So kann das Microsoft Surface verbessert werden!

Das Microsoft Surface Pro 4 ist ein schickes Gerät, bei dem Microsoft viele Verbesserungen einfließen lassen hat. Dennoch gibt es meiner Meinung noch ein paar Punkte, die die Redmonder verbessern sollten.
von Marco Wilde am 28. Dezember 2015

Das Microsoft Surface ist mittlerweile in die 4. Generation gegangen und unser Surface Pro 4 Test hat gezeigt, welch grandiose Plattform die Redmonder hingestellt haben. Es glänzt durch hervorragende Leistung und ein neues Kühlsystem, ein großes Manko der alten Generation. Microsoft hat hier nachgebessert und das Problem in den Griff bekommen. Doch auch das TypeCover und der Stylus wurden grundlegend überarbeitet und arbeiten jetzt noch präziser. Aber… gibt es immer noch ein paar Punkte, die die Redmonder meiner Meinung nach verbessern müssen, um das Surface zu einem noch besseren Gerät zu machen.

Weitere Displaygrößen

Der Trend im Tablet-Markt geht seit Jahren in Richtung kleinerer, dünnerer Geräte. Wie viele Spekulationen haben wir nicht schon gelesen, dass es irgendwann mal ein kleines Surface Mini auf den Markt schafft. Es sollte bereits fertig gewesen, dann aber kurz vor Marktstart wieder eingestampft worden sein. Ob das wirklich so der Fall ist wird man wohl nie erfahren.

Dennoch ist in meinen Augen eine Verbreiterung der Modellpalette in Bezug auf die Displaygröße sinnvoll. Denn auch ein 8-9 Zoll großes Surface würde sicherlich seine Interessenten finden, auch wenn hier der Produktivitätsfaktor nicht im Vordergrund stehen würde. Ein Surface Mini würde sich gut auf der Couch oder unterwegs in der Bahn, oder im Flieger machen. Im Zusammenhang mit einer Dockingstation könnte man dann zu Hause oder im Büro auch auf größeren Displays arbeiten. Der mobilen Strategie von Microsoft würde dies sicherlich sehr gut tun.

Stabilität der Tastatur

Surface Pro 4 mit TypeCover
Das TypeCover ist an sich eine gute Sache, das Tippen auf den Tasten geht angenehm von der Hand und längere Texte lassen sich auch ohne viel Anstrengung erstellen. Dennoch ist die Nutzung, gerade dann, wenn man nicht am Tisch arbeitet, eine sehr wacklige Angelegenheit. Das Cover ist relativ dünn und dadurch natürlich auch nicht so stabil wie bei einem herkömmlichen Laptop. Mit etwas Druck lässt es sich durchbiegen. Auch auf den Schoß ist die Bedienung zwar möglich, aber nicht so sehr komfortabel. Hier hat ein Ultrabook immer noch den Vorteil der höheren Steifigkeit.

Es wäre meiner Meinung nach Sinnvoll dem Surface TypeCover ein weiteres Upgrade zu gönnen und ggf. die gleichen Materialien zu nutzen, wie beim Surface selbst schon. Mal ehrlich ein TypeCover mit einer metallischen Rückseite hätte nicht nur den Vorteil der höheren Stabilität, sondern würde auch noch extrem edel aussehen. Natürlich würde ein solches TypeCover dann auch etwas mehr wiege, doch das höhere Gewicht würde ich sofort in Kauf nehmen, denn der Vorteil überwiegt hier einfach.

Höhere Akkulaufzeit

Surface Pro 4 vs Surface Pro 3 - Anschlüsse
Das Surface Pro 4 wird von Microsoft mit bis zu 9 Stunden Akkulaufzeit angekündigt. Diese konnte ich im Test jedoch nicht annährend erreichen. Aber auch selbst wenn man die 9 Stunden erreichen würde, dann nur unter optimalen Bedingungen und nicht im produktiven Einsatz. Hier sollte Microsoft doch bitte noch einmal nachbessern. Es ist zwar schön, dass das Surface Pro 4 etwas schmaler als das Pro 3 geworden ist, aber dieser Schritt wäre in meinen Augen gar nicht nötig gewesen. Viel lieber wäre es mir gewesen, wenn man stattdessen einen noch stärkeren Akku verbaut hätte. Denn mal ehrlich, das schmalere Design ist fürs Marketing natürlich eine wunderbare Sache, aber wäre eine Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden nicht viel geiler? Wer den direkten Vergleich zum Vorgängermodell nicht hat, dem fallen die eingesparten 0,65 Millimeter fast nicht auf.

