Pokémon Go in Dortmunder Klinik: Tausche Pokébälle gegen Blut

Was haben Blutspenden und Pokémon Go gemeinsam? Hier in Dortmund Einiges - ein Pokéstop am Klinikum Dortmund sorgt für eine Win-Win-Situation, bei der Pokémon Go-Spieler und auch das Krankenhaus profitieren.

Ja, auch hier in Dortmund wird eifrig Pokémon Go gespielt. Am alten Markt, im Westpark – wo auch immer ich schaue, sieht man die Pokémon-Trainer in Scharen umherziehen, spielen und auch über das Spiel diskutieren. Aber natürlich gibt es nicht nur Fans und Befürworter: Immer öfter liest man davon, dass sich Menschen über unaufmerksame Spieler ärgern, die nur noch ihr Smartphone-Display im Auge haben statt ihre Umwelt, manche Lokalitäten untersagen den Pokémon-Süchtigen sogar den Zutritt.

Auch beim Klinikum Dortmund schauen in letzter Zeit deutlich mehr junge Menschen als gewohnt vorbei – der Grund: Genau in der Blutspende-Abteilung des Klinikums befindet sich ein Pokéstop! Die BlutspendeDo hat sich dann schnell dazu entschieden, die Gelegenheit beim Schopf zu greifen. Die Rechnung war einfach: Hauptsächlich junge Menschen zocken das Spiel, gleichzeitig ist es nicht einfach, junge Leute fürs Blutspenden zu begeistern und als Spender heranzuzüchten. Also lädt man die Spieler kurzerhand einfach freundlich zum Zwischenstopp in der dritten Etage der Klinik ein, in der Hoffnung, dass der ein oder andere auch gleich noch ein paar Tropfen des kostbaren Bluts da lässt. Das Konzept geht auf – gleich mehrere Spieler haben nicht nur ihren Vorrat an Pokébällen und Tränken aufgeladen, sondern ließen sich tatsächlich spontan zum Blutspenden überreden.

Um mehr Spieler zu erreichen, hat sich die Blutspende Dortmund mit der Pokémon Go Dortmund Facebook-Gruppe kurzgeschlossen und in Kooperation sogar eine Verlosung durchgeführt: Die drei Gewinner durften sich über was freuen? Ja genau – jeweils eine Powerbank ;)

Blutspende Do Pokemon

Erfreulicherweise geht das Konzept auf und die Klinik kann sich tatsächlich über eine gestiegene Zahl an Blutspendern freuen. Das ist gerade aktuell eine schöne Geschichte, da in der Urlaubszeit nämlich oftmals die Blutspender ausbleiben. Marc Raschke, Pressesprecher des Klinikums Dortmund, erklärt die Problematik:

Viele Spender sind im Urlaub. Und da die Reiseziele immer exotischer werden, sind viele Spender auch nach dem Urlaub noch von der Spende ausgeschlossen Marc Raschke, Pressesprecher des Klinikums Dortmund

Wart ihr nämlich in einer Region mit Malaria-Risiko wie Indien oder Kenia beispielsweise, dürft ihr auch nach dem Urlaub noch sechs Monate lang kein Blut spenden. Da kommen die Jäger der Pocket-Monster also gerade recht, um diese Lücke zu schließen und sie bestenfalls langfristig zu regelmäßigen Blutspendern zu machen.

Übrigens gelingt die Pokémon-Jagd sogar während des Blutspendens – direkt von der Liege aus:

Nebulak Dortmund Klink

…und die Moral von der Geschicht:

Was lehrt uns dieses Beispiel? Dass es sinnig ist, sich Neuem nicht zu verschließen. Das gilt im Fall der Blutspende Dortmund sowohl für die Kommunikation über die sozialen Medien als auch für den Support der Pokémon Go-Spieler. Ja, es gibt Orte, an denen das Spielen faktisch unangebracht ist und ja, wir werden angesichts der vielen Millionen Spieler auch immer wieder davon lesen, dass irgendwo irgendwer in ein Auto gelaufen oder einen Abhang runtergestürzt ist, weil er unaufmerksam war während des Spielens.

Dennoch lohnt es sich – egal, ob man eine Blutspende-Abteilung, eine Bibliothek, eine Kneipe oder sonstwas betreibt – einfach mal auszuprobieren, ob man nicht für jede Seite einen Mehrwert zustande bringt, bevor man einfach platt ein Spielverbot verhängt. Im Fall des Klinikums Dortmund jedenfalls funktioniert es bestens und PS: Über Blutspender freut man sich dort natürlich auch, wenn sie nicht Pokémon Go spielen.

Infos zum Blutspenden bei der Blutspende Dortmund:

Adresse:

  • BlutspendeDO
  • Alexanderstr. 6 – 10
  • 44137 Dortmund

Zeiten:

  • Montag, Mittwoch und Freitag
    07:00 -13:30 Uhr
  • Dienstag und Donnerstag
    08:30 – 19:00 Uhr
  • Samstag
    08:30 – 13:30 Uhr

Aufwandsentschädigung:

  • Beim ersten Mal: 20 Euro Einkaufsgutschein für Saturn in Dortmund
  • Ab dem zweiten Mal: 20 Euro Aufwandsentschädigung

Blutspenden kann jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren – weitergehende Informationen und Anmeldungen bei der BlutpendeDO unter Tel. 0231 – 953 19999 oder unter www.blutspendedo.de.

Quelle: derwesten.de