Das "Nexpaq"-Smartphone-Case samt Modulen.

Crowdfunding
Nexpaq: modulares Smartphone Case für Android und iOS

Mit Nexpaq gibt es zur Zeit auf Kickstarter ein modulares Smart Case, welches an Googles Project Ara erinnert. Falls genügend Geld bis Ende Mai zusammen kommt, könnte es sogar noch vor diesem auf dem Markt erhältlich sein.
von Marcel Martens am 30. April 2015

Neues Projekt auf Kickstarter

Nach zweijähriger Entwicklung bittet Nexpaq Inc. für sein gleichnamiges Smartphone Case auf Kickstarter um Kapital zur Massen-Produktion. Falls bis zum 30. Mai um 13:30 CEST die angestrebten 50.000 Dollar zusammen kommen, soll mit dem Versand im Januar nächsten Jahres begonnen werden. Dabei gibt es 14 verschiedene Möglichkeiten sich an diesem Projekt zu beteiligen. Diese reichen preislich von einem bis 10.000 Dollar.

Was macht es so interessant?

Während wir uns auch weiterhin noch auf Googles Project Ara gedulden müssen, sehen wir hier einen ähnlichen Ansatz, welcher aber im Gegensatz dazu schon jetzt bereit ist, auf den Markt zu gehen. Die Ähnlichkeit rührt daher, dass wir es mit einem modularen System zu tun haben, welches sich individuell anpassen und erweitern lässt und so dem eigenen Smartphone neue Funktionen hinzufügen kann. Im Unterschied zu Ara werden hier jedoch die Module nicht direkt ins Telefon, sondern in das sogenannte Nexpaq-Case eingelegt.

Weitere Details zum System

Diese beherbergt derzeit sechs Slots, wobei verworfene Design-Skizzen (siehe Galerie unten) vermuten lassen, dass zukünftig auch acht davon vorhanden sein könnten. Das Case ist derzeit für Apple iPhone 6, Samsung Galaxy S5 oder S6 Edge in den Farben Schwarz oder Weiß erhältlich. Weitere Varianten sollen per Abstimmung auf der eigenen Webseite folgen. Sollte dieses Projekt also finanziert werden, bräuchte man in Zukunft sich also nur noch eine passende Hülle für das neue Smartphone zu besorgen.

Apple "iPhone 5s", Samsung "Galaxy S5" und Samsung "Galaxy S6 Edge".

Denn der Plattform-übergreifende Ansatz setzt sich auch konsequenter Weise in den verwendeten Modulen fort: Sie sind sowohl mit Android- wie auch iOS-Geräten kompatibel. Bei Verfügbarkeit von neuen Bausteinen müsste dann lediglich die Nexpaq App aktualisiert werden. Diese bringt übrigens die Anzeige von selbigen automatisch auf den neuesten Stand, falls eine der Komponenten im laufenden Betrieb ausgewechselt wurde. Des Weiteren lassen sich die Module auch ansprechen, wenn das Smartphone einmal nicht im Case eingelegt ist, da eine Verbindung per Bluetooth hergestellt wird.

"Nexpaq"-Case: Tausch eines Moduls zwischen Apple "iPhone 6" und Samsung "Galaxy S6".

Die bisher geplanten Module

Zur Grundausstattung gehört ein in das Case integrierter 1.000 mAh-Akku, der Euer Smartphone auflädt. Darüber hinaus könnt Ihr noch ein Batterie-Modul mit 400 mAh verwenden, welches drei der sechs verfügbaren Slots belegt. Einen weniger davon benötigt der Lautsprecher, mit dem 30 bis 60 Prozent mehr Lautstärke erreicht werden sollen. Die im Folgenden vorgestellten weiteren Module benötigen indes jeweils nur einen Slot. So zum Beispiel der Laser Pointer oder die (mehrfarbige) LED, die per Druck auf den Baustein aktiviert wird.

Wer mehr Speicher benötigt, für den gibt es drei weitere Möglichkeiten. Zum einem gibt es da eine Backup-Komponente mit 64 GB. Wer jedoch auch am PC auf den Speicher zugreifen möchte, nimmt dann lieber den USB-Baustein mit wahlweise 32 oder 64 GB, welcher sich über einen heraus schiebbaren Anschluss mit dem Rechner verbinden lässt. Wenn noch mehr Speicher benötigt wird, hilft dann wohl nur noch das SD-Kartelese-Modul, welches alle zur Zeit erhältlichen Größen unterstützen soll.

Fans von Messwerten kommen auch nicht zu kurz. So gibt es eine Variante zur Erfassung der Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sowie eine für die Luftqualität (unter anderem CO2). Zudem kann mit einer weiteren Komponente der persönliche Alkohol-Level per Ausatmen gemessen werden.

Abschließend gibt es noch ein Hotkeys-Modul, mit dessen zwei Knöpfen man auf Funktionen schneller zugreifen kann, sowie ein Dummy-Modul zum Füllen der leeren Slots.

Aussicht und Fazit

Neben dem zuvor erwähnten Verkauf von Hüllen für neu erschienene Smartphones sind ferner eine Community und ein Marktplatz geplant, auf denen Entwickler und Benutzer miteinander agieren sollen. An für sich klingt dieses Projekt ganz interessant und es könnte auch früher auf den Markt kommen als das sich hinziehende Ara.

Diverse Bildschirmfotos samt Smartphone von der "Nexpaq"-App.

Letzteres jedoch hat den Vorteil, dass man sich nicht ständig eine neue Hülle kaufen muss. Dafür aber wiederum den Nachteil der Plattform-Gebundenheit. Und die dafür bisher angekündigten Module namenhafter Hersteller, könnte es auch für das Nexpaq-System geben, wenn es sich denn nur genügend verbreitet hat. Es bleibt also eine spannende Sache, ob dieses Projekt es schafft, finanziert zu werden und falls dies der Fall sein sollte, ob es sich dann später auch gegen Ara behaupten kann.

"Nexpaq": Verschiedene Modul-Skizzen.

Mehr über Project Ara:

• Sennheiser verrät Details zu seinen Project Ara-Plänen (26. Januar)

• Yezz zeigt Module und Ideen für Project Ara (2. März)

• Project Ara & Marvell: Gemeinsam in die modulare Zukunft [Video] (16. März)

 

 

Quelle: Kickstarter

via: Engadget, The Verge