Netflix-Serien: Brooklyn Nine Nine, Confession Tapes und mehr.
Mein Herbst auf Netflix

Wie jedes Jahr im Herbst werden viele neue Serien und Staffeln rausgebracht. Ich habe für euch Netflix hoch und runter geschaut und teile hier, was man sich dieses Jahr auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
von Jessica Mancuso am 6. Oktober 2017

Es ist Herbst und wie jedes Jahr rüstet Netflix ordentlich auf. Und obwohl die einsetzende Wintermüdigkeit es einem schwer macht, mehr als 2 Stunden konzentriert zuzuschauen, habe ich tapfer durchgehalten und wurde dafür belohnt.

 

Brooklyn Nine Nine

Keine neue Serie, aber die 3. Staffel ist endlich draußen und ich bin natürlich schon durch damit. Mit dieser Polizeiserie erhält der beste Humor aller Zeiten endlich wieder Einzug zu Hause – also für alle, die sich keine WG mit Clowns teilen.
Und wie jedes Mal, wenn ich auf Play drücke, versuche ich, eine Auflistung der besten Figuren zu erstellen und scheitere daran. Immer. Weil sie alle großartig sind!

Rosas dreckige Lache, Jakes Gartenzaun-Lächeln, Terrys Niedlichkeit, Charles Einzigartigkeit, die tausend Gesichter des Captains, Ginas Moves, Santiagos Streberhaftigkeit, Hitchcock und Scullys Doofheit – es gibt keine Top 1! Außer Brooklyn Nine Nine selbst.

 

Z Nation

Auch keine neue Serie, aber die Speziellste unter den Zombiewerken. Wieso das so ist, habe ich hier bereits erwähnt und werde doch nicht müde, sie euch zu empfehlen. Denn es gibt hier Besonderheiten, die ich zumindest noch nirgendwo anders gesehen habe und das macht die Unterhaltung aus. Beispielsweise gibt es bei Z Nation nicht einfach nur Zombies, Untote oder Beißer, wie sie gerne genannt werden, sondern unterschiedliche Arten. Beispielsweise die »Blaster«, die durch eine Nuklearexplosion entstanden sind und sich dadurch auszeichnen, dass sie bevorzugt Menschen umbringen, anstatt sie zu essen. Haben sie ihre Beute erledigt, schauen sie sich schnell nach der Nächsten um, ohne sich lange mit der ersten zu beschäftigen – Nachhaltigkeit sieht anders aus. Oder die »Phytos«, die sich mit Pflanzen und Bäumen verwachsen haben, wodurch sie halb Pflanze und halb Zombie sind. Im Deutschen würden wir sie wohl »Pflonzies« nennen, aber naja. Sie sind langsam in ihren Reaktionen, wie man es von vegetierenden Geschöpfen erwartet.

Und apropos Pflanzen: Schon mal was vom »Zombiegras« gehört? Ich vor Z Nation auch nicht. Außerdem fand ich an der 2. Staffel so bemerkenswert, dass, wie in vielen anderen Zombieserien, die in den USA spielen, irgendwann nicht nur die mexikanische Grenze erreicht wird, sondern die mexikanische Kultur mit ihrem »Dias de los muertos« (Tag der Toten) eingearbeitet wurde. In Z Nation gibt es nämlich eine sogenannte »Reina de los muertos«, also die Königin der Untoten.
Und bevor ich es vergesse: In Z Nation werden nicht müde, uns Zombiebabies vorzusetzen! Vor nichts auf der Welt grusele ich mich mehr.

Big Mouth

Empfohlen für alle, die über 16 sind. Denn obwohl in dieser Zeichentrickserie junge Menschen dabei begleitet werden, wie ihre Pubertät einsetzt, sind die Szenen und Dialoge schon recht explizit. In der ersten Folge geht es ganz banal um den Sexualkundeunterricht, die Lehrerin erwähnt dabei das Wort »Eileiter« und das sogenannte Hormonmonster erscheint, das dem Jungen ins Ohr setzt, wie sexy das alles sei. Und während der junge Andrew also dem Hormonmonster verfällt, wird sein Freund Nick zunehmend besessen von den Veränderungen seines Körpers. Hui!

In der zweiten Folge wird die erste Menstruation thematisiert. Als moderne Frau finde ich das natürlich großartig, weil ich zwar kein Fan davon bin, wenn Privatmenschen im Internet ausführlich über ihre monatliche Blutung sprechen, aber das Thema zu unrecht tabuisiert ist. Es ist eben das natürlichste der Welt – für ca. 50% der Weltbevölkerung.

Ja, ich war selbst erstaunt darüber, dass diese Serie mich angesprochen hat, denn eigentlich ist sowas für meinen Geschmack viel zu vulgär und infantil – aber was hab ich gelacht! Ein bisschen verstörend, ein bisschen schräg – ziemlich nice.

