Lenovo Mirage Solo und Camera – Standalone VR-Headset und VR-Kamera vorgestellt [CES 2018]

Lenovo arbeitet seit längerem mit Google an VR Headset. Heute hat das Unternehmen ein eigenständiges Virtual Reality-Headset mit Daydream OS auf der CES 2018 vorgestellt, das weder PC noch Smartphone benötigt. Eine VR-Kamera wird es ebenfalls geben: Die Lenovo Mirage Camera.
von Ümit Memisoglu am 9. Januar 2018

Lenovo Mirage Solo

Was die Lenovo Mirage Solo besonders macht ist, dass man keine Kabel, keine externen Sensoren, keine Smartphones oder einen PC benötigt. Man kann einfach starten und loslegen. Dank Lenovos WorldSense Motion-Tracking-Technologie werden Bewegungen ohne Probleme erkannt, egal ob man geht, sich duckt, sich dreht, springt und mehr. Die eigene Position wird vom Headset aufgrund der eingebauten Sensoren und Kameras genau bestimmt: Annäherungssensor, Gyroskop, Accelerometer, Magnetometer (Tesla-/Gaußmeter) und die Dual 6 DOF Tracking-Kamera. Die freie Bewegung funktioniert jedoch nicht unbegrenzt, denn man kann sich maximal innerhalb von 1,5 Metern Durchmesser bewegen.

Lenovo Mirage Solo

Als VR-Plattform wird hier Googles Daydream OS genutzt. Hier soll es schon direkt beim Launch ein größeres Angebot an neuen App mit voller Mirage Solo Unterstützung geben und im laufe der Zeit soll auch viel mehr dazu kommen.

Der 4000 mAh Akku soll bis zu sieben Stunden halten, sodass man relativ lange in die virtuelle Welt eintauchen kann. Dabei soll es sehr komfortabel zu tragen sein und fast jeder Kopfgröße und Form passen. Auch mit Brille. Das Gewicht von 645 g soll gut balanciert sein um den Kopf zu entlasten.

Lenovo Mirage Solo

Gesteuert wird das Ganze über eine Fernbedienung, die im Lieferumfang mit dabei ist. Dieses hat einen klickbaren Touchpad für eine möglichst präzise Steuerung. Außerdem befindet sich darauf eine App- und Home-Taste sowie ein Lautstärkeregler, denn ein 3,5 mm Klinkenstecker (mit Android N Pro Audio) gehört mit zur Ausstattung. Für jede einzelne App lassen sich die Tasten auch umbelegen. Eine ganz normale Fernbedienung also? Nicht ganz, denn aufgrund der integrierten Bewegungssteuerung lässt es sich auch wie ein virtuelles Lenkrad, ein Tennis-Schläger oder was auch immer die App oder das Spiel vorgibt nutzen.

Lenovo Mirage Solo

Das LCD Display ist natürlich mit eingebaut, weshalb auch kein Smartphone etc. benötigt. Es hat eine Größe von 5,5 Zoll mit einer QHD Auflösung (2560×1440) und unterstützt 75 Hz. Die Linsen ermöglichen dabei Sichtfeld von 110 um möglichst viel sehen zu können. Angetrieben wird das Ganze mit einem Snapdragon 835 sowie 4 GB RAM. Dazu kommt noch 64 GB interner UFS Speicher, der über microSD mit bis zu 256 GB erweiterbar ist. Als Drahtlosverbindungen sind WiFi 802.11ac/n mit 2×2 MIMO und Bluetooth 5.0 + BLE dabei.

Erhältlich ist es erst ab dem zweiten Quartal 2018 und soll weniger als 400 US Dollar kosten. Der Preis in Europa ist noch nicht bekannt.

Lenovo Mirage Camera

Das Headset ist natürlich noch nicht alles, denn man soll auch die Möglichkeit bekommen eigene Inhalte zu erstellen. In Kooperation mit Google hat man die Lenovo Mirage Camera veröffentlicht. Was aussieht wie ein eine Kassete mit den Abmessungen 55 x 105 x 22 mm bei einem Gewicht von  ist eine VR-Kamera mit der sich ganz einfach, ohne Videobearbeitungskenntnisse, Virtual-Reality-Videos drehen lassen. Diese lassen sich dann über Google Fotos oder Youtube teilen. Ein Smartphone wird dafür nicht unbedingt benötigt, kann aber trotzdem damit z.B. als Display verbunden werden.

Lenovo Mirage Camera

Es unterstützt dabei Youtube VR180 Standard. Das bedeutet, dass die beiden 13 Megapixel Fischaugenkameras zwei Videos oder Fotos mit jeweils 180 Grad Sichtfeld aus zwei Perspektiven aufnehmen. Das System näht sie dann automatisch zusammen. Somit erhält man eine volle 180 Grad-Ansicht mit immersivem 3D Effekt. Aufnehmen kann man hierbei bis zu 4K 30 FPS und die Blende beträgt f/2.1. Schön ist, dass sich unten ein 1/4 Zoll Stativ-Gewinde befindet. Das macht das Filmen nochmal deutlich einfacher.

Als System läuft auch Daydream OS um maximale Kompatibilität zum VR-Headset zu bieten, wobei man das Headset nicht unbedingt besitzen muss, da man sich die Videos und Bilder auch über Alternativen wie Google Cardboard anschauen kann.

Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 626 Prozessor und zusätzlich hat man noch 2 GB RAM und 16 GB internen eMMC2-Speicher, der per microSD auf bis zu 128 GB erweiterbar ist. Der 2200 mAh Akku soll dabei bis zu 2 Stunden halten. Das dürfte auch von der Auflösung und anderen Faktoren abhängig variieren. Für den Sound sind noch zwei Mikrofone und ein mono-Lautsprecher eingebaut.

Zum Teilen von Inhalten ist es mit WiFi 802.11 b/g/n/ac mit WiFi Direct Support und Bluetooth 4.2 + BLE ausgerüstet. Abhängig vom Markt soll es auch eine LTE Version geben. Schaut man auf die unterstützten Frequenzen, sieht man dass auch LTE Bands 20 dabei ist. Da das Band eigentlich nur in Deutschland interessant ist, können wir zumindest davon ausgehen, dass wir auch die LTE-Version bekommen:

UMTS : B1/2/5/8
FDD LTE : B1/2/3/4/5/7/8/20
TDD LTE : B38/40

Die Lenovo Mirage Camera soll auch im zweiten Quartal 2018 erhältlich sein und zumindest in der WiFi Version ohne LTE unter 300 Dollar kosten. Auch hier ist der EU-Preis noch nicht bekannt.