Ortsbasierte Spiele – fünf Pokémon Go-Alternativen

Pokémon Go von Niantic und Nintendo ist in aller Munde, aber sicher nicht das erste Spiel, welches sich auf ortsbasierte Daten stützt. Wir nennen euch ein paar Alternativen, die euch teilweise ebenfalls in die Mixed Reality entführen.

Aktuell geht ein Spiele-Genre auf unseren Smartphones komplett durch die Decke und das nur aufgrund eines einzigen Spiels: Bei dem Genre handelt es sich um die ortsbasierten Spiele und der Name dieses Games ist natürlich Pokémon Go. Bereits 1996 ging die Ur-Version des Spiels an den Start, damals natürlich noch unter ganz anderen Voraussetzungen.

Mittlerweile sind wir daran gewöhnt, dass unsere aktuelle Location Einfluss auf das hat, was wir auf dem Display sehen. Wir bekommen passende Werbung angezeigt, können uns Restaurants in der Nähe empfehlen lassen oder uns in Locations einloggen und nicht zuletzt können wir auch ortsbasierte Daten innerhalb von Games nutzen.

Nicht nur Freunde des Spiels Ingress – welches mit Niantic den gleichen Urheber hat wie Pokémon go – wissen das und natürlich ist es nicht nur dieses Unternehmen, welches sich mit Spielen befasst, die ein ortsbasiertes Spielkonzept vorweisen können. Wenn ihr Lust habt, mal ein Game zu zocken, welches mit ortsbasierten Daten arbeitet, euch aber davor sträubt, Pokémons jagen zu gehen, dann haben wir hier ein paar Alternativen für euch.

Ingress

Ingress

Viele von euch kennen Ingress natürlich und haben es – wie ich – auch gespielt bzw. spielen es noch. Für mein Empfinden war das vor einigen Jahren das erste Game dieser Art, welches wirklich eine große Menge Leute auf die Straße lockte und ja: Auch damals schon begegneten mir nachts im Park Spieler, denen man verschwörerische Blicke zuwerfen konnte.

Wenn ihr wissen wollt, worum es bei Ingress geht, wie es zu spielen ist und was dahinter steckt, dann schaut am besten in unseren Artikel Ingress im Langzeit-Test rein. Claus erklärt dort nicht nur den Spielgedanken, sondern liefert euch auch Hintergrundwissen und schätzt das Spiel natürlich auch persönlich ein.

Dieses Spiel wird beim aktuellen Pokémon-Hype sehr oft genannt und das hängt natürlich damit zusammen, dass Nintendo sich für Pokémon Go mit Niantic das Unternehmen an die Seite geholt hat, welches eben auch für Ingress verantwortlich ist. Wer beides spielt, wird auch feststellen, dass es sehr viele spielerische Parallelen gibt. Auch bei Ingress habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Teams, könnt sowohl alleine spielen als auch mit Gleichgesinnten des eigenen Teams schneller leveln und nicht zuletzt wurden die Hot Spots in der realen Welt, an denen sich in Ingress die Portale finden, oftmals für Pokémon Go einfach übernommen.

Ihr könnt es kostenlos sowohl mit dem iPhone als auch für Android spielen und wer sich drauf einlässt, bekommt eine Menge Spielspaß geboten, muss – wie bei Pokémon Go – viele Meter machen, um im Spiel voranzukommen und wird dafür belohnt mit einer erwachsenen Version des Pokémon-Games. Auch hier liefert Google Maps die Basis fürs Spiel, aber statt Knuddel-Monstern habt ihr es hier mit einer kühlen Science-Fiction-Welt in Matrix-Optik zu tun.

Ingress
Ingress
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
  • Ingress Screenshot
 
Ingress
Ingress
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+

Geocaching

Wenn wir über Spielspaß reden, der uns mit unseren mobilen Devices raus in die Welt treibt, dann kommen wir gar nicht umhin, auch Geocaching zu nennen. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Spiel eines Herstellers, sondern vielmehr um ein Spielprinzip, bei dem ihr ein GPS-taugliches Device benötigt und dann Teil einer Community von Millionen Spielern werdet.

Koordinaten zeigen euch an, wo ihr einen solchen Geocache finden könnt. Das kann direkt in eurer Stadt sein, oder irgendwo versteckt im Wald. Es ist also ein bisschen wie Schatzsuche und ja, ihr könnt auch tatsächlich kleine Schätze finden. Dabei geht es dann aber weniger darum, dass ihr etwas Wertvolles findet, sondern um das Finden an sich. Findet ihr diesen Cache, könnt ihr euch diesen Schatz mitnehmen und ersetzt ihn durch ein anderes kleines Präsent, über das sich dann derjenige freuen kann, der nach euch diese Entdeckung macht.

Zu dieser modernen Schnitzeljagd gehört auch, dass beim Cache ein Logbuch vorhanden ist, in welches ihr euch eintragt und wer mag, kann seinen Fund auch per Foto dokumentieren und dann online stellen. In Deutschland gibt es über 340..000 dieser kleinen Schätze, allein hier in Nordrhein-Westfalen sind es schon über 50.000. Ihr könnt also davon ausgehen, dass ihr bei dieser Mutter aller technisch unterstützten ortsbasierten Unternehmungen  (schon 2000 ging es los) auch in eurer Nähe fündig werdet.

Es gibt unzählige GPS-Devices, mit denen ihr euch auf die Suche begeben könnt und auch verschiedene Apps, die euch dabei unterstützen. Hier ist ein kostenloses Beispiel, welches es für Android und iOS gibt.

Geocaching®
Geocaching®
Entwickler: Groundspeak Inc.
Preis: Kostenlos+
  • Geocaching® Screenshot
  • Geocaching® Screenshot
  • Geocaching® Screenshot
  • Geocaching® Screenshot
  • Geocaching® Screenshot
Geocaching®
Geocaching®
Entwickler: Groundspeak Inc.
Preis: Kostenlos+

Landlord

Landlord

Foursquare meets Monopoly – so könnte man Landlord wohl am ehesten bezeichnen, welches es auch bereits seit Jahren gibt. Es ist in der Tat so eine Art Real-Life-Monopoly, bei der ihr nicht nur reale Gebäude kaufen und veräußern könnt, sondern auch noch Spielgeld kassiert, wenn jemand – durch Log-in – eine Bude betritt, die in eurem Besitz ist.

Ihr startet mit 50.000 Dollar Spielgeld, könnt euch verschiedene tatsächlich existierende Shops oder Gebäude an Land ziehen und kassiert dann eben die Mieteinnahmen, wenn jemand auftaucht. Dieses „Auftauchen“ passiert, indem sich jemand per Foursquare oder Facebook einloggt. Die Idee hinter Landlord finde ich hochinteressant, allerdings steht man erst mal dumm da, wenn man sich das Spiel installiert. Ein Tutorial oder ähnliches vermisst man dort nämlich. Außerdem mag ich bei Spielen wie Pokémon go oder Ingress den Gedanken, herumzulaufen und tatsächlich andere Spieler treffen zu können.

Wer aber lieber ein lokalbasiertes Spiel zocken möchte, bei dem er auf der heimischen Couch sitzen bleiben kann und auf die Monopoly-Idee steht, sollte Landlord einmal eine Chance geben. Auch dieses Spiel gibt es kostenlos (In-App-Käufe möglich) für iOS und Android.

Landlord - Immobilienmogul
Landlord - Immobilienmogul
Entwickler: Reality Games LTD
Preis: Kostenlos+

Zombies, Run!

Zombies Run

Eine Zombie-Apokalypse! Wenn es dazu kommt, kann man sich verbarrikadieren und hoffen, dass einen keiner der Untoten erwischt. Irgendwann gehen euch dann aber die Vorräte aus und daher ist es wohl besser, die Beine in die Hand zu nehmen, und um sein Leben zu rennen.

Genau das müsst ihr bei Zombies, Run! tun: Rennen! Auch hier verschwimmen wieder die Grenzen zwischen Realität und Spiel, zudem tut ihr noch was für euren Body. Im Grunde ist Zombies, Run! nämlich eigentlich eine Fitness-App – halt eine mit Story, so ähnlich wie das Story Running von Runtastic.

Über das Headset bekommt ihr nicht nur eure gewünschte Playlist mit Musik zu hören (lokal auf dem Smartphone gespeichert, aber auch Spotify etc.), sondern bekommt das Zombie-Szenario wie eine Art Hörspiel auch noch geliefert. Ihr seid aber eben Teil der Geschichte und müsst zum Beispiel durch bestimmte Tempo-Verschärfungen den Zombies entkommen, die Jagd auf euch machen. Das Spiel gibt es kostenlos, allerdings könnt ihr auch die Premium-Version gegen Geld freischalten und habt dann das Spiel nicht nur werbefrei, sondern auch über 200 Missionen allesamt zur Verfügung.

Wer also ein Spiel mit lokalbasierten Daten spielen möchte, bei dem er auch noch gleichzeitig trainiert auf spielerische Weise, für den dürfte Zombies, Run! eine interessante Nummer sein. Auch hier gilt wieder: Verfügbar für Android und iOS und zwar in englischer Sprache.

Zombies, Run! 5k Training
Zombies, Run! 5k Training
Entwickler: Six to Start
Preis: Kostenlos
  • Zombies, Run! 5k Training Screenshot
  • Zombies, Run! 5k Training Screenshot
  • Zombies, Run! 5k Training Screenshot
  • Zombies, Run! 5k Training Screenshot
  • Zombies, Run! 5k Training Screenshot
 
Zombies, Run! (Free)
Zombies, Run! (Free)
Entwickler: Six to Start
Preis: Kostenlos+

CodeRunner

Waren wir gerade eben noch Teil unseres ganz eigenen Zombie-Films, so befinden wir uns jetzt bei CodeRunner eher in einem James Bond-Szenario wieder, also einer Agenten-Welt. Auch die findet in der tatsächlichen Welt statt und auch hier müsst ihr euch anhand der GPS-Daten zu verschiedenen Orten hangeln und dort Missionen erfüllen.

Wie bei Zombies, Run! bekommt ihr eure Kommandos auch als Audio in englischer Sprache und müsst eben typische Agenten-Aufträge ausführen: Hacken, infiltrieren, Spione um die Ecke bringen dies das. Auch CodeRunner gibt es bereits seit einigen Jahren, allerdings – sorry an die Android-Fraktion – exklusiv für iOS. Für einen kleinen Betrag von knapp 2 Dollar gehört das Spiel euch und verspricht scheinbar auch eine Menge Spielspaß.

CodeRunner
CodeRunner
Preis: 2,29 €
  • CodeRunner Screenshot
  • CodeRunner Screenshot
  • CodeRunner Screenshot
  • CodeRunner Screenshot
  • CodeRunner Screenshot

 

Das sind jetzt fünf Beispiele dafür, wie lokalbasierte Daten ganz unterschiedlich spielerisch eingesetzt werden. Mal ist die Interaktion mit anderen wichtig, mal kann man allein von zuhause aus zocken und mal muss man nicht nur verschiedene Orte aufsuchen, sondern kommt auch richtig ins Schwitzen. Natürlich ist das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Im Sog um das Spiel Pokémon Go werden wir sicher in Bälde noch haufenweise ähnliche Spielideen vorfinden, aber auch jetzt gibt es sicher noch so manches Game, welches nach ähnlichem Prinzip wie die oben genannten arbeitet. Wenn ihr Empfehlungen in dieser Richtung für uns habt, lass sie uns wissen – und wir erweitern dann diesen Artikel entsprechend.

Quelle: Digital Trends