Miss Fisher’s Murder Mysteries

Diese Serie ist von 2012 und besteht bislang nur aus 3 Staffeln, überzeugt aber mit dem Charme vergangener Tage, spielt sie schließlich in Australien der 20er Jahre.
Beruhend auf der Romanreihe von Kerry Greenwood hat diese Krimiserie in den vergangenen Jahren eine immer größere Fangemeinde weltweit aufgebaut. Zurecht, denn jede Folge hatte Produktionskosten von ca. 650.000 €, womit sie zu den teuersten Fernsehproduktionen Australiens gehört.

Miss Fisher, die viel im Ausland unterwegs war, kommt endlich zurück nach Melbourne, wo sie fortan als Privatdetektivin die ortsansässige Polizei unterstützt. Dabei wird sie gerade am Anfang von ihren männlichen Kollegen belächelt und nicht ernst genommen. Doch natürlich kann Miss Fisher überzeugen und löst fortan einen Fall nach dem anderen. Dabei hat sie auch immer mal wieder Techtelmechtel mit exotischen Männern, was gerade dem Hauptkommissar nicht so gut gefällt, hat er schließlich ein Auge auf sie geworfen. Die Annäherung der beiden erstreckt sich über die gesamte Serie, was den romantischen Aspekt auf das Nötigste minimiert. Insgesamt ist die Detektivin sehr selbstsicher und sorgt mit ihrem feministisch anmutendem Auftreten auch immer für kleine Lacheinheiten.

Wer alte Krimis liebt, wird bei Miss Fisher definitiv auf seine Kosten kommen, denn hier werden Mordfälle noch mit der Taschenlampe beleuchtet.

The Confession Tapes

Nach »Making a murderer«, der Netflix Crime-Doku Sensation schlechthin, kam dieses Jahr mit »The Confession Tapes« ein würdiger Nachfolger für Fans dieses Genres, der diesmal aber mehr als einen einzigen Fall behandelt. Hier kann man schockiert dabei zusehen, wie Polizisten in den USA diverse Manipulationstechniken anwenden, um die teilweise minderjährigen Beschuldigten ein Geständnis aus den Rippen zu leiern.

Bis auf die ersten beiden Folgen, die denselben Fall beleuchten, erzählt jede Episode von einem anderen wahren Fall. Schockierend sind sie alle und halten einem damit vor Augen, wie gut unser Polizeisystem im Vergleich ist – auch wenn man nie das Gefühl hat, wirklich zufrieden damit zu sein, so regen diese Fälle aus den USA durchaus zum Nachdenken an.

Ultimate Beastmaster

Ein riesiger Parcours, 12 Teilnehmer pro Folge aus 6 Ländern, nur ein Gewinner, der am Ende die 10.000 $ mit nach Hause nehmen darf. Am Ende der Staffel treten die 9 Gewinner gegeneinander an und kämpfen um 100.000 $.

Ich habe selbst keine Ahnung, wieso man sich sowas angucken sollte, aber ich bin angefixt! Und zwar seit der ersten Folge. Das ist zwar nichts, was ich Bingen würde, aber eine Folge ab und an bereitet mir Freude. Ok, zugegeben – bei manch einer unsanften Ladung werden meine Lachmuskeln ganz ohne Sport trainiert, während man sich Hochleistungssportler anschaut. Besser als Tennis! Außerdem wird die Sendung von the one and only Sylvester Stallone produziert, den man am Anfang kurz sieht und vermutlich gegen Ende noch mal.

Es treten an: Südkorea, Japan, USA, Mexiko, Brasilien und Deutschland. Jedes Land wird zusätzlich von zwei Moderatoren aus dem Heimatlager begleitet, für Deutschland sind es Hans Sarpei und Luke Mockridge. Sie harmonieren nicht unbedingt perfekt miteinander, aber sie sind laut, wenn es darum geht »Deutschland! Deutschland!« zu grölen. Für die USA moderiert unter anderem der wundervolle Terry Crews, den wir als Sergeant Terry aus Brooklyn Nine Nine kennen und lieben.
Also ja, wieso nicht auch mal Sport gucken, wenn die Anmut von Takeshi‘s Castle bedient wird?

 

Neu auf Netflix:

Seit heute läuft endlich eine italienische Netflixproduktion (und damit die dritte europäische Eigenproduktion) weltweit an: »Suburra«. Es geht um Korruption, Mafia, politisches Chaos, die Familie und katholische Frömmigkeit des Landes. Ich bin sehr gespannt darauf und kann nur hoffen, dass sie gut ist. Denn bislang sind die US-Serien besser als jede Produktion aus dem Hause Netflix, die bislang aus Europa kamen, was ich so auf lange Sicht nicht akzeptieren werde!

Ebenfalls recht neu ist die neue »Star Trek Discovery«, die bei den meisten Trekkies sehr gut ankommt. Ich selber zähle mich eher zu den Doctor Whoianern und habe die Serie nicht geschaut, doch wie Sascha Pallenberg himself mir schrieb: „Jazz! Es ist sooooooo toll! Ich möchte hüpfen!“ – wie könnte ich euch diese Serie nicht ans Herz legen, habe ich für Palle schließlich das Hüpfen übernommen, da er zur Zeit Rücken hat.