Microsoft Edge Browser: Die besten Tipps und Einstellungen

Netflix auf dem Notebook oder PC in FullHD/UltraHD geniessen? Ärgerliche Default-Einstellungen des Browsers ändern? Inkompatible Websites öffnen? Wir haben ein paar der besten Tipps und Tricks zum Edge zusammengefasst, mit denen ein neuer Blick auf den Browser für den ein oder anderen lohnenswert wird.

Ein Blick in unsere Zugriffsstatistiken zeigt, dass der von vielen – in Teilen zu Unrecht – verschmähte Microsoft Edge Browser (aka „Internet Explorer“) sich tapfer neben den mittlerweile wesentlich öfter benutzten Konkurrenten Chrome, Safari und Firefox hält. Das ist besonders erstaunlich, weil wir mit unserer besonders tech-affinen Leserschaft eigentlich die schlechtesten Voraussetzungen für eine Software bieten, die per Default auf den meisten Windows-PCs installiert ist und oft schon kurz nach der Installation gegen einen anderen Browser ausgetauscht wird.

Warum eigentlich? Mit Windows 8.1 und ganz besonders mit Windows 10 hat sich Performance des „IE“ wesentlich verbessert. Setzt man nicht regelmäßig liebgewonnene Plugins und Erweiterungen ein, spricht eigentlich kaum etwas gegen einen Default-Browser, zumal die Zusammenarbeit mit dem Betriebssystem ja hier besonders gut funktionieren sollte – bei MacOS bzw. iOS und dem Safari oder bei Android und Chrome wird dies von den meisten Benutzern ebenfalls vorausgesetzt.

Grund genug, sich den „Edge“ noch einmal etwas genauer anzusehen und zu schauen, welche Alleinstellungsmerkmale der Browser eventuell hat. Wir haben die u.M.n. wichtigsten Tipps und Tricks für den Alltag für euch gesammelt.

1) Netflix in Full-HD 1080p? Nur mit dem Edge!

Das Killer-Argument schlechthin – zumindest für den sicherlich nicht unerheblichen Teil der Netflix-User unter unseren Lesern – ist die Fähigkeit des Internet Explorer (ab Version 11) bzw. Microsoft Edge, Streams in Full HD (1080p) wiedergeben zu können. Nein, tatsächlich: weder der Chrome Browser noch der Mozilla Firefox beherrschen dieses Format, bei den beiden Konkurrenten ist bei HD/720p Schluss.

Netflix

Dieses recht unbekannte Feature offenbart sich erst, wenn man einen tiefen Blick in die Netflix Hilfe wirft. Als Voraussetzung müssen in den Einstellungen des eigenen Kontos die Wiedergabe-Einstellungen auf die höchstmögliche Qualität eingestellt werden. Besitzt man dann noch eine ausreichend schnelle Datenleitung mit mindestens 5 Megabit pro Sekunde, steht dem Full-HD Genuss entsprechend bereitgestellter Filme und Serien nichts mehr im Wege. Ultra HD ist möglich, wenn der gewählte Tarif Ultra HD unterstützt und man auf mindestens 25 Megabit pro Sekunde zurückgreifen kann.

Eventuell gibt es bei konkurrierenden Streaming-Diensten eine ähnliche Beschränkung bzw. Unterscheidung, dies haben wir aber mangels dortiger Accounts nicht überprüft. Schaut doch einfach mal nach, falls ihr z.B. Maxdome nutzt.

2) Standard-Verzeichnis für Downloads ändern

In vielen Fällen wirkt der Edge etwas bockig, so auch beim Festlegen von benutzerdefinierten Verzeichnissen. Der Hintergrund ist vermutlich, dass Microsoft die vom Betriebssystem vorgegebene Benutzerordner-Struktur nicht unbedingt antasten will, weil damit auch die Synchronisation mit der Microsoft Cloud zusammenhängt. Sei’s drum, ihr seid Geeks, also gibt es kein „Gibt’s nicht!“. Wenn ihr standardmäßig einen anderen Ordner für Downloads definieren wollt, müsst ihr zum jetzigen Zeitpunkt noch über die Registry gehen.

Öffnet (selbstverständlich bei geschlossenem Edge) den Registrierungseditor und wechselt dort auf

HKEY_CURRENT_USER\SOFTWARE\Classes\Local Settings\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\AppContainer\Storage\microsoft.microsoftedge_8wekyb3d8bbwe\MicrosoftEdge\Main

Erstellt über die rechte Maustaste einen neuen String namens Default Download Directory (oder ändert den existierenden String ab) und tragt als Wert für den String den gewünschten Pfad ein. Fertig.

