaus, was die Hersteller für die Zukunft planen. Und ja, ich werde wieder versuchen, zumindest für ein paar Stunden zu flüchten. Es gibt dort ja noch einige interessante Fleckchen.