Netflix-Box von der Seite mit Fernbedienung und Statuslicht

Netflix: Konzept einer Set-Top-Box zeigt die „Zukunft des Fernsehens“

Die TV-Landschaft befindet sich im Umbruch und Netflix ist einer der Gründe, wieso vielfach Abgesänge auf das lineare Fernsehen angestimmt werden. Eigene Hardware hat Netflix leider nicht, aber Testgarage.com zeigt nichtsdestotrotz ein sehr interessantes Konzept.

Es tut sich aktuell eine Menge, was unsere TV-Angebote angeht. Auch dieser Bereich unseres Lebens muss sich auf die Veränderungen einstellen, die das Internet mit sich bringt und somit müssen die klassischen Fernsehsender damit zurechtkommen, dass sie plötzlich in einer Welt leben, in der es neben dem linearen Programm auch eine Unzahl von Online-Konkurrenten in den verschiedensten Formen gibt. Dazu gehören die kostenlosen Videoportale wie YouTube, aber noch mehr wird das lineare TV durch Services wie Netflix, Amazon, Maxdome und viele mehr bedroht.

ARD und ZDF braucht kein Mensch Reed Hastings, Netflix-Gründer

Erfreulicherweise hat es Netflix ja mittlerweile auch nach Deutschland geschafft, nachdem wir zuvor lange neidisch über den großen Teich geschaut haben. Auch hierzulande erfreut sich die Plattform großer Beliebtheit, doch während Konkurrenten wie Amazon mit eigener Hardware ihre Position ausbauen wollen, sträubt sich Netflix davor, eine eigene Set-Top-Box oder gar einen eigenen Fernseher produzieren zu lassen. Das höchste der Gefühle bislang sind „Netflix Recommended TV“-Aufkleber auf TV-Geräten, die für den Empfang von Netflix ausgelegt sind und bei einigen Herstellern auch Netflix-Tasten auf der Fernbedienung. Zumindest bislang schließt Netflix-Macher Reed Hastings eigene Hardware jedoch kategorisch aus, weil es schlicht nicht die Kernkompetenz seines Unternehmens darstellt.

Netflix-Box von oben mit Fernbedienung

Konzept einer Set-Top-Box für Netflix

Das schließt aber natürlich nicht aus, dass sich jemand anders Gedanken dazu macht, wie eine solche Set-Top-Box von Netflix aussehen könnte und dieser „jemand“ hat sich nun gefunden mit dem Designer Martin Hajek und Testgarage.com. Zusammen erarbeitete man ein Konzept für eine Netflix-Box, die man selbst für nicht weniger als die „Zukunft des Fernsehens“ einordnet.

Es handelt sich dabei zunächst einmal um eine ganz gewöhnliche Set-Top-Box – Konkurrenten wie dem Apple TV nicht ganz unähnlich. Mit 10 Zentimetern Kantenlänge und einer Bauhöhe von 2,3 Zentimetern ist das Gerät schlank genug, um in jedem Wohnzimmer Platz zu finden – beste Voraussetzung also zum Einsatz einer solchen Box.

Apple TV und Netflix-Box mit Fernbedienungen im Vergleich

Bei der Form hat Designer Hajek seiner Fantasie freien Lauf gelassen und so präsentiert sich die Netflix-Hardware in einem unten gekrümmten Design, welches dem Netflix-Logo nachempfunden ist, zudem prangt natürlich der Netflix-Schriftzug auf der Frontseite. Dieser durch die Krümmung entstandene Zwischenraum wird beleuchtet und zwar verschiedenfarbig, denn das Licht, welches auf den Boden abstrahlt, dient in diesem Fall als Statusanzeige und signalisiert durch die unterschiedlichen Farben, ob das Device an oder aus ist oder ob es Probleme mit dem Netzwerk gibt.

Kennen wir vergleichbare Hardware zumeist in Schwarz, haben wir es in diesem Fall mit einer weißen Set-Top-Box zu tun mit einer roten Unterseite. Diese Unterseite ist für den besseren Halt gummiert. Blickt ihr auf die Box, wird euch die Aussparung in der Mitte der Konsole auffallen. Durch dieses rechteckige Loch präsentiert sich die Box also als eine Art Ring. Neben ästhetischen Gründen gibt es aber auch einen praktischen Nutzen: Dank der passenden Kontakte könnt ihr die Fernbedienung der Box dort hineinstellen und aufladen.

Dass man für die Zukunft aufgestellt sein will, erkennen wir mit einem Blick auf die Rückseite: Dort erkennen wir neben dem Anschluss für das Netzteil, dem HDMI-Anschluss und dem Gigabit-Ethernet-Port für die Netzwerkverbindung nämlich auch bereits einen USB-Typ-C-Anschluss. Die Verbindung zum Netzwerk kann via WLAN-ac selbstverständlich auch kabellos erfolgen und gewährleistet so auch die Übertragung von 4K-Content.

Netflix-Box von hinten

Die Fernbedienung

Netflix-Box: Fernbedienung

Auch eine Fernbedienung ist selbstverständlich im Lieferumfang enthalten und die folgt der Designsprache der Box. Auch hier befindet sich ein Loch im Innern und auch hier setzt man auf eine gummierte, rote Unterseite. Allerdings präsentiert sich die Fernbedienung nicht in Weiß, sondern in silberfarbenem Kunststoff. Das Loch hat übrigens auch hier einen praktischen Nutzen: Ihr könnt es in diesem Fall als Flaschenöffner nutzen – meiner Meinung nach etwas, bei dem die Designer-Gäule mit Hajek durchgegangen sind und was ich definitiv nicht an einer Fernbedienung benötigen würde.

Fernbedienung als Öffner

Im Rahmen um diese viereckige Aussparung herum sind noch Bedienelemente angeordnet worden, außerdem hat man auch das Mikrofon für die Voice-Kontrolle dort unauffällig untergebracht. Ansonsten vertraut dieses Konzept auf eine große, prominent in der Mitte angebrachte Taste für Play/Pause und ein Touch-Display. Mit letzterem könnt ihr euch dann einen Überblick des Netflix-Angebots verschaffen oder Playlists erstellen, wenn der Fernseher aus ist.

Bei Testgarage.com macht man sich auch Gedanken dazu, wie man den Kunden diese Set-Top-Box von Netflix schmackhaft machen könnte und spekuliert über einen vergünstigten Tarif, wenn man sich die Box leistet – oder gar eine komplett kostenlose, subventionierte Hardware für den Netflix-Kunden.

So oder so: Wir müssen uns derzeit damit begnügen, dass diese wahrlich attraktive Set-Top-Box nur ein Konzept bleibt und Netflix so schnell nicht von seinem Kurs abrücken wird, keine eigene Hardware anfertigen zu lassen. Mag sein, dass im Unternehmen an dieser Philosophie noch gerüttelt wird in den nächsten Jahren – bis dahin bleiben uns aber eben nur die Bilder von Martin Hajek. Was sagt ihr denn dazu: Hättet ihr gern so ein Device, welches explizit auf Netflix zugeschnitten ist? Oder könnt ihr gut damit leben, dass ihr Netflix per App auch auf Smart-TVs, anderen Set-Top-Boxen, Notebooks und mobilen Geräten nutzen könnt?