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Neue Musik finden? Ja, aber ohne Algorithmen – so geht’s

Wie angekündigt möchte ich euch sagen, wie ich künftig auch ohne Algorithmen von Spotify, YouTube usw neue Musik entdecke. Sicher kein allgemein gültiges Tutorial, aber vielleicht ist für euch auch die ein oder andere Anregung dabei.

Vor ein paar Tagen schrieb ich es: Ich muss ganz dringend raus aus diesem Algorithmen-Einerlei, welches mir Spotify, aber auch andere Musik- und Video-Plattformen täglich kredenzen. Mir ist schon klar, dass mein Geschmack auch bei Musik ein ziemlich individueller ist, daher bringt es euch nur eingeschränkt was, wenn ich konkrete Vorschläge mache. Aber ich bin sicher, dass ihr daraus einiges ableiten könnt, um ebenfalls mal wieder auf andere Arten auf musikalische Entdeckungsreise zu gehen.

Folgt Künstlern, die ihr mögt

Nur, weil mir die Algorithmen derzeit ein wenig auf die Nerven gehen bzw. die vorgeschlagenen Playlists zu fade sind, muss ich ja nicht zwangsläufig auf das von mir geliebte Spotify verzichten. Dort sind schließlich immer noch meine eigenen Playlists und auch die ganzen Künstler, die ich schätze.

Eine Musikrichtung, die ich mag, ist Vocal Trance. Daher gefällt es mir, dass ich auf Spotify die „A State of Trance“-Episoden von Armin van Buuren hören kann. Gelegentlich schlägt er außer der Reihe aber auch noch andere Musik vor — die oben eingebundene Playlist ist beispielsweise sein DJ-Set vom Tomorrowland-Festival.

Manchmal schlägt Spotify selbst Künstler vor, die eigene Playlists veröffentlichen, ansonsten schaut halt einfach auf den Spotify-Profilseiten vorbei. Bedenkt dabei, dass das, was die Musiker hören, nicht zwangsläufig so klingen muss wie das, was sie selbst veröffentlichen. Aber selbst dann kann es sehr spannend sein zu erfahren, wo diese Leute ihre Inspiration her holen oder was sie zum Entspannen hören, wenn sie nicht selbst im Studio stehen.

Was hören eure Freunde (auf Spotify, oder generell)?

Da wir schon bei Spotify sind: Dort könnt ihr euch einen Aktivitäten-Stream eurer Freunde anschauen, wie ihr oben im Bild seht. Klickt dort einfach auf den Song, den eure Kontakte hören, wenn ihr wisst, dass die Geschmäcker plausibel sind.

Selbstverständlich ist das keine auf Spotify limitierte Empfehlung, denn schon seit Menschengedenken haben die Empfehlungen der Freunde immer eine wichtige Rolle für jeden gespielt, der sich für Musik interessiert. Das liegt sicher auch immer daran, wie wichtig einem Musik im Leben ist. Bei mir spielt es eben eine große Rolle, weshalb ich auch weite Teile meines Freundeskreises durch die Liebe zur Musik kenne — logisch, dass man sich da gegenseitig beeinflusst, was den Musikgeschmack angeht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ihr musikalisch kompatibel mit den Leuten in eurem Freundeskreis seid, könnt ihr dort auch die besten Empfehlungen ziehen.

Lest Musik-Blogs

Wenn ihr auf Musik steht und sowieso gern Blogs lest (was ihr ja augenscheinlich tut, wenn ihr diese Zeilen gerade lest), dann sucht euch entsprechende Blogs. Eingangs erwähnte ich, dass es wenig Sinn ergibt, hier jetzt einen Berg Tipps für Musik-Blogs aufzulisten, weil wir ja eh alle unterschiedliche Musik mögen und sich daher jeder seine Blogs selbst zusammensuchen sollte.

Mir persönlich gefallen beispielsweise die News auf depechemode.de, die eben nicht nur über meine Lieblings-Band berichten, sondern auch viele News zu anderen Veröffentlichungen bringen und stets toll geführte Interviews mit vielen Künstlern. Ebenfalls ein von mir gern gelesenes Blog, welches ziemlich gut zu meinem persönlichen Geschmack passt (bzw. zu einigen Facetten davon): Avalost. Also falls ihr das Gefühl habt, dass euer Musikgeschmack mit meinem kompatibel ist, solltet ihr die beiden Seiten mal auschecken.

Darüber hinaus schätze ich sehr den Tonspion und Noisiv aus dem hohen Norden Deutschlands. Aber wie gesagt: Sucht euch hier selbst eure Favoriten, oder googelt einfach mal nach diversen Listicles, die es zu Musikblogs gibt.

Geht auf Konzerte

Die Depeche Mode-Tour ist gerade zu Ende gegangen und ich bin sehr wehmütig deswegen. Im Vorprogramm waren bei den letzten Konzerten die legendären DAF, so dass es hier für mich keine neue Kapelle zu entdecken gab. Aber bei den richtig großen Konzerten kann man dennoch immer wieder mal auch über weniger bekannte Acts stolpern.

Noch besser eigentlich: Wenn ihr sowieso mit euren Freunden loszieht, geht doch einfach auf irgendein Konzert, das am gleichen Tag in der Nähe stattfindet. Support your local heroes! Es müssen also nicht Weltstars zu Gast sein — geht einfach hin, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr beim erwarteten Musikstil einer lokalen Band alle einigermaßen auf eure Kosten kommen könnt. Oft sind die Konzerte recht günstig und wenn ihr eigentlich einen Abend im Club oder der Stammkneipe geplant habt, ist nach dem Konzert im Normalfall ja immer noch Zeit genug dafür.

Nutzt Shazam oder ähnliche Dienste

Für mich immer noch ein absoluter Lebensretter in musikalischer Hinsicht: Shazam! Die App muss ich euch natürlich nicht vorstellen, die Funktionsweise ebenso wenig. Gerade in TV-Serien stolpere ich tonnenweise über Musik, die ich nicht kenne, die mir aber auf Anhieb bärenstark gefällt. Da ich Shazam und Spotify miteinander verbunden habe, werden mir die erkannten Songs automatisch in eine Playlist geschaufelt, so dass ich die Lieder also auch direkt dort verfügbar habe.

So manchen Künstler habe ich für mich entdecken können, nachdem ich erstmals einen nur wenige Sekunden langen Schnipsel in einer Serie hörte und mir dessen Musik danach dann erschlossen habe. Ein Beispiel von sehr vielen seht ihr hier im Clip:

Eigentlich ist es aber egal, ob es eine TV-Serie oder ein Film ist, ob ihr einen Song in der Werbung hört oder vielleicht einfach auf der Straße: Hört dann eben nicht nur den erkannten Song rauf und runter, sondern lauscht auch mal in die Alben rein (oder zumindest in die Top Ten-Songs auf Spotify oder in die Top-Ergebnisse bei YouTube).


Wie gesagt: Das ist alles nicht passend für jedermann, schon gar nicht, was die konkreten Links angeht. Aber das sind die Dinge, die für mich funktionieren: Empfehlungen von Freunden, meine Blog-Links und eben alles, was ich an Anregungen hier aufgelistet habe. Würde mich freuen, wenn einiges davon auch für euch funktioniert — solltet ihr eigene, andere Ideen haben, wie ihr auf neue Musik stoßt, würde mich das fast noch mehr freuen.

Artikelbild: Almost Predictable. Almost. (mein Lieblings-Depeche-Mode-Blog btw)