Das Drama um die Microsoft Surface Firmware Updates

Microsoft tut sich aktuell schwer das Surface Pro 4 perfekt zum Laufen zu kriegen. Firmware-Updates für die bekannten Probleme lassen auf sich warten, oder nur manuell installieren. Updates für das Surface Pro 3 und Surface 3 bringen zudem neue Probleme mit sich. Vorsicht ist also bei der Installation geboten.
von Marco Wilde am 24. Januar 2016

Update vom 31. Januar 2016
Mittlerweile gibt es Neuigkeiten zu den Firmware Updates der beiden Geräte Surface Pro 3 und Surface Pro 4. Microsoft hat damit begonnen ein Firmware Update für das neue Surface Pro 4 und das Surface Book zu verteilen. Das Update ist auf den 27.01.2016 datiert und bringt einige Verbesserungen in Hinsicht auf WLAN und eine neue Embedded Controller Firmware. Hier eine Auflistung der Bestandteile der einzelnen Updates für Surface Pro 4 und Surface Book.

Surface Pro 4:

  • Surface Embedded Controller Firmware (v103.899.256.0) adds battery charging enhancements and thermal tuning.
  • Surface Fingerprint Sensor driver update (v2.2.10.6) improves accuracy.
  • Wireless Network Controller and Bluetooth driver update (v15.68.9037.59) improves access point compatibility and throughput on 5Ghz networks.

Surface Book:

  • Surface Embedded Controller Firmware (v88.899.256.0) adds battery charging enhancements and thermal tuning.
  • Wireless Network Controller and Bluetooth driver update (v15.68.9037.59) improves access point compatibility and throughput on 5Ghz networks.
  • Surface DTX driver update (v1.3.202.0) improves detection of the Surface keyboard to the clipboard.
  • Optional für Geräte mit der dedizierten GeForce GPU:
    NVIDIA GeForce GPU update (v10.18.13.5914) improves stability.

Aber auch das Surface Pro 3 wird von Microsoft abermals mit einem Firmware Update versorgt. Man hat den Verursacher der Neustartprobleme ausgemacht, es handelte sich dabei um das Update des Surface Pen Setting Treiber. Dieser wurde ersetzt und das Update neu aufgelegt. Somit sollte das Problem nach dem Update vom 21. Januar, welches übrigens weiterhin auf den 19. Januar datiert ist, nicht mehr auftreten.

Leider hat Microsoft hier einen gewaltigen Fehler gemacht, denn man hat klamm heimlich das Ganze durchgezogen, ohne dabei mal ein wenig Kommunikation zu betreiben. Sinnvoller wäre es gewesen offiziell anzukündigen, dass man die Probleme erkannt hat und das Update auch neu ausliefert. Dies würde beim Kunden nicht das Gefühl der Vertuschung aufkommen lassen und des Weiteren das Misstrauen bei kommenden Updates umgehen.

Was denkt ihr über Microsofts Stillschweigen beim Surface Pro 3 Update?
Hat das neue Update die Fehler beseitigt?

Originalartikel vom 24. Januar 2016
Das Microsoft Surface Pro 4 ist nicht mit den besten Voraussetzungen auf den Markt gekommen, obwohl an der Hardware so rein gar nichts auszusetzen ist. Das Surface Pro 4 ist wirklich top ausgestattet und hat das Potential, Microsoft und dem 2-1 Konzept noch einmal einen Schub zu geben – so wie es bereits das Surface Pro 3 getan hat.

Dennoch stand der Start des Surface Pro 4 unter keinem guten Stern, denn direkt ab Werk war eine Firmware installiert, die vermehrt zu Problemen bei den Nutzern führte. Angefangen bei Akkulaufzeitproblemen, über Abstürze des Anzeigetreibers bis hin zum Bluescreen war alles dabei was bei einem Premium-Produkt tunlichst vermieden werden sollte. Neben den Firmwareproblemen ist Microsoft sogar ein Fehler bei den TypeCovern unterlaufen: die Taste für die spitzen Klammern wurde falsch bedruckt.