3) Home-Button hinzufügen, Startseite ändern, Flash Player (de)aktivieren

Einer der im Alltag ärgerlichsten Punkte ist das anfängliche Fehlen eines Home-Buttons, der euch schnell wieder zu einer benutzerdefinierten Startseite bringt. Über Einstellungen – Erweiterte Einstellungen könnt ihr diesen Home-Button hinzufügen. Wenn ihr einmal dort seid, könnt ihr auch gleich den integrierten Adobe Flash Player per Default aktivieren oder deaktivieren und die „Do Not Track“ Funktion aktivieren, sofern ihr ein Quentchen an zusätzlicher Sicherheit haben möchtet.

Auf der vorhergehenden Lasche Einstellungen findet ihr alle Optionen zum Hinzufügen individueller Startseiten, so dass sich beim nächsten Start des Browsers eine Wunschpalette von häufig benutzten Websites öffnet.

4) WhatsApp Web und andere Dienste mit dem Microsoft Edge nutzen

WhatsApp Microsoft Edge

Irgendeinen seltsamen Beef muss es zwischen Microsoft und WhatsApp geben, denn die Facebook-Tochter verweigerte den Benutzern des Edge bis vor kurzem die Nutzung der sehr komfortablen browserbasierten Oberfläche. Vermutlich gibt es noch andere – zumeist ältere – Dienste, die sich ähnlich störrisch verhalten und ihr Angebot auf bestimmte Browser beschränken. Der Edge behilft sich hier mit einer Art Kompatibilitäts- bzw. Emulations-Modus, in dem der entsprechenden Website ein anderer Browser vorgegaukelt wird.

Ruft ihr eine derart beschränkte Website im Edge Browser auf, nickt ihr den Hinweis auf Chrome, Safari und Firefox einfach schulterzuckend ab. Über das Menü des Browsers oder über die Funktionstaste F12 startet ihr die Entwicklertools und wählt im daraufhin erscheinenden Fenster den Punkt „Emulation“. Dort könnt ihr einen der angeblich ausschliesslich kompatiblen Browser auswählen, z.B. den Firefox oder den Chrome. Fertig. Schaut euch bei der Gelegenheit ruhig einmal in den Tools um, hier gibt es noch einige andere interessante Punkte.

5) Cortana „im“ Microsoft Edge nutzen

Digitale Assistenten und persönliche Bots erobern langsam oder sicher unseren Alltag, sowohl als Hardware als auch als reine Software. Während sich auf Apple-Geräten „Siri“ breitmacht und sich auf Android-Smartphones „Google Now“ in den Vordergrund schiebt, hält Microsoft unter Windows „Cortana“ bereit – sowohl mobil als auch stationär.

Um auch im Microsoft Edge auf Cortana zuzugreifen, muss der Sprachassistent selbstverständlich auf der Betriebssystem-Ebene aktiviert sein. Zudem benötigt man zwingend ein Benutzerkonto bei Microsoft, das fortan auch für den Login benutzt wird. Im Edge aktiviert ihr Cortana über Einstellungen – Erweiterte Einstellungen.

Ist dies geschehen, stehen über das per rechter Maustaste aufrufbare Kontextmenü weiterführende Informationen des Assistenten auf einer Website zur Verfügung. Den kompletten Funktionsumfang entfaltet Cortana allerdings erst dann, wenn eine Internetseite den Sprachassistenten speziell unterstützt, was zur Zeit eher selten der Fall ist.

6) Erweiterungen (Extensions) für den Microsoft Edge

Wir hatten ja eingangs erwähnt, dass viele Benutzer bevorzugt den Chrome Browser oder den Firefox einsetzen, weil sie nicht auf ihre Erweiterungen oder Plugins und Erweiterungen verzichten wollen, die sie sich im Laufe der Zeit zugelegt haben und täglich nutzen. Hieran mangelt es dem Edge – noch, denn Microsoft hat nun angekündigt, dass der Browser schon mehr oder weniger bald ebenfalls Erweiterungen unterstützen wird. Die Windows Insider können diese bereits testen, spätestens mit dem öffentlichen Rollout fällt dann auch dieses Manko weg.

Wie sieht’s aus, gebt ihr dem IE/Edge nochmal eine Chance, oder nutzt ihr den Browser bereits regelmäßig, auf dem PC oder eurem Windows Phone? Habt ihr weitere wertvolle Tipps? Dann haut sie uns in die Kommentare.