Omate Yumi: Roboter mit Alexa an Bord – ab 15.11. bei Indiegogo

Omate wird mit dem Yumi nächste Woche einen kleinen Android-Roboter bei Indiegogo anbieten, der zudem mit Amazons Sprachassistenten Alexa ausgestattet ist.
von Carsten Drees am 11. November 2016

So selten ist es nun wahrlich nicht, dass wir uns – hier auf dem Blog oder auch generell – über Roboter unterhalten. Mal mahnen wir mit dystopischem Unterton, dass wir „dank“ Robotern mit einem riesigen Strukturwandel und dadurch bedingter Arbeitslosigkeit zu rechnen haben, mal testen wir staubsaugende Roboter wie den Vorwerk Kobold VR200. Am liebsten sind mir persönlich aber die Stories über menschenähnliche Roboter mit großen, knuddeligen Augen, die uns mal helfen und mal unterhalten sollen.

Genau so ein Roboter ist Yumi. Gebaut wird dieser kleine Kerl von Omate – ein Unternehmen, über das wir hier auch schon öfters berichtet haben, allerdings zumeist im Zusammenhang mit Smartwatches. Dieses Mal versuchen sich die Chinesen also an einem Roboter, der ab der nächsten Woche, genauer gesagt ab dem 15. November, bei Indiegogo zu haben sein wird.

Ab 349 Dollar wird der Kamerad im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne zu haben sein, später im Handel verlangt Omate dann 599 Dollar. Damit ist Yumi günstiger als die meisten seiner Kollegen, allerdings ist er dafür auch nicht sonderlich beweglich. Er kann sein Köpfchen bewegen und besitzt kleine Röllchen an der Unterseite, mit deren Hilfe sich der Roboter in verschiedene Richtungen drehen kann.

omate-yumi-01

Omate Yumi – was kann der Roboter?

Stellt euch Yumi im Wesentlichen wie ein Android-Tablet vor, um das man einen Roboter-Körper herumgebaut hat. Dieses Tablet – ein 5 Zoll großes Touch-Panel mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln – fungiert hier als Gesicht des kleinen Knirpses, welches euch natürlich nicht nur Augen, Nase und Mund des Roboters visualisiert, sondern auch alle möglichen andere Informationen/Webseiten/Videos anzeigen kann.

Ihr habt also die Möglichkeit, dank des Betriebssystems Omate RAI 1.0 (Omate Robotics Artificial Intelligence) – ein stark angepasstes Android – den Roboter für alles zu nutzen, was ihr von der Android-Plattform kennt: Im Netz surfen, Emails checken, Games zocken, Videos schauen und grundsätzlich jede App installieren, die im Play Store von Google verfügbar ist.

Sprechen kann Yumi auch und spätestens da wird es spannend: In den Omate Yumi ist nämlich Alexa integriert, das Sprachassistenz-System von Amazon, welches auch im Amazon Echo zum Einsatz kommt. Insgesamt fünf Mikrofone besitzt Yumi, was bedeutet, dass er nicht nur hört, was ihr sagt, sondern auch die Richtung orten kann, aus der ihr sprecht. Sprecht ihr Yumi an, dreht sich der Roboter in eure Richtung.

omate-yumi-04

Dabei profitiert ihr von exakt all den Dingen, die euch auch die Echo-Produkte von Amazon bieten: Ihr könnt Yumi ins Smart Home integrieren und beispielsweise die Beleuchtung kontrollieren, könnt beliebige Fragen stellen (Wetter, Zugverbindungen, Nachrichten, usw) und könnt auch eure Musik via Yumi abspielen lassen, wobei der Roboter da auch auf Dienste wie Spotify zugreifen kann.

omate-yumi-07

Dank Stereolautsprechern und Arkamys-zertifiziertem Sound soll das auch richtig gut klingen für so ein kleines Android-Männchen von 11,7 Inch Größe. Die exakten Maße von Yumi lauten übrigens 29,5 x 17,5 x 16,2 cm. Kontrollieren könnt ihr die Lautstärke über die angedeuteten Ärmchen des Roboters, bei denen es sich um Touch-Sensoren handelt.

omate-yumi-02

Zu den technischen Daten: Ein Cortex-A53-basierter Quad-Core-SoC mit 1,3 GHz treibt Yumi an, dem 1 GB RAM und 8 GB interner Speicher zur Seite stehen. Mit an Bord ist ein 3.500 mAh Akku, an den Ohren, dem Kopf und dem Körper sind RGB Ambient LEDs installiert und connecten könnt ihr via WLAN oder Bluetooth 4.0.

An der Front ist zudem eine Kamera verbaut, die ihr verschiedentlich nutzen könnt. Natürlich sind Video-Chats möglich, aber ihr könnt dank Smartphone mit dieser Cam auch euer Zuhause überwachen, wenn ihr selbst nicht im Haus seid. Leider kann Yumi nicht den Kopf heben oder senken, was bedeutet, dass ihr euch immer in einem bestimmten Winkel vor dem Roboter befinden müsst, um die Kamera nutzen zu können.

omate-yumi-05

Yumi wirkt vom Design wie eine Art kleiner Bruder des ASUS Zenbo und Omate setzt ebenso auf ein knuddeliges Design mit Kulleraugen-Gesicht. Das ist nicht unüblich, dass man Roboter so „auf niedlich“ gestaltet, dadurch wirkt es dann weniger creepy, wenn man sich mit einer künstlichen Intelligenz unterhält. Wenn wir schon beim Design sind: Erhältlich wird Yumi in zwei Farben sein – mit einem Finish in Schwarz oder in Weiß.

omate-yumi-03

Wer sich jetzt für diesen Kollegen interessiert: Ab dem 15. November wird Omate seine Crowdfunding-Kampagne bei Indiegogo starten und wie bereits erwähnt, werdet ihr Yumi dann ab 349 Dollar erwerben können. Bis der Roboter dann aber auch seine Arbeit bei euch zuhause aufnimmt, wird es noch ein bisschen dauern: Ausgeliefert wird vermutlich im März, im dritten Quartal 2017 wird er dann für den regulären Preis von 599 Dollar zu haben sein. Mit seinem Preis ist Yumi natürlich signifikant teurer als der ebenfalls Alexa-basierte Amazon Echo, hat aber dafür natürlich auch mehr auf der Pfanne. Allerdings kostet auch der Zenbo 599 Dollar, der Yumi von seinen Skills in die Tasche steckt.

Gerade die Integration ins Smart Home inklusive Fernüberwachung, gekoppelt mit den Alexa-Skills und einem angepassten Android mit all seinen Möglichkeiten, lässt Yumi für mich als sehr ordentliches Gesamtpaket erscheinen. Wir dürfen uns vermutlich drauf einstellen, dass wir in Zukunft noch viele sehr verschiedene Alexa-Devices sehen werden, die wir per Sprache bedienen und persönlich gefällt mir da so ein niedlicher Roboter besser als die Echo-Röhre – oder gar ein sprechender Fisch.

Quelle: Omate via Geeky Gadgets