Campaign for a Better World
MIT sammelt Milliarden-Spenden für eine bessere Welt

Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat man eine Initiative für eine bessere Welt gestartet, die "MIT Campaign for a better world". Fünf Milliarden Dollar sollen eingesammelt werden, damit in Kombination mit den talentierten MIT-Studenten diese bessere Welt entstehen kann bzw. der Weg dahin forciert wird.

Wie stellt ihr euch eigentlich eine bessere Welt vor? Ich habe ehrlich gesagt für mich persönlich keine sehr konkrete Vorstellung davon, aber ich glaube, dass sich in den nächsten Dekaden diese Welt fundamental verändern wird und dass schon heute viele Unternehmen wie Alphabet und Facebook emsig daran arbeiten, an den richtigen Stellschrauben zu drehen.

Denke ich an eine bessere Welt, dann denke ich als Tech-Blogger natürlich auch an völlig neue Technologien, die uns allen das Leben einfacher machen. Klar – die Technik, die wir heute bereits  in Computern, Smartphones etc. nutzen, wird immer besser und ausgefeilter, aber auch hier denke ich jetzt eher an an fundamentalere Dinge:

  • Technik, die nachhaltig genug ist, dass nicht die Ressourcen des Planeten in Mitleidenschaft gezogen werden
  • Erbkrankheiten, die besiegt werden
  • Städteplanungen, die nicht nur modernes Leben ermöglichen, sondern dabei umweltschonend aber auch gesünder sowie bezahlbarer für die Menschen sind, die in diesen Städten leben

Ich glaube aber auch, dass sich viele andere Dinge grundlegend ändern werden, beispielsweise in der Politik und in der Gesellschaft. Wir müssen uns damit abfinden, dass wir in den nächsten Jahren sehr viele Jobs nicht mehr benötigen, weil wir sie an Roboter und an künstliche Intelligenz allgemein auslagern können. Somit denke ich, dass dieses Modell – wir gehen ein Leben lang arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten – einem starken Wandel unterzogen wird. Vermutlich wird es eine Grundabsicherung für jedermann geben und lediglich ausgesuchte Experten-Jobs werden dann noch wirklich von Menschen erledigt und entsprechend honoriert.

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Ich denke aber auch, dass sich die Gesellschaft so entwickeln wird, dass nicht mehr grundsätzlich wir reichen Nationen von der Ausbeutung der armen Länder profitieren, sondern sich das alles gerechter verteilt. Politik, die entsprechenden Organisationen und auch die Industrie werden dafür sorgen, dass wir bewusster mit unserem Planeten umgehen, werden Probleme wie den Welthunger überwinden und jedermann Zugang zum Internet und somit zu Wissen und zu Chancen bieten.

Klingt für euch alles vielleicht zu illusorisch und optimistisch angesichts der Krisen in der Welt und der Profit-Orientierung der Unternehmen, aber ich glaube daran, dass wir das Ruder herumreißen können und langfristig sogar das – wie auch immer motivierte – Morden in Kriegen ein Ende haben könnte.

Screenshot MIT Campaign for a Better World

MIT Kampagne für eine bessere Welt

Ihr fragt euch, wieso ich überhaupt hier ellenlang über die Zukunft philosophiere? Ganz einfach: Weil man sich auch beim Massachusetts Institute of Technology, kurz: MIT, sehr ausführlich damit beschäftigt und mit der MIT Campaign for a Better World jetzt ein Projekt gestartet hat, welches so konzipiert ist, dass die Menschheit entscheidende Schritte in diese Zukunft unternehmen kann.

Bei dem Namen fragt man sich vielleicht, ob man es angesichts der Probleme in der Welt nicht erst mal ein bisschen kleiner hatte, aber das Vorhaben ist durchaus ambitioniert. Fünf Milliarden Dollar möchte man einsammeln, um dann an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen, die da wären:

  • Discovery Science: Die Welt verändern durch fundamentale wissenschaftliche Forschung
  • Health of the Planet: Hürden der Menschheit bei der Nachhaltigkeit und der Umwelt überwinden durch Wissenschaft, Technologie, Design, Management und Politik
  • Human Health: Die Zukunft der Gesundheit neu definieren – durch Fortschritte in der Grundlagenwissenschaft und basierend auf Expertisen in den Bereichen Management, Ökonomie und Politikwissenschaft.
  • Innovation and Entrepreneurship: Beschleunigung des Prozesses von der Idee zum Impact
  • Teaching, Learning, and Living: Bildung neu definieren für die Schüler des 21. Jahrhunderts
  • The MIT Core: Außergewöhnlich begabte Studenten und Fachbereiche anziehen und sie mit den notwendigen Ressourcen ausstatten

Das MIT wendet sich an seine Freunde und Unterstützer. Man ist sich durchaus bewusst, dass eine Summe von fünf Milliarden US-Dollar schon eine amtliche Hausnummer ist. Nichtsdestotrotz sind bereits 2,6 Milliarden zusammengekommen, also schon mehr als die Hälfte.