Nachdem Microsoft zusammen mit Intel an den Problemen gearbeitet hat, erscheinen nach und nach die nötigen Patches. Ende 2015 hat Intel zum Beispiel einen neuen Grafiktreiber für die Skylake-Prozessoren veröffentlicht. Diese wurde aber nicht offiziell für das Surface Pro 4 angeboten, da Windows 10 derweil noch nicht unterstützt wurde. Nutzer des Microsoft Tablets mussten sich den Treiber manuell über die Intel-Webseite herunterladen. Eine unschöne Lösung, aber sie sollte zunächst Abhilfe für die Grafiktreiberprobleme schaffen. Dennoch muss man Microsoft hier ankreiden, die Prioritäten falsch gesetzt zu haben. Solch ein Update MUSS umgehend auch per Windows-Update angeboten werden, damit der Kunde angemessenen Premium-Support für ein Premiumgerät erhält.

Auf neowin ist Anfang dieser Woche zudem ein Beitrag erschienen, der sich mit dem besagten Treiber auseinander setzt. In diesem geht es um die Akkulaufzeit, an der Intel anscheinend auch geschraubt hat. So soll der Verbrauch im Standby von vormals 7-9% auf 3% geschrumpft sein, was zwar immer noch kein wirklich perfekter Wert aber schon einmal ein Anfang ist. Es bleibt zu hoffen, dass hier noch weitere Optimierungen vorgenommen werden können. Fatal an dieser Stelle ist jedoch, dass auch dieses Update immer noch nicht über Windows-Update angeboten wird, obwohl es mittlerweile auch für Windows 10 vorliegt. Somit wird also weiterhin eine manuelle Installation fällig. Nicht versierte Nutzer gucken in die Röhre bzw. wissen wohlmöglich noch nicht einmal, dass ein Update und somit eine Lösung ihrer Probleme verfügbar wäre.

Update für Surface Pro 3 und Surface 3 bringt neue Probleme

Microsoft Surface Pro 3 0011

Das ist jedoch noch nicht alles: Microsoft hat in den vergangenen Tagen Updates für die älteren Surface Modelle verteilt. Diese wiederum kommen zwar über Windows-Update direkt auf die Geräte und benötigen keine manuelle Installation, beheben aber anscheinend weniger Probleme als sich dadurch neue Probleme auftun. Zunächst sah es so aus, als ob Microsoft für das Surface Pro 3 und Surface 3 das Problem des abstürzenden Grafiktreibers in den Griff bekommen hat. Vermehrt tauchen jetzt aber Stimmen im Netz (auch auf reddit ist ein entsprechender Beitrag zu finden) auf, die nach dem Update von Bluescreens, Abstürzen und Problemen beim Neustart berichten. Man sollte hier also vorerst das Update unterbinden, indem man in den Einstellungen unter Update -> „erweiterte Optionen“ das Häkchen bei „Updates für andere Microsoft-Produkte bereitstellen, wenn ein Windows-Update ausgeführt wird“ entfernt. (Siehe Screenshot)

Updatedialog Windows 10 - Firmwareupdate unterbinden

Ich kann bisher drei mal auf den Tisch klopfen, denn bereits vor dem Update kam es selten bei mir vor, dass der Grafiktreiber abgeschmiert ist und auch nach dem Update, das ich ungesehen durchlaufen lassen habe, kann ich keinerlei Probleme feststellen. Ob die oben genannten Fälle nun Einzelfälle sind oder ob ich in diesem Fall einfach Glück gehabt habe kann ich also nicht beurteilen. Bekanntlich meckern nur jene, die unzufrieden sind oder Probleme haben. Wobei meckern hier ja eindeutig das falsche Wort ist, denn die Beschwerden scheinen ja gerechtfertigt zu sein.

Deshalb möchte ich die Frage gerne an euch weitergeben: Seid ihr auch von den Problemen betroffen? Habt ihr schon geupdatet, oder seid ihr nach den Berichten eher vorsichtig was das Update angeht?