Nicht vergessen: Eure geschäftlich genutzten Chats sind NICHT privat!

Slack, Hangout, WhatsApp & Co. sind beliebte Tools für die interne Kommunikation von Arbeitsgruppen in Unternehmen. Doch als Angestellter sollte man sich darüber bewusst sein, dass die dort geführten Gespräche alles andere als privat sind. Der Arbeitgeber könnte Zugriff darauf haben und die Gespräche können an die Öffentlichkeit gelangen.
von Nicole am 20. Februar 2018

Wir bei Mobile Geeks sind eine glückliche Familie und nutzen HipChat zur internen Kommunikation. Wenn ihr Slack, Hangouts oder eine andere Enterprise-Chatsoftware verwendet, solltet ihr beachten, dass eure Chats nicht privat sind! Einer Gruppe von New-York-Times-Mitarbeitern wurde dieser Umstand jäh bewusst, als ihre vermeintlich private Slack-Konversation ins Internet geleakt wurde.

Die Konversation drehte sich hauptsächlich um die kontroversen Social-Media-Posts des Autors Bari Weiss sowie die um die Autorin Quinn Norton, die von der Times kurze Zeit nach ihrer Anstellung wieder entlassen wurde, als einige ihrer alten Tweets mit rassistischen und homophoben Äußerungen im Netz auftauchten.

Die Times-Mitarbeiter waren sich durchaus im Klaren darüber, dass dies nicht unbedingt der beste Weg ist, um Beschwerden dieser Art zu äußern. „Ich will nicht, dass man mich in der Firma als Unruhestifter bezeichnet“, sagte einer der Beteiligten. Das Gespräch endete aber selbst dann nicht, als ein weiterer Mitarbeiter die Gruppe darüber informierte, dass ihr Chat ins Internet geleakt worden war. Natürlich würde unser Bürogenörgle keine Schlagzeilen machen, aber dieser Vorfall zeigt, dass wir besser etwas vorsichtiger sein sollten, was wir auf der Arbeit so von uns geben – selbst wenn man der Überzeugung ist, dass es sich um einen privaten Onlinechat handelt.

In Slack lassen sich beispielsweise öffentliche Konversationen durch eine simple Suchanfrage auch von Leuten finden, die nicht aktiv am Gespräch beteiligt sind.

Ihr glaubt, private Channels und Direktnachrichten wären sicher? Falsch gedacht! Private Channels sind nur so lange privat, bis ein Vorgesetzter Wind von der Sache bekommt und darauf besteht, eingeladen zu werden. Und je nachdem, welches Abonnement euer Arbeitgeber abgeschlossen hat, lassen sich private Channels und Direktnachrichten exportieren und mit Drittanbietersoftwares durchsuchen.

Vergesst nicht, dass es sich um eine Business-Software handelt und alles, was ihr auf einem Arbeits-PC und in einem Arbeitsnetzwerk kommuniziert, kann von eurem Arbeitgeber nachverfolgt werden.

Man möchte meinen, dass Leute, die für die New York Times arbeiten, etwas cleverer wären. Aber dieser Vorfall sollte uns wohl als Warnung dienen. Der geschäftlich genutzte Chat ist vielleicht nicht unbedingt der beste Ort, um Dampf abzulassen.