US Tablet-Markt
Microsoft schlägt Apple bei den Online Tablet-Verkäufen

In den USA verkauft Microsoft fast 3 mal so viele Tablets wie Apple. Ein Erfolg, der den Redmondern vor 12 Monaten noch nicht einmal durch die kuehnsten Optimisten und Fanboys zugestanden wurde.

Auch wenn ich die Zahlen in diesem Artikel noch ein wenig relativieren werde, so ist dies doch ein Paukenschlag und zwar einer der Kategorie „dicke Berta“ . Wenn man den Daten von 1010data glauben darf, dann haben sich im Oktober 2015 fast 3 mal so viele Onlinekaeufer in den USA fuer ein Microsoft Tablet entschieden, wie fuer ein Apple iPad. Ich wiederhole mich noch einmal in aller Sachlichkeit: in den US of A, also Apples very own country!

1010data’s Ecom Insights panel consists of millions of online shoppers in the U.S. who allow 1010data to anonymously track their online behavior for market research purposes, including e-commerce activity. 1010data applies advanced, proprietary statistical modeling, machine learning, and data science techniques to ensure that its panel is representative of the Internet Browsing Population in the U.S. and suitable to extrapolate observations to the broader population. Retailers measured include the top 100 online mass retailers in the United States that – according to 1010data’s estimates – make up over 95% of hard line goods ordered online Total Spent.

Nur damit wir vorab einmal geklaert haben, woher die Daten kommen und wie repraesentativ diese sind. Natuerlich bilden diese nicht die Verkaeufe in den „offline“ Shops und Stores ab und ja, natuerlich kaufen Apple Kunden am liebsten im Apple Store ein. Von Microsoft gibt es da ja noch nicht wirklich so viele. Dennoch, derartige Ergebnisse haben wir in den letzten Jahren nicht gesehen, ja nicht einmal in den kuehnsten Traeumen eines Fanboys der Redmonder erwarten koennen.

Marktanteile Online-Tabletverkäufe: Microsoft im Oktober 2015 mit 45 Prozent, Apple mit 17 Prozent und Amazon mit 10 Prozent.

Natuerlich ist das kein Zufall, denn schliesslich wurden die neuen Microsoft Tablets im Oktober vorgestellt (ich empfehle an dieser Stelle natuerlich gerne unseren Microsoft Surface 4 Pro Test und den Surface Book Test) und konnten dann auch umgehend bestellt werden. Das neue Apple iPad Pro wurde aber erst ab November ausgeliefert und dieses duerfte dann auch ein wenig den durchschnittlichen Verkaufspreis fuer Apple Tablets anheben:

Durchschnittlicher Tablet-Verkaufspreis in den letzten 12 Monaten. Microsoft mit 844 US-Dollar, Apple 392 US-Dollar, Amazon mit 150 US-Dollar.

Wie stark uebrigens die Ausschlaege bei den Verkaeufen sind (also wenn ein neues Tablet der Premium-Hersteller in den Verkauf geht), das zeigt das folgende Diagramm:

Marktgröße Tablets: Durchschnittliche monatliche Verkäufe seit Juni 2015 um 60 Millionen US-Dollar auf 226 Millionen gestiegen.

Die Kombination aus Verkaufsstart und Weihnachtsquartal war auch in den zurueckliegenden 2 Jahren fuer ordentliche „Ausschlaege“ verantwortlich. Was aber noch viel spannender ist: ab Juni legt das Gesamtvolumen des Tabletmarktes ordentlich zu und das recht bestaendig. Ich fuehre das auf steigende Absatzzahlen der hoeherpreisigen Microsoft-Geraete zurueck.

Nach anteiligen Verkaeufen der letzten 12 Monate liegt Microsoft nun hinter Apple auf dem zweiten Platz. Wer haette dies denn bitteschoen vor einem Jahr gedacht? Microsoft verkauft fast so viele Tablets wie Amazon und Samsung zusammen? Gimme a break!

Marktanteile Online-Tabletverkäufe über die letzten 12 Monate: Apple mit 34 Prozent, Microsoft mit 19 Prozent und Amazon mit 11 Prozent.

Und wisst ihr was? Diese Zahlen kennt natuerlich auch Apple und ich habe keinen Zweifel daran, dass das iPad Pro eine direkte Reaktion auf den Erfolg der Surface-Reihe ist. Da will sich Apple nicht komplett die Butter vom Brot nehmen und mit der angeschlossenen BT-Tastatur, zeigt man auch, wie spannend man die Idee eines Hybriden findet. Also genau den 2-in-1 Formfaktor, den Microsoft mit dem ersten Surface praktisch hoffaehig gemacht hat.

Lesenswert: 5 Gründe, warum das Surface Pro 4 besser ist als das iPad Pro

Offensichtlich wissen dies auch die US-Kaeufer und stimmen dementsprechend mit ihren Kreditkarten ab.

Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob Apple die kollabierenden Marktanteile des iPads abbremsen kann und wie stark sich das neue iPad Pro im Weihnachtsquartal verkaufen wird?

Denn genau dann duerfte Apple wieder ordentlich zulegen.

Quelle: WinBeta