LG V10: Smartphone-Flaggschiff mit Second Screen kommt nach Deutschland

Mit dem LG V10 stellen die Koreaner eine neue Premium-Reihe für Smartphones vor. 5,7 Zoll großes QHD-Display mit Second Screen, Doppellinse vorn, besonders robustes Edelstahlgehäuse und verbesserte Video-Möglichkeiten sind nur einige der Highlights, mit denen LG punkten möchte.
von Carsten Drees am 30. November 2015

Update vom 30. November 2015:

Na also – geht doch, LG! Jetzt kündigt man das LG V10 nämlich doch noch für Deutschland an erfreulicherweise! Ein paar Tage müsst ihr euch dennoch gedulden – bei Amazon geht der Spaß Ende Dezember los, 1&1 folgt dann im Januar 2016. In der Pressemitteilung heißt es:

Das LG V10 ist ab Ende Dezember zum UVP von 649 Euro bei Amazon und ab 1. Januar 2016 bei 1&1 im Allnet Pro Tarfibundle mit 0 Euro Zuzahlung erhältlich.

Mit einem Preis von 649 Euro ist das V10 exakt in dem High-End-Bereich angesiedelt, in welchem wir es erwarten durften. Zu Weihnachten bekommt ihr das edle Smartphone leider nicht mehr, aber wer ein qualitativ hochwertiges Device mit Second Screen und Metallgehäuse wünscht, kann in wenigen Wochen zuschlagen.

Original-Artikel vom 01. Oktober 2015:

Wir haben vor ein paar Tagen neue Nexus-Smartphones vorgestellt bekommen, zu denen auch das LG Nexus 5X gehört. Wirklich angetan waren wir von dem Google-Event nicht, wie euch auch Sascha in seinem Google-Fail-Kommentar wissen ließ. Und ehrlich: Das Nexus 5X haut mich zu dem Preis auch so gar nicht vom Hocker – und das sage ich als jemand, der in den letzten Jahren stets von den Produkten LGs begeistert war und natürlich auch noch ist.

LG V10 in verschiedenen Farben, RückansichtDass die Koreaner das ganz anders können, zeigen sie nun mit einer neuen Produktreihe, die mit dem jetzt offiziell vorgestellten V10 seinen Auftakt hat. Das ist wieder so ein Gerätchen, bei dem sicher nicht nur ich anerkennend mit der Zunge schnalze, weil es das miteinander kombiniert, was LG in den letzten Jahren ausgezeichnet hat: Starke Technik, ansprechendes Design und innovative Ideen. Kommen wir zunächst zu dem immer etwas drögen Teil und schauen auf die nackten technischen Daten:

Spezifikationen

  • Prozessor: Hexa-Core (1.8 GHz Dual + 1.44 GHz Quad) Qualcomm Snapdragon 808
  • Betriebssystem: Android 5.1.1 Lollipop
  • Haupt-Display: 5,7-Zoll (ca. 14,5 cm) QHD IPS Display (2560 x 1440, 513ppi)
  • Zweit-Display: 2,1-Zoll (ca. 5,3 cm) IPS Display (160 x 1040, 513ppi)
  • Speicher: 3 GB LPDDR3 RAM
  • 64 GB eMMC ROM; microSD (bis zu 2 TB)
  • Kamera: Rückseite 16 MP mit F 1,8 Blende und OIS 2.0, Front 5 MP Doppellinse (80o Standardwinkel, 120o Weitwinkel)
  • Batterie: 3.000 mAh (austauschbar)
  • Abmessungen: 159,6 x 79,3 x 8,6 mm
  • Gewicht: 192 g
  • Netzwerk: LTE 300 Mbps, HSDPA+42 Mbps, HSUPA 5,76 Mbps
  • Verbindungstechnologien: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac; Bluetooth 4.1; NFC; USB 2.0
  • Farben: Space Black, Luxe White, Modern Beige, Ocean Blue, Opal Blue

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Update: Das LG V10 im Hands-On Video (Nicole Scott)

Technisch bleibt man sich treu und setzt erneut auf den Qualcomm Snapdragon 808, der sich nicht ganz auf Augenhöhe mit dem 810 befindet, dafür aber auch nicht die Hitzeprobleme vorzuweisen hat, die zumindest die erste Generation des Qualcomm-Flaggschiffs in Misskredit gebracht hat. Dazu gibt es 3 GB RAM, reichliche 64 GB internen Speicher, die um noch deutlich reichlichere 2 TB erweitert werden können per microSD-Karte, einen hochauflösenden Screen mit 1440p-Auflösung (okay, FullHD hätte mir gereicht) und einen 3.000 mAh Akku, der auch austauschbar ist und dank Quick Charge 2.0 in 40 Minuten wieder zu 50 Prozent aufgeladen ist. Beim OS setzt man auf Android 5.1.1 Lollipop.

DAS, liebe Leute, wäre so ziemlich genau das Smartphone, welches ich mal bei einem Nexus-Event hätte sehen wollen. Dazu gehört auch, dass sich LG all seine Innovationen scheinbar für dieses V10 aufgespart hat, denn neben einer 16 MP-Cam hinten, die einen optischen Bildstabilisator mitbringt, findet sich auf der Front gleich mal eine Doppellinse: 80 Grad für „normale“ Selfies und 120 Grad Weitwinkel für „Groufies“ machen den Unterschied zu vielen anderen Smartphones und etablieren das V10 als perfektes Selfie-Smartphone.

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Second Screen über dem eigentlichen Display

Auf der Rückseite seht ihr – abgesehen vom ansprechenden neuen Design – Altbekanntes in Form der zentral angebrachten Cam und den darunter liegenden Rear Keys, aber wir sollten uns nochmal mit der Vorderseite beschäftigen: Dort bringt LG nämlich zusätzlich zu dem 5,7 Zoll großen IPS-Screen noch ein zweites, kleines Display unter: Das 2,1 Zoll Panel befindet sich direkt über dem normalen Screen und löst mit 160 x 1040 Pixeln auf.

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Wetter, Uhrzeit, Datum und Akkulaufzeit können dort im „Always on“-Modus angezeigt werden, ohne dass der Hauptbildschirm aktiv ist – das spart euch zusätzlich Akku. Schaut ihr Filme auf dem großen Display, könnt ihr auf dem kleinen Screen beispielsweise über eingehende Anrufe informiert werden, davon ab könnt ihr dort oben eure Shortcuts unterbringen, um jederzeit drauf zugreifen zu können. Klingt für mich nach einer spannenden Idee, an die man sich – ebenso wie bei den Bedienelementen auf der Rückseite – bestimmt flott gewöhnen kann.

Funktionell legt man auch noch eine Schippe drauf und ermöglicht es dem Nutzer, die Cam manuell ziemlich granular (Verschlusszeit, Bildfrequenz, ISO, Weißabgleich und Fokus) zum Aufnehmen von Videos einzustellen. Videos sollen besonders schnell und unkompliziert bearbeitet werden und geteilt werden können, es wird „Highlight“-Clips geben, die automatisch geschnitten werden und so manches mehr. Von den Features wird man sich im Test überzeugen müssen, aber angesichts der schon tollen Möglichkeiten beim G4 klingt das so, als habe LG auch hier wieder mehr als ordentlich abgeliefert.

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Dura Guard Rahmen und Dura Skin – das sind die beiden Komponenten, mit denen LG das V10 besonders widerstandsfähig machen möchte. Der Rahmen besteht aus hypoallergenem Edelstahl, wie er bei chirurgischen Instrumenten oder bei Edel-Uhren zum Einsatz kommt und zusammen mit der Dura Skin, welche Kratzer vermeiden soll, hat LG ein besonders robustes Smartphone geschaffen, was man sich auch schriftlich geben ließ:

Die unabhängige Test- und Zertifizierungsorganisation MET Laboratories hat das LG V 10 getestet, indem sie es wiederholt in verschiedenen Winkeln aus einer Höhe von 1,22 Metern fallen ließ. Sie hat das Gerät für „MIL-STD-810G Transit Drop Compliant“ befunden. LG Pressemitteilung

Das Gehäuse präsentiert sich – aus Edelstahl und mit Silikonüberzeug – sehr edel und wertig, ohne zu sehr von der gewohnten LG-Designlinie abzuweichen und so stellt das Design zusammen mit Features wie dem Fingerprint-Sensor und den Qualitäten im Audio-Bereich (verfügt über 32 bit Hi-Fi DAC von ESS Technology) ein weiteres Sahnehäubchen dar.

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Einen Preis hat LG noch nicht kommuniziert, aber wir dürfen bzw. müssen wohl davon ausgehen, dass man hier so manchen Schein hinblättern muss. Die Koreaner haben mit diesem Smartphone die Menschen im Fokus, die a) gerne Videos erstellen und b) besonders gern und schnell Inhalte teilen wollen. Ein Premium-Smartphone mit Schwerpunkt auf den Social Media-Features also. Kommen wir aber jetzt – zum Ende des Artikels – zum absoluten Downer: Die Märkte, für die das LG V10 geplant ist. Da heißt es in der Pressemitteilung:

In Korea wird das LG V10 noch in diesem Monat verfügbar sein. Andere Länder wie die USA, China und wichtige Märkte in Asien, Lateinamerika und dem Mittleren Osten werden folgen. In Europa wird das LG V10 nicht auf den Markt kommen.

Tja, kalte Dusche erst mal – aber so ganz will ich die Hoffnung noch nicht aufgeben, denn zum einen sind weitere Geräte der V-Reihe geplant und zum anderen glaube ich, dass sich LG durchaus auch für einen Release in Europa erwärmen könnte, wenn die richtigen Signale im Unternehmen ankommen. So oder so aber jetzt schon ein Smartphone, welches ich äußerst gerne mal antesten würde. Was haltet ihr von dem, was sich LG hier ausgedacht hat? Schreibt es uns in die Comments.