MWC 2016
LG G5: Fünf Dinge, die uns nicht gefallen

Kann man überhaupt irgendwas an dem neuen LG G5 nicht mögen? Unsere Nicole Scott findet sogar fünf Dinge und zählt sie euch im Video auf.
von Carsten Drees am 22. Februar 2016

Obwohl heute erst der Mobile World Congress offiziell seine Pforten öffnet, war gestern bereits Großkampftag: So hatte Samsung gestern seinen großen Auftritt und enthüllte unter anderem das Samsung Galaxy S7 und das Samsung Galaxy S7 edge. Es gibt aber nicht wenige – sowohl unter den Experten als auch unter den Smartphone-Fans, die der Meinung sind, dass es gestern einem Unternehmen gelungen ist, Samsung die Show zu stehlen. Dieses Unternehmen ist LG und hat mit dem LG G5 ebenfalls sein neues Flaggschiff präsentiert.

Die Koreaner schicken mit den Smartphones der G-Reihe Jahr für Jahr sehr starke Geräte ins Rennen und so war auch dieses Mal wieder zu erwarten, dass LG ordentlich abliefert. Die Erwartungen wurden aber sogar übertroffen – das G5 wird medial aktuell mit Lob überschüttet! Exzellentes Design, State-of-the-Art-Technik und dazu ein absolut innovatives Konzept zur modularen Erweiterung des Geräts – und das ist nur die Speerspitze der Innovationen, die LG in dieses Flagship-Device gepackt hat.

Die Begeisterung weltweit ist also scheinbar gerechtfertigt, aber die Frage ist nun, ob es an diesem Smartphone so gar nichts zu bemängeln gibt. Unsere Nicole Scott ist auch in Barcelona beim Mobile World Congress und hat sich das G5 ebenfalls gründlich angeschaut. Ihr sind ein paar Sachen – genau genommen fünf – Dinge aufgefallen, ihr ihr am LG G5 gar nicht passen – hier sind sie:

1. Die Rear Keys sind verschwunden

Jahrelang war es ein Alleinstellungsmerkmal und zwar ein sehr praktisches: Die Rear Keys der LG-Smartphones. Ich persönlich habe mich sehr schnell an diese Art der Bedienung gewöhnt, bei der der Power-Button auf der Rückseite sitzt und oben wie unten von den Buttons für die Lautstärkeregelung flankiert wird.

Nachdem LG für das G5 das komplette Design des Geräts überarbeitet hat, musste nun auch dieses Bedienelement komplett weichen und wanderte auf die Seite. Es war stets sehr praktisch, dort beispielsweise den Auslöser zu betätigen beim Fotografieren und für mein Empfinden war die Position auch perfekt, um sie blind mit dem Finger zu erreichen.

Lg G5 (8)

2. Zu scharfkantig an den Seiten

Sascha lobt bei seinen ersten Eindrücken zum G5 ausdrücklich die weichere Form des Geräts. Der Aluminiumkörper macht alles in allem einen runderen Eindruck. An den Seiten jedoch hat man ganz bewusst eine Kante eingearbeitet, die dafür sorgen soll, dass euch das Smartphone nicht so leicht aus der Hand gleiten kann. Selbst habe ich das G5 leider noch nicht anfassen können, Nicole jedenfalls stört sich an eben dieser Kante und empfindet sie zu scharfkantig, was das gute Gesamtgefühl der Haptik beeinträchtigt.

Lg G5 (5)

3. Kein App-Drawer mehr

Wenn ihr unsere Tests lests – besonders bei chinesischen Smartphones – dann werdet ihr festgestellt haben, dass wir bei so manchem Gerät den App-Drawer vermissen, also die Möglichkeit, ein App-Menü aufzurufen. LG geht diesen Trend nun mit und verzichtet zumindest bei der aktuellen Software-Version auf einen solchen Drawer.

Man munkelt ja, dass selbst Google darüber nachdenkt, dieses Feature Android-weit zu entfernen, so dass der Schritt von LG direkt weniger ungewöhnlich wirkt. Wenn nicht -wie beispielsweise bei Huawei vorbildlich gelöst – entsprechende Such-Optionen für Apps realisiert werden, vermisst man diesen App-Drawer jedenfalls schon – zumindest ergeht es uns so.

Lg G5 (10)

4. Platzierung des SIM-Karten-Slots

Obwohl ihr den Akku wechseln könnt, haben wir es beim G5 mit einem Unibody zu tun. Die Idee mit dem Magic Slot ist absolut Weltklasse und ermöglicht eben auch den Zugriff auf den Akku. Haken dabei: Dadurch, dass ihr die Rückseite nicht abnehmen könnt, habt ihr auch keinen so einfachen Zugriff mehr auf die SIM-Karte.

Das ist insofern kein Drama, da ihr ja seitlich auf den Slot zugreifen könnt. Dazu benötigt ihr allerdings diesen kleinen Pin, um das Fach zu öffnen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich verlege die Dinger ständig. Macht zwar nichts, da ihr mit einer Nadel oder einem anderen spitzen Gegenstand den gleichen Effekt erzielt, kann aber nervig sein, sollte man mal unterwegs auf die Karte zugreifen wollen.

LG G5 Akku Magic Slot

5. Platzierung der Antennen bzw. der Kunststoff-Elemente

Auch dieser Punkt ist mal wieder ein Beleg dafür, dass eine Veränderung sowohl Vor- als auch Nachteile haben kann. Schön ist definitiv, dass sich LG für ein Aluminiumgehäuse entschieden hat und dennoch darauf verzichten konnte, Kunststoffstreifen einzusetzen, wie wir sie beispielsweise vom iPhone kennen. Das hängt bekanntlich mit den Antennen zusammen und so behilft sich LG anders, indem sich kleine Plastik-Elemente am oberen Rahmen befinden.

Das ist grundsätzlich sehr ordentlich gelöst, dummerweise befindet sich an der einen Seite genau auf Höhe dieses kleinen Plastikstreifens die Kopfhörerbuchse. Mir selbst wäre das vermutlich selbst gar nicht aufgefallen, aber Nicole hat sich dazu direkt ihre Gedanken gemacht und fragt sich, ob durch häufiges Ein- und Ausstöpseln der Kopfhörer hier nicht langfristig Schäden entstehen können. Sollte das der Fall sein, hätte LG hier ohne große Not eine Schwachstelle geschaffen. Seht selbst:

LG G5 Kopfhörerbuchse

Ihr werdet es bemerkt haben: Ja, es gibt fünf Punkte, die dem einen mehr und dem anderen weniger ein Dorn im Auge sein könnten. Alles in allem ist das aber Jammern auf äußerst hohem Niveau. Wir sind trotz dieser Dinge über die Maßen begeistert von dem, was LG da gestern rausgehauen hat und glauben, dass das G5 zu Recht wieder ein Megaseller wird, wenn es erst mal im Handel ist.

Dennoch ist es eben aufgrund solcher Punkte eben immer noch nicht perfekt – zumindest nicht für jeden Anspruch – und lässt LG somit noch Luft für Verbesserungen. Was sagt ihr denn? Sind das tatsächlich Dinge, die euch auch stören oder sind sie euch völlig egal? Habt ihr vielleicht ganz andere Haken am G5 ausfindig gemacht? Schreibt es uns die Kommentare.