Software/Firmware

Der folgende Punkt bezieht sich hier direkt auf das neue Surface Pro 4. Microsoft MUSS bei der nächsten Generation des Surface unbedingt darauf achten, ein ausgereiftes Produkt auf den Markt zu bringen. Es kann nicht sein, dass man mit dem Kauf eines Premium-Produktes zu Beta-Tester wird und das Gerät erst durch Software-Updates so richtig gebrauchsfähig wird. Denn was bringt einem die hohe Performance, wenn sie nur auf dem Blatt steht? Die SSD-Werte sind bei Auslieferung so dermaßen schlecht gewesen (wurden mittlerweile aber meines Wissens mit einem Update behoben), dass man schon an der Qualität der verbauten Hardware zweifeln musste. Auch die Probleme mit dem Akku sind bis heute, zwei Monate nach der Markteinführung, nicht aus der Welt und das obwohl mit der neuen Intel Prozessor-Generation der sparsamere Betrieb möglich wäre.

Der Preis

Das Surface Pro ist ein Premium-Gerät, das rechtfertig aber meiner Meinung nach nicht den enorm hohen Preis für die Ausstattungsvarianten. Einsteigen in die neue Surface Reihe kann man ab 999€. Hier bekommt man aber „nur“ die Variante mit einem Core M Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB SSD. Möchte man ein wirklich leistungsfähiges Surface sein Eigen nennen, dann muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Ein Surface Pro 4 mit Intel Core i5 8 GB RAM und 256 GB SSD kostet knapp 1500€. Für diesen Preis bekommt man ein vergleichbar ausgestattetes Ultrabook von einem der vielen OEM’s und kann sich sogar noch ein gut ausgestattetes Android-Tablet oder ein iPad Mini dazu holen. Hier muss Microsoft also an der Preisschraube drehen um das Surface auch für weitere Kunden interessant zu machen. Die Redmonder können hier einfach nicht auf den Apfel-Zug aufspringen und die Preise entsprechend hoch ansetzen, denn dann müssen sie auch entsprechende Ware liefern. Das Design und die Hardware alleine machen noch kein Premium-Gerät aus… Stichwort Support und Softwarequalität (s.o.)

SIM-Karten Slot

Das Surface ist prädestiniert dazu im mobilen Alltag zu werkeln, leider ist diese Funktion jedoch limitiert, sofern man auf Internet angewiesen ist. Das neue Surface Pro 4 besitzt leider keinen SIM-Karten Slot, sodass es für die Nutzung außerhalb von WLAN-Netzwerken nicht wirklich taugt. Leider hat Microsoft hier wieder einmal verschlafen und ich verstehe nicht wieso. Das Surface 3 kam, nach dem Wunsch vieler Nutzer, etwas verspätet in einer LTE Variante auf den Markt, warum hat Microsoft also hier nicht direkt zum Start eine Variante für das mobile Netz geschaffen? Ich hoffe stark darauf, dass man hier noch nach liefert und eine weitere Variante auf den Markt wirft. Gerade im Businesssegment ist dies ein wichtiger Punkt, denn viele Geschäftsleute wollen nicht darauf verzichten.

So das war es von meiner Seite, jetzt stehen euch die Kommentare offen. Wie seht ihr das Ganze? Welche Punkte sollte Microsoft noch in Angriff nehmen um die Surface Familie zu verbessern oder zu ergänzen?
Vielleicht kommen ja sogar noch ein paar weitere interessante Punkte zusammen, die diesen Artikel ergänzen. Dann steht einem Update nichts im Wege. ;)