Virtual Reality auf einer Smartwatch?
Lenovo Magic View: Prototyp der Dual Screen-Smartwatch im Hands on-Video

Lenovo hat auf seinem Haus-Event in China mit der Magic View einen sehr interessanten Prototypen einer Smartwatch vorgestellt, welcher mit gleich zwei Screens ausgestattet ist. Das soll für mehr Privatsphäre sorgen und im Video zeigen wir euch, wie gut das funktioniert.

Nicole ist für uns auf der Lenovo Tech World in Beijing unterwegs und hat sich einen ziemlich spannenden Prototypen einer Smartwatch ansehen können. Lenovo nennt das Modell „Magic View“ und die Besonderheit an dieser smarten Uhr ist ein zusätzlicher, zweiter Screen, der sich unterhalb des eigentlichen Displays befindet.

Lenovo Magic View (8)
Alles in allem – das seht ihr sowohl auf unseren Fotos als auch später im Clip – ist dieser Prototyp sehr groß und klobig geraten: Er besitzt ein großes Display, ist zudem relativ dick und dazu kommt dann noch das zweite Panel – das sogenannte Virtual Interactive Display (oder kurz: VID). Lenovo entscheidet sich also bei der Dual View für einen großen, runden Screen, wie wir ihn beispielsweise von der Moto 360 kennen, will allerdings mit dem VID komplett neue Wege beschreiten.

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Als Lenovo sein Konzept auf der Bühne der Tech World präsentierte, gab man sich selbstverständlich ziemlich begeistert vom eigenen Produkt. Man möchte „Virtual Reality“ auf die Smartwatch bringen und das soll mit besagtem Virtual Interactive Display funktionieren. Mit einem Zwei-Finger-Wisch nach unten könnt ihr Inhalte vom „normalen“ Display auf das VID zaubern, welches ihr euch aber direkt vors Auge halten müsst, damit ihr das Bild im vollen Glanze betrachten könnt. Auf diese Weise könnt ihr euch 360 Grad-Aufnahmen anschauen, beispielsweise bei Street View. Dreht ihr euch um die eigene Achse oder schaut nach oben und unten, bekommt ihr exakt diese Bewegungen auch vor eurem Auge angezeigt. Ob das wirklich wie „Virtual Reality“ empfunden wird, mag an dieser Stelle mal angezweifelt werden, nichtsdestotrotz seit ihr aber eben schon mitten im Geschehen, wenn ihr auf diese Weise bestimmte Locations betrachtet – im Clip werdet ihr das gleich von Nicole präsentiert bekommen.

Das zweite Display hat aber noch einen weiteren Vorteil neben der VR-Nummer: Der zweite Screen sorgt für mehr Privatsphäre, da ihr dort lediglich was erkennen könnt, wenn ihr im richtigen Winkel aus wenigen Zentimetern Abstand drauf schaut. Ihr könnt dort Informationen wie Sportergebnisse verfolgen, oder aber euch Bilder und Videos anzeigen lassen. Der geringe Abstand zum Auge soll dafür sorgen, dass ihr das Bild als „20 mal so groß wie auf einer normalen Smartwatch“ empfindet.

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Wenn ihr mich fragt: Würde diese Smartwatch jetzt in dieser Form auf den Markt kommen – es wäre ein kolossaler Flop. Vermutlich müsste man sehr viel dafür hinblättern, die Magic View-Smartwatch ist zudem sehr groß, die Nummer mit dem zweiten Screen sicher noch nicht ausgereift und zu guter letzt käme ich mir wohl auch ziemlich lächerlich vor, wenn ich mich draußen auf der Straße mit dem Handgelenk an meinem Kopf um die eigene Achse drehen würde.

Aber – und das ist das Schöne – hier handelt es sich lediglich um ein Konzept! Lenovo plant also nicht, dieses Teil in dieser Form in absehbarer Zeit wirklich auf den Markt zu bringen, sondern wirft lediglich eine sehr spannende Idee in den Raum. Developer können sich dazu nun Gedanken machen: Welche Apps könnten auf diese Weise einen Mehrwert erhalten, welche Szenarios sind darüber hinaus denkbar – oder wie muss man so einen Prototypen verändern, dass eben doch daraus etwas wird, was die Smartwatch-Idee weiter entwickelt und so zu einem massentauglichen Produkt führt.

Wir sind bei den Wearables noch ganz am Anfang und Konzepte wie dieses helfen dabei, neue Ideen und neue Wege zu entdecken, die Möglichkeiten auszuloten – das solltet ihr also alles berücksichtigen, wenn ihr jetzt im Video von Nicole die Lenovo Magic View vorgeführt bekommt: