surface book 2 v Huawei Matebook X Pro

Kaufberatung
Surface Book 2 oder Huawei Matebook X Pro? – Kaufberatung/Langzeittest

Meine zwei aktuellen Favoriten, wenn es um portable Window-Notebooks geht, sind das Microsoft Surface Book 2 13 Zoll und das Huawei Matebook X Pro, denn sie passen gut in die Tasche und sind gleichzeitig leistungsstark. Das Microsoft Surface Book 2 habe ich etwa 6 Monate aktiv genutzt und auch das Huawei Matebook X Pro konnte ich etwa 2 Monate aktiv nutzen. Welches der beiden besser zu euch passen könnte, erfahrt Ihr hier.
von Ümit Memisoglu am 7. September 2018

Surface Book 2 und Huawei Matebook X Pro – Vorwort

Damit ihr einen guten Überblick darüber bekommt wie mein Nutzerverhalten unterwegs ist, gebe ich euch eine kleine Übersicht, denn der Vergleich basiert überwiegend darauf. Meistens bin ich unterwegs und sitze entweder in einem Cafe, im Flieger, in der Bahn, in einer Lounge, in einer Event-Location, in einem Business-Meeting usw. Die Liste geht ins unendliche. Dabei arbeite ich an diversen Sachen. Das kann z.B. das Verfassen von Texten oder Erstellen von Dokumenten mit Microsoft Office 365 sein, aufwendige Bildbearbeitung mit Photoshop und Lightroom, Videoschnitt mit Premiere Pro und hin und wieder mal etwas mit After Effects. Währenddessen höre ich oft Musik und hin und wieder schaue ich mal einen Film oder eine Serie. Den Rest der Zeit surfe ich im Internet mit viel zu vielen offenen Tabs in Google Chrome. Zur Frage, dass man 2in1 nicht mit klassischen Notebooks vergleichen kann: Doch kann man. Die meisten Surface Book Nutzer die ich kenne benutzen die 2in1 Funktionalität nie und haben das Gerät nur wegen der starken Leistung und Portabilität gekauft.

Design und Portabilität

Huawei Matebook X Pro Test 27

Das Microsoft Surface Book 2 besteht aus zwei Teilen, dem Tablet und dem Performance Dock. Setzt man diese zusammen, erhält man ein vollwertiges klassisches Notebook. In dieser Form nutze ich das Gerät 99% der Zeit und wechsle nur in den Tablet-Modus, wenn es im Flieger mal zu eng war. Wer jedoch mit dem Surface Pen im Unterricht mitschreiben will, oder künstlerisch arbeitet und das Gerät zum Zeichnen und Designen nutzt, wird sich über diesen Modus freuen. Dabei muss man nicht auf die Leistung des Performance-Dock verzichten, sondern kann das Tablet umgedreht wieder einsetzen und das Gerät zusammenklappen, sodass es ein etwas zugegebenermaßen dickes, aber leistungsstarkes Tablet wird. Eine gute Ergänzung hier ist das Surface Dial, mit dem man mehr Kontrolle auf dem Bildschirm hat, aber das habe ich nicht testen können. Es sollte aber für kreatives Arbeiten sehr nützlich sein. Das Gehäuse selbst besteht aus Magnesium und ist damit leichter, als das Gerät es vermuten lässt und insgesamt ist das Microsoft Surface Book 2 super hochwertig verarbeitet, was dem Notebook sofort anmerkt. Es ist nur nicht das platzsparendste Notebook und nimmt oft mehr Platz in der Tasche ein, als man vielleicht möchte. Für das was drin ist, ist es aber relativ kompakt.

Im Gegensatz dazu ist das Huawei Matebook X Pro super platzsparend. Es ist sehr dünn, sodass es leicht in jeden Notebookschlitz in der Tasche passt und dank des kleinen Displayrandes ist es trotz 13,9 Zoll Display kleiner als die meisten 13,3 Zoll Notebooks auf dem Markt. In meiner voll bepackten Kameratasche habe ich mit dem Huawei Matebook X Pro etwas mehr Platz als sonst mit dem Microsoft Surface Book 2. Damit kann in den auch gut im Flugzeug (wobei manchmal Sitzplatze so eng sind, dass man ein Netbook braucht) oder Zug arbeiten. Dank des geringen Gewichtes, nehme ich es oft gerne mal unter den Arm und gehe raus. Oft bediene ich das Gerät auch beim Gehen, wenn ich z.B. von Termin zu Termin gehen muss und das klappt wirklich gut. Auf der Gamescom lief ich fast nur so herum und habe an dem einen oder anderen Video geschnitten. Wer also möglichst mobil sein will, kann das mit dem Huawei Matebook X Pro sehr gut. Das Gehäuse besteht hier aus Aluminium und auch das Huawei Matebook X Pro ist top verarbeitet. Beide Notebooks, zusammen mit dem Surface Laptop sind meiner Meinung die hochwertigsten Windows Notebooks in der Verarbeitung. Die Stärke des Microsoft Surface Book 2 ist die flexible Nutzbarkeit. Mir persönlich gefällt das Huawei Matebook X Pro aufgrund des edlen Designs und der höheren Portabilität aber etwas mehr, da es für mich das wichtigere Kriterium ist und ich die Flexibilität des Microsoft Surface Book 2 nicht vollends ausnutzen kann und werde.

Außerdem gefällt mir die versteckte Kamera in der Taste zwischen F6 und F7, da es mir ein besseres Gefühl von Privatsphäre gibt und ich diese auch sowieso kaum nutze. Häufignutzer könnte die Position aber etwas stören und die Qualität der Kamera ist beim Microsoft Surface Book 2 etwas besser.

Ports/Anschlüsse

Ports sind bei einem Notebook mit dem man Produktiv sein will sehr wichtig. Zum Glück ist keines der beiden Notebooks unbedingt abhängig von Dongles, wobei man mit beiden Geräten einige Kompromisse eingehen muss.

Das Microsoft Surface Book 2 ist wie folgt ausgestattet:

  • USB Typ-C (kein Thunderbolt)
  • 2x USB Typ-A 3.0
  • UHS-II SDXC-Kartenleser
  • 3,5-mm-Kopfhöreranschluss
  • Surface Connect.
  • Netzteil hat einen weiteren USB-Anschluss zum Laden anderer Geräte
  • Surface-Dock muss extra gekauft werden

Ports hat man hier mehr als genug und endlich auch einen USB-Typ-C-Anschluss. Das hat mitunter auch den Vorteil, dass wenn man mal sein Netzteil vergisst, man nicht unbedingt ein Surface-Connect-Netzteil braucht, sondern auch per USB-C PD laden kann. Das hat mir einmal ein Wochenende voller Arbeit gerettet. Super ist auch der zusätzliche USB-A-Anschluss zum laden weiterer Geräte direkt am Netzteil. Ein Wehrmutstropfen ist, dass der USB-Typ-C Anschluss kein Thunderbolt 3 unterstützt. Wer also Thunderbolt 3 SSDs, wie die getestete Samsung Portable SSD X5, externe Grafikkarten oder Thunderbolt 3 Monitore nutzen will, wird auf ein Microsoft Surface Book 3 warten müssen und selbst da könnte es sein, dass darauf verzichtet wird. Auch schade ist, dass ein HDMI-Anschluss oder Displayport fehlt und das Microsoft Surface Book 2 dafür ein Dongle benötigt, welches extra gekauft werden muss und nicht mit im Lieferumfang ist.

Im direkten Vergleich ist hier das Huawei Matebook X Pro:

  • 3,5 mm Klinkenanschluss
  • 2x USB-C (1 x Thunderbolt 3, 2 Lanes),
  • 1x USB-A (USB-3.0)

Das mitgelieferte Matedoock 2:

  • 1x USB-A
  • 1x USB-C
  • 1x HDMI
  • 1x VGA
  • kein SD-Kartenslot

Das Matedock 2 kommt mit zwei USB-C Anschlüssen, wobei der eine zum Laden verwendet wird. Der zweite ist der einzige von beiden, der Thunderbolt 3 unterstützt. Dadurch konnte ich es gut mit der Thunderbolt SSD-Nutzen, die ich gerade teste. Leider hat dieser Anschluss „nur“ 2 Lanes, weshalb man die volle Stärke von 4 Lane Thunderbolt SSDs nicht ausnutzen kann, weshalb ich mit der Samsung Portable SSD X5 nur 200 bis 300 MB schneller war als die maximale Geschwindigkeit von USB 3.1 Gen2, obwohl es fast das doppelte sein sollte. Das ist aber erstmal meckern auf hohem Niveau, da die meisten den Unterschied nicht einmal merken könnten, wenn man es ihnen zeigt. Das Matedock bringt die meistgenutzten Ports auf das Gerät. Dazu gehört auch ein vollwertiger USB-A Anschluss. Weitere Ports werden auf das Matedock verlagert, welches im Lieferumfang enthalten ist. Dazu gehören auch gängige Bildschirmausgänge wie HDMI und VGA, was super ist für Präsentationen oder zum Anschließen an den Monutor. Was mir leider fehlt ist ein SD-Kartenslot. Dieser fehlt nicht nur am Gerät selbst, sondern auch am Mate-Dock. Zumindest letzteres wäre wünschenswert gewesen um ein rundes Gesamtpaket zu erhalten. Ich persönlich habe noch andere Dongles zuhause, aber alle anderen, die einen SD-Kartenslot brauchen, müssen sich noch eines anschaffen (Kosten etwa 15 Euro). Das ist überwiegend für Leute wichtig, die mit Kameras etc. arbeiten.

Auch wenn ich gerne eine SD-Karte hätte, stört mich der fehlende Thunderbolt 3 Support beim Microsoft Surface Book 2 etwas mehr, weshalb ich hier auch zum Huawei Matebook X Pro tendieren würde. Den SD-Port kann ich wenigstens selbst „aufrüsten“, aber Thunderbolt 3 nicht.

Display:

Beide Notebooks kommen mit tollen Displays. Das Microsoft Surface Book 2 13 kommt mit einem 13,5 Zoll Touch-Display mit einer Auflösung von 3000 x 2000, also einem Seitenverhältnis von 3:2 daher mit 267 ppi. Bei einem kleineren Körper kann das Huawei Matebook X Pro ein 13,9 Zoll Touch-Display sein eigen nennen, also 0,4 Zoll weniger mit derselben Auflösung und 260 ppi. Das liegt natürlich an den kleineren Rändern und daran, dass sich die Kamera nicht über dem Display befindet. Im Bezug auf Helligkeit nehmen sich beide nicht viel und auch beide kommen mit glänzender Beschichtung. Auch die Farbgenauigkeit scheint bei beiden Geräten nicht wirklich unterscheidbar. Hier hat man die Wahl zwischen dem etwas größeren Display und wenig Rand mit dem Huawei Matebook X Pro oder dem Microsoft Surface Book 2, der euch erlaubt den Surface Pen und den Surface Dial zu nutzen. Was Produktivität betrifft, ist das Microsoft Surface Book 2 natürlich besser, sofern man das Extrazubehör, welches einzeln dazugekauft werden muss, wirklich nutzen will. Ich beispielsweise nutze keines der beiden und ziehe daher das Huawei Matebook X Pro vor. Hier muss man wirklich nach Use Cases unterscheiden. Für Foto und Videobearbeitung eignen sich beide gut und für Gamer sind beide eventuell etwas langsam.

Audio:

Egal ob Microsoft Surface Book 2 oder Huawei Matebook X Pro: Beide Geräte bieten sehr guten Sound, der deutlich besser ist, als der aktuelle Durchschnitt. Der Gesamtklang und die Lautstärke des Huawei Matebook X Pro mit Dolby Atmos ist insgesamt etwas besser. Selbst bei 50% ist es lauter als die meisten anderen Notebooks. Was stören kann ist, dass ab 50% das Gehäuse anfängt zu vibrieren. Je lauter der Ton ist, desto stärker spürt man das an der Tastatur. Dafür kann es beim Microsoft Surface Book 2, welches auch einen tollen Sound hat, vorkommen, dass der Lüfter einfach mal den Sound übertön. Gerade beim Spielen ist es vielleicht besser Kopfhörer zu nutzen. Die Lüfter des Huawei Matebook X Pro können auch laut werden, aber übertönen nicht die Lautsprecher.

Performance

Huawei Matebook X Pro Test

Wenn es um Performance geht, spielen die eigenen Präferenzen und auch ein wenig das Portemonnaie eine wichtige Rolle. Das Microsoft Surface Book 2 mit der Intel i7-8650U ist ein Biest unter den Convertibles, denn die GTX 1050 ist zwar nicht so stark wie die Modelle ab der GTX 1060, die ihren PC-Equivalenten sehr nah kommen, wenn es um Leistung geht, aber unterwegs lässt es kaum Wünsche offen. Videos werden schnell gerendert und auch andere Aufgaben kann es gut bewältigen. Auch das eine oder andere aktuellere Spiel lässt sich spielen.

