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Der Peugeot Instinct ist eine fahrende IoT-Zentrale

Peugeot zeigt auf dem Genfer Auto-Salon sein neustes Konzeptauto namens Instinct. Das bezieht Smart Home-, Fitness und öffentliche Daten ein und wertet diese mit Hilfe Samsungs ARTIK Cloud aus. Somit passt Instinct den Fahrstil an, steuert sich selbst oder steuert Smart Home Devices zu Hause.

von Jake Pietras am 9. März 2017

Peugeots Augen sind ganz offensichtlich auf die Zukunft gerichtet. Die Automarke (oder korrekt: der Hersteller Groupe PSA, zu der noch Citroën und DS gehören) will nach der Übernahme nicht nur Opel in eine erfolgreichere Zukunft führen. Die Franzosen denken auch über die Zukunft des Automobils an sich nach und haben auf dem Auto-Salon Genf jetzt das Konzeptauto Peugeot Instinct gezeigt.

Damit setzt Peugeot genau wie VW auf autonomes Fahren, wählt dabei aber einen etwas anderen Ansatz und macht den Instinct zur IoT-Zentrale. Das Auto soll Clouddienste, Heimautomatisierung, Smart Devices und Wearables unter ein Fahrzeugdach bringen und den Fahrstil und das -erlebnis entsprechend dem Nutzer anpassen. Dazu kommen externe Daten zum Wetter, zur Verkehrslage und anderen öffentlich zugänglichen Informationen.

Möglich macht das Samsungs ARTIK Cloud, die die Devices und Services aller Hersteller zusammen führt und auswertet (Datenparanoiker: bitte jetzt den Aluhut aufsetzen und schon mal die Finger für die Kommentare anwärmen). Nach einem langen Tag im Büro mit vielen Terminen und anschließendem Halbmarathon schlägt Instinct dann eher eine gemütliche Spazierfahrt vor und übernimmt das Steuer. An einem sonnigen Wochenende mit wenig körperlicher Aktivität und freien Straßen, plant Instinct dann eine Route zum Zielort, die die Autobahn mit einbezieht sowie ein Stück vor dem Ziel parkt, damit man noch ein paar Schritte läuft.

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Das System hat dabei sowohl bei der autonomen wie auch der manuellen Steuerung jeweils zwei Modi: entspannt und effizient oder sportlich. Wenn Instinct selbst die Kontrolle übernimmt, fährt das Auto übrigens das Lenkrad für mehr Beinfreiheit ein und bewegt die Sitze in eine bequemere Position. Je nachdem, was die Datenauswertung eben ergeben hat.

Andersrum funktioniert die ARTIK Cloud übrigens auch. Sie sammelt nicht nur sondern kann auch autonom die Heimautomatisierung übernehmen. Bin ich beispielsweise in ein paar Kilometern zu Hause, stellt Instinct schon mal die Klimaanlage ein und schaltet das Licht ein, sobald ich zu Hause vorfahre. Ich persönlich liebe solchen Schnickschnack ja, der mir immer wieder zeigt, wie geil “Connected Everything” sein kann. Sicherheitstechnisch ist und bleibt es natürlich nach wie vor eine Herausforderung, an der die Hersteller und externe Dienstleister natürlich arbeiten.

Der Plug-In Hybrid hat übrigens rund 300 Pferdchen unter der Haube, aber da es sich nur um ein Konzept handelt, dass in dieser Form wohl die auf den Markt kommen wird, ist das eher nebensächlich. Zumal die IoT-Komponente deutlich spannender ist und zeigt, dass die Branche vorwärts denkt. Die Technologie selbst soll etwa 2025 marktreif sein und in Produktion gehen.