Crowdfunding
OpenROV Trident: Die Unterwasser-Drohne für Jedermann

Von OpenROV kommt mit der Trident die etwas andere Drohne - eine für Unterwasser. Bei Kickstarter bekommt man derzeit reichlich Zuspruch für das Gerät, welches allerdings nicht ohne Kabel auskommt und in der normalen Version mit einem 25 Meter langen Kabel ausgestattet ist.
von Carsten Drees am 25. September 2015

Wenn man derzeit das Thema Drohne hört, geht es fast ausschließlich um die Geräte, die einem schon mal vor die Birne fliegen, wenn man achtlos durch den Park stolziert – Fluggeräte eben, die – mit vier oder mehr Rotoren und zumeist einer Kamera ausgestattet – immer häufiger die Lüfte unsicher machen. Bei Kickstarter sammelt aber derzeit die OpenROV Trident richtig viel Kohle ein und das ist mal eine Drohne, die nicht fliegt – sondern sich stattdessen ins Wasser begibt.

Trident - In Water (2)

Einen entscheidenden Nachteil hat sie gegenüber ihren Kollegen in der Luft: Sie kommt nicht ohne Kabel aus! Das ist in der Regel 25 Meter lang, so dass ihr den lange gehegten Plan, mal selbst einen Blick in den Marianengraben zu werfen, getrost vergessen könnt. Die Early Birds sind alle weg, aktuell könnt ihr aber noch für 949 Dollar zuschlagen (Im Handel später werden 1.199 Dollar verlangt). Wenn ihr glaubt, dass euch das nicht reicht, was ihr da in bis zu 25 Metern Tiefe zu sehen bekommt: 100 Meter lange Kabel werden separat erhältlich sein – für zusätzliche 250 Dollar. Rechnet jetzt noch 80 Dollar für den Versand drauf und ihr habt ein nicht ganz günstiges Spielzeug, aber immerhin eines, welches wohl kaum einer eurer Bekannten sein eigen nennen dürfte.

Was die technische Seite angeht: Über das bereits erwähnte Kabel ist das Mini-U-Boot mit einer Boje verbunden, die über WLAN angefunkt werden kann und somit die Steuerung von einem Dock oder einem Boot aus gewährleistet. Die OpenROV-Software ist Open Source und ihr findet sie bei GitHub zum Download. 3 kg ist der ganze Spaß schwer und misst dabei 80 x 200 x 400 mm. Das Teil sieht durchaus schnittig aus und ist mit 2 Metern pro Sekunde sogar auch recht flott unterwegs.

Trident Bubble Gif

Damit ihr überhaupt Spaß habt mit so einer Unterwasser-Drohne, ist selbstverständlich eine HD-Kamera mit an Bord, damit ihr auch die Dinge einfangen könnt, die die Drohne im Wasser erblickt. Weder die Zeit noch Dunkelheit sollten dabei ein Problem sein, denn ihr habt Licht an Bord und der Akku soll bis zu drei Stunden lang durchhalten. Ihr könnt aber nicht nur einfach Videos erstellen, darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dank Photogrammetrie-Software auch den Meeresgrund oder Objekte zu vermessen – aus euren Videos werden dann 3D-Modelle erstellt, wie ihr es hier im Beispiel sehen könnt:

Fiskardo 2015 – NE595 Working zone
by ocean71
on Sketchfab

Starke Nummer, wenn ihr mich fragt – auch, wenn ich das Geld für so ein Spielzeug nun wahrlich nicht übrig habe. Schiefgehen kann bei der Kickstarter-Geschichte nichts mehr: Obwohl das Projekt da noch bis zum 31. Oktober läuft, hat man anstelle der angestrebten 50.000 Dollar bereits jetzt schon über 550.000 Dollar einsammeln können. Wer das nötige Kleingeld beisammen hat und Spaß daran hat, die Meere – oder Seen – zu erkunden, für den ist die OpenROV Trident eine absolut spannende Anschaffung.

Quelle: Kickstarter via Dailydot.com