Eine GTX 1050 würde in das super kompakte Huawei Matebook X Pro nicht reinpassen. Dafür kommt das Notebook mit der Intel i5-8250U / i7-8550U (ich habe die i7 Version) mit der GTX 150. Für das Spielen eignet sich diese zwar etwas weniger, wenn man mal etwas aufwendigeres spielen will, aber für das mobile Arbeiten, leistet es trotz dieser kompakten Form, erstaunlich gute Arbeit. Ein dreiminütiges Full HD Video mit Farbkorrekturen und leichten Effekten braucht etwa 3 Minuten zum rendern und das gleiche bei 4k etwa 12 Minuten. Bei 4K ist das Scrollen durch die Timeline ist ziemlich flüssig. Bis auf leichte Zeitersparnisse beim Microsoft Surface Book 2, sehe ich hier kaum Nachteile. Hier entscheidet man sich wirklich zwischen Starker Performance und guter Performance, aber dafür mehr Portabilität. Da alle für mich essentiellen Programme und Anwendungen gut laufen, würde ich persönlich im Endeffekt letzteres bevorzugen, aber da es hier in diesem Unterpunkt um pure Performance geht, ist das Surface Book 2 natürlich vorne.

Eine Sache, wo man bei beiden Geräten drauf achten sollte, ist der Arbeitsspeicher. Beide Geräte kommen in der Basisversion mit 8 GB RAM. Für Anwendungen wie Lightroom, After Effects etc. macht es schon Sinn zu überlegen sich die 16 GB Version anzuschaffen, auch wenn ich mit 8 GB RAM gut ausgekommen bin.

Auch sollte man überlegen wie viel internen Speicher man braucht und haben will, sofern man keinen externen Speicher nutzen will. Beide Modelle gibt es in mehreren Speichervarianten. Das Microsoft Surface Book 2 hatte ich in der 2 TB Variante und das Huawei Matebook X Pro mit 512 GB. Ich komme auch mit letzterem gut aus. Das ist für mich zumindest das Minimum für unterwegs.

Huawei Matebook X Pro Test 19

Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit schlagen sich beide Modelle ziemlich gut, wobei das Microsoft Surface Book 2 doch deutlich die Nase vorn hat. Auf etwa durchschnittlich 10 Stunden Nutzung komme ich mit meinem Nutzungsverhalten mit dem Microsoft Surface Book 2. Das Huawei Matebook X Pro schafft nur 6. Das ist oft ausreichend, aber wer am Ende des Tages noch etwas mehr will, wird um das Microsoft Surface Book 2 nicht herumkommen. Das Microsoft Surface Book 2 hatte ich damals auf dem MWC in Barcelona dabei und hatte am Ende des Tages nachdem ich viel geskriptet und Videos geschnitten hatte 40-50% übrig. Auf der IFA mit dem Huawei Matebook X Pro waren es 20-30%. Das ist natürlich kein guter Vergleich, aber damit will ich nur sagen, dass ich mit beiden Geräten nie einen leeren Akku hatte. Sofern man die Geräte effizient nutzt und zuklappt, sobald man gerade nichts tut, ist alles gut. Selbst beim Videos schneiden stelle ich Windows oft auf Akku sparen oder Akkueffizienz. Volle Leistung braucht man nicht immer. Mit dem Microsoft Surface Book 2 braucht man sich da natürlich am wenigsten sorgen zu machen. Für den Notfall habe ich aber zumindest noch eine Powerbank mit USB-C PD dabei, was von beiden Geräten unterstützt wird.

Fazit: Was ist jetzt besser?

Welches der beiden Notebooks sollte man sich also holen? Das Microsoft Surface Book 2 oder das Huawei Matebook X Pro? Holt euch das was euch am besten gefällt und was zu eurem Nutzungsverhalten passt. Ich finde beide toll, aber für mich ist es gerade das Huawei Matebook X Pro, was ich am liebsten im Alltag nutze, denn mir ist die Portabilität wichtiger und ich brauche viele der wirklich coolen Extrafunktionen des Microsoft Surface Book 2 nicht in meinem Alltag. Das wäre eher ein Gerät für meine kreativere Schwester, die viel mit Design und Zeichnungen macht oder für Leute, die mit aufwendigen Programmen aufwendige Operationen ausführen, wo die GTX 1050 seine Stärke zeigen kann. Ich brauche nur etwas, was ich überall unterwegs hervorholen kann und mit dem ich schnell weiter an einem Video oder etwas anderem arbeiten kann und es wieder einpacken kann. Wie gesagt: Ich arbeite damit sogar beim Gehen. Das dürften einige Bloggerkollegen auf den letzten Events sicher gesehen haben. Am Ende muss ich mit beiden Geräten in diversen Punkten Kompromisse eingehen, aber mit dem Huawei Matebook X Pro bin ich ein klein wenig mehr zufrieden. Ich finde es noch immer erstaunlich, dass Huawei so schnell ein so Konkurrenzfähiges Gerät auf den Markt gebracht hat.