MacBook Pro Touch Konzept: Sehen so die Notebooks der Zukunft aus?

Wir beschäftigen uns heute mit einem sehr interessanten Konzept eines MacBook Pro Touch. Gelegenheit, sich generell mal zu überlegen, wie die nächste oder übernächste Notebook-Generation aussehen sollte. 

Wir reden hier auf dem Blog viel über die Zukunft. Mal sind es Smartphones, die in ein paar Wochen erscheinen, manchmal sind es Städte, die in den nächsten Jahren smarter werden und mal sind es auch völlig neue Technologien, bei denen noch gar nicht absehbar ist, wann sie reif für ein Massenpublikum sind.

Meine persönliche Meinung: Bei Smartphones werden wir in Zukunft erst mal nicht besonders viele bahnbrechende Sensationen zu sehen bekommen. Die Produkte werden immer einheitlicher und ich bin mir ziemlich sicher, dass man das, was Samsung mit dem Galaxy Note 9 abgeliefert hat, in den nächsten paar Jahren nicht signifikant besser machen kann.

Bei den Notebooks sieht es da eigentlich ähnlich aus: Die Geräte werden kompakter und leistungsstärker, oft können die Touch-Displays komplett umgeklappt oder abgenommen werden — andere Veränderungen oder mutigere Konzepte und Innovationen sind eher Mangelware. Das gilt dummerweise auch für die Produkte aus Cupertino, auch wenn 2016 das MacBook Pro mit Touch Bar vorgestellt wurde. Ganz neu war diese Idee zwar nicht, aber immerhin hat Apple damit mal einen etwas anderen Ansatz gewählt.

Welche Veränderungen dürfen wir denn in den nächsten Jahren bei der Produktklasse der Notebooks erwarten? Dass Akkus länger durchhalten, Prozessoren flotter arbeiten und Displays höher auflösen werden, ist eine schöne Entwicklung, wird aber vermutlich niemanden zu Jubelstürmen verleiten.

Nicht wenige denken, dass der Optimierungsspielraum bei den Keyboards da schon größer sein könnte. Genau in diese Richtung denkt auch der türkische Designer Furkan Kasap aus Istanbul. Er hat ein Konzept erstellt, welches sich um ein mögliches MacBook Pro bzw. ein MacBook Pro Touch dreht.

Er ist der Meinung, dass die physische Tastatur ausgedient hat und es an der Zeit ist, sie durch eine Touch-Alternative zu ersetzen. Dabei werden jetzt aber nicht schnöde die Hardware-Tasten durch Touch-Varianten ersetzt, wie ihr auf dem Bild sehen könnt:

Die eigentlichen Tasten nehmen nur einen Teil der Fläche ein, wie ihr seht, außerdem wurde das Trackpad auf die rechte Seite verlegt. Die Touch Bar ist ebenfalls Teil des Konzepts und auch die Funktionstasten sind zurück. Egal, ob die am meisten genutzten Apps oder die wichtigsten Kontakte: Alles ist oberhalb der virtuellen Tasten verfügbar, je nach App findet ihr dort auch entsprechende Bedienelemente.

Die Frage, die sich jetzt stellt bei diesem Konzept: Würde Apple tatsächlich auf klassische Buttons verzichten und stattdessen komplett auf Touch setzen? Immerhin sorgt das haptische Erlebnis erst dafür, dass wir so flott schreiben können, wie es derzeit der Fall ist. Damit das auf einer reinen Touch-Tastatur ebenso schnell und auch angenehm funktioniert, müssen sich die Produkt-Designer noch ordentlich ihre Köpfe zermartern.

Bei The Next Web, wo ich über dieses Konzept gestolpert bin, ist man sich sicher, dass die Apple-Entwickler ohne Schwierigkeiten einen entsprechenden Ansatz aus dem Hut zaubern können. Wenn es nach dem Blog geht, brauchen wir auch gar nicht darüber diskutieren, ob sich über kurz oder lang die Software-Tastatur gegenüber der klassischen Variante durchsetzt, sondern lediglich darüber, wann das der Fall sein wird.

Die Möglichkeiten sprechen in der Tat für die Touch-Variante, dennoch bin ich beim aktuellen Stand der Technik skeptisch. Allerdings: Hätte man mir vor einigen Jahren erzählt, dass ich dank Swype oder vergleichbaren Software-Tastaturen so schnell auf einem Smartphone schreiben kann, wäre ich ebenfalls skeptisch gewesen.

Ich persönlich bin gespannt, mit welchen Ideen und Konzepten die Entwickler und Produkt-Designer um die Ecke kommen werden in den nächsten Jahren. Unabhängig davon glaube ich, dass man bei Apple noch sehr weit weg ist davon, ein reines Touch-Keyboard im MacBook Pro zu verbauen.

Die nächsten Jahre sind Tasten-Fetischisten also noch sicher — von Konzepten wie diesem abgesehen — aber danach kann man sich zumindest schon mal vorsichtig darauf einstellen, dass wir uns irgendwann von den physischen Tasten verabschieden könnten. Oder was sagt Ihr: Wird es auch langfristig keine ähnlich gut funktionierende Alternative zum physischen Keyboard geben?

Quelle: Behance