Was passiert mit dem Geld?

Etwas, dass auch die spendenfreudigsten Freunde der technischen Hochschule interessieren dürfte: Was ist mit diesem Berg Geld eigentlich geplant? Zunächst einmal will man sich um Grundlagenforschung bemühen: Die Gesetze der Physik, die Wechselwirkung von Proteinen, wie funktioniert unser Gehirn und wie können wir das Wissen um diese Funktion beim Bau von Maschinen nutzen, nur um einige Punkte zu nennen.

Wissenschaftlerin mit Proben in kleinen Flaschen

Dann setzt man einen Schwerpunkt bei der ökologischen Forschung: Wie bekommen wir den Klimawechsel in den Griff und können Einfluss darauf nehmen, unter welchen Bedingungen wir leben. Wie gestalten wir das alles nachhaltig und zwar nicht nur in unseren Städten, sondern in jedem Winkel dieses Planeten, so dass alle davon profitieren?

A central challenge of our time is how to build a sustainable future for the whole human family. MIT President L. Rafael Reif

Der medizinische Bereich ist ebenfalls ein sehr ambitionierter und das MIT geht hier in eine Richtung, in der auch die hellen Köpfe in den Google-Labors überlegen: Wie besiegen wir Krankheiten wie den Krebs? Wie sorgen wir dafür, dass ein Schutz vor AIDS so simpel wird wie das Erhalten einer Tetanusspritze? Wie treiben wir die Medizin so voran, dass Ärzte nicht hinterher Symptome bekämpfen, sondern Krankheiten schon im Vorfeld erkennen, bevor sie ausbrechen?

Mann läuft mit Beinschienen

Das MIT wird die Forschung vorantreiben, auch was veränderte Gene durch CRISPR-Cas9 angeht. Wir zucken ja bei Genmanipulationen gerne mal zusammen und nicht wenige finden, dass der Mensch dabei zu sehr Gott spielt. Aber durch diese Forschungen können wir irgendwann erreichen, dass Krankheiten wirklich ausgerottet werden und dass wir das Altern aufhalten können. Der Präsident des MIT sagt dazu:

As we look to the horizon, we see a future where fundamental science unlocks vital new knowledge and unleashes unprecedented innovation… where we converge on ways to detect disease before it has symptoms, to reduce cancer to an inconvenience, and to make a vaccine for HIV as routine and effective as a tetanus shot…where Alzheimer’s itself is just a memory… MIT President L. Rafael Reif

Die Unterstützer des MIT sind mitunter sehr zahlungskräftig und -freudig und so mancher Dollar wird da noch fließen, dennoch ist auch jeder andere mit Kleinstbeträgen willkommen und kann auf dieser Seite für diese Mission spenden. Das eh schon sehr ambitionierte MIT zündet mit dem Projekt „MIT Campaign for a Better World“ die nächste Stufe der Forschung und setzt damit meiner Meinung nach auch ein wichtiges Zeichen: Man hat die Probleme der Welt im Blick und ist willens, diese in den Griff zu bekommen und hat auch das nötige Vertrauen in die Intelligenz der Menschen, die man fördert, um eben genau das bewältigt zu bekommen.

Gerade unter den Schwerreichen in den USA – nehmt als Beispiel Bill Gates oder auch Mark Zuckerberg – werden astronomische Summen investiert und Armeen von Wissenschaftlern beschäftigt, um diesen Planeten zu einem besseren zu machen – das MIT haut in die gleiche Kerbe und will seine außerordentlich gute Arbeit noch erfolgreicher machen. Ihr habt ja oben gelesen, dass ich an viele dieser Vision ganz fest glaube und daher drücke ich bei diesem Projekt fest die Daumen, dass es den gewünschten Weg geht.

Sagt uns in den Kommentaren, was ihr davon haltet und wie ihr euch selbst die Zukunft vorstellt: Kriegen wir die Probleme der Menschheit in den Griff, oder seht ihr eher alles den Bach runtergehen?

Quelle: MIT via Engadget