Crowdfunding
Pico: Bierbrauen leicht gemacht im Tassimo-Stil

Bei Kickstarter sucht Pico von Picobrew gerade trinkfreudige Unterstützer. Pico ist nämlich ein Gerät, mit dem ihr zuhause kinderleicht Bier brauen könnt und welches euch dank der aktuell über 50 verfügbaren PicoPaks verschiedenste Biersorten nach Hause bringt.

Wenn Sascha Pallenberg begeistert einen Link in unseren Mobile Geeks-Chat postet und dann der Meinung ist, dass ich genau der richtige Mann für dieses Thema bin, dann ist es vermutlich keine Riesen-Sensation, wenn es dabei um Bier geht. Und in der Tat: Für ein Hands on (oder eher Tongue on) mit dem Gerät von Picobrew wäre ich in der Tat zu haben.

Pico ist das Teil und soll das heimische Bierbrauen einfacher machen als jemals zuvor. Wieso ich in der Headline dann was von Tassimo erzähle? Okay, das erkläre ich euch: Während ich mich für Bier doch ziemlich begeistern kann, bin ich in Sachen Kaffee nur so ein Gelegenheits-Täter. Manchmal trinke ich die ganze Woche lang nicht einen Schluck Kaffee und so habe ich keinen kostspieligen Automaten zuhause, sondern besagte Tassimo. Überkommt mich der Kaffeedurst, hab ich anhand der passenden “Discs” ruckzuck eine heiße Tasse am Start, alternativ kann ich aber auch einen Chai Latte, ein Milka- oder Oreo-Getränk oder vieles mehr zaubern.

Das erzähle ich euch deswegen, weil Pico im Ansatz ähnlich funktioniert. Das Brauen von Bier ist natürlich eine komplexere Nummer, als ein bisschen Pulver mit heißem Wasser anzurühren und dauert dementsprechend länger. Aber was die Auswahl angeht, funktioniert Pico eben auch so, dass ihr euch viele verschiedene Sorten nach Hause holen könnt. Picobrew spricht übrigens davon, dass Pico sowas wie ein 3D-Drucker für Bier ist – passt ja auch irgendwie ;)

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Picobrew gibt es schon seit einigen Jahren und mit dem neusten Produkt will man nun Kickstarter erobern. Das läuft für das US-Unternehmen auch sehr erfreulich, denn die gewünschten 200.000 Dollar hatte man bereits nach neun Stunden zusammen, einen Tag nach dem Start auf dem Crowdfunding-Portal steht man jetzt bereits bei über 300.000 Dollar mit seiner Heim-Brauerei für jedermann.

Picobrew hat die Maschine so kompakt gestaltet, dass sie wohl so ziemlich in jede Küche passt und selbst, wenn man sich noch nicht mit dem Brauen von Bieren beschäftigt hat, sollte die Zubereitung dank Pico wirklich jedem gelingen.

Wie funktioniert Pico?

Wenn ihr euch mal im Netz erkundigt nach dem heimischen Bierbrauen, dann werdet ihr feststellen, dass das immer noch eine recht komplexe Geschichte ist. Bei Pico gibt es die sogenannten PicoPaks, die eure Zutaten enthalten und auch die typischen Zusätze von aktuell über 50 Brauereien, mit denen Picobrew zusammenarbeitet und die dafür sorgen, dass das Bier auch exakt so schmeckt, als hättet ihr es direkt von einer dieser Brauereien bezogen.

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Ihr kippt den Spaß also in die Maschine, gebt Wasser hinzu, “personalisiert” dann das Ganze noch, indem ihr einstellen könnt, wie herb das Bier ist oder wie hoch der Alkoholgehalt sein soll und die Kiste legt dann los. Das Brauen selbst dauert dann zwei Stunden, aber damit ist es natürlich noch nicht getan: Damit es zu dem köstlichen Getränk wird, muss es zunächst noch etwa eine Woche gären, bevor ihr es in ein 5 Liter-Fass umfüllen und kühlen könnt.

Den entstandenen Abfall könnt ihr in den Biomüll werfen, Picobrew erklärt dazu, dass diese Art des Brauens umweltfreundlicher ist und darüber hinaus auch weniger Wasser benötigt, als es in Großbrauereien der Fall ist. Fünf Liter Bier bekommt ihr aus einem solchen PicoPak, für das ihr zwischen 18 und 30 Dollar hinblättern müsst. Als Vergleich nennt Picobrew das fertig gebraute Newcastle Brown Ale, welches es für 27 Dollar zu kaufen gibt.

Die großen Bier-Namen werdet ihr zwar (zumindest noch nicht) als PicoPak finden, aber Picobrew spricht von über 50 Partnern, zu denen sich nahezu täglich weitere dazugesellen sollen. Geschmacklich wird da die ganze Bier-Bandbreite bedient und für jeden Gaumen sollten sich da ein paar passende Sorten finden.

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Wer jetzt schon ein leichtes Kratzen im Hals verspürt und darüber nachdenkt, den Maschinen-Fuhrpark seiner Küche um ein so außergewöhnliches Gerät zu ergänzen: Bei 599 Dollar geht das Vergnügen für den weltweiten Versand los – für die Kohle erhaltet ihr neben der Pico auch ein PicoPak eurer Wahl. Wenn ihr 649 Dollar investiert, schickt man euch dann gleich drei PicoPaks mit. Versandkosten kommen natürlich noch dazu, aber es rechnet sich immer noch, wenn ihr via Kickstarter zuschlagt – danach wird die Kiste dann nämlich knapp 1000 Dollar kosten.

Auch, wenn das eine Stange Geld ist und auch deutlich mehr Mühe macht, als sich die köstliche Kiste Kronen Pils nach Hause zu holen: Für Bier-Freunde ist das eine absolut feine Geschichte, gerade für diejenigen, die gerne mal Freunden ein ungewöhnliches Bier anbieten wollen und die Freude daran haben, neue Biere auszuprobieren. Und nochmal: Man darf nicht vergessen, dass die ganze Prozedur bis dato deutlich aufwändiger war, deutlich mehr gekostet hat und zudem auch deutlich mehr Müll produziert hat. Ich persönlich bekomme jetzt jedenfalls tatsächlich ein wenig Durst, werde mich aber dennoch der Uhrzeit entsprechend eher mit einem Tässchen Kaffee begnügen – Prost ;)

Quelle: Kickstarter via